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Ausbildungseinheit 06: Bezirksübung Sommer

Die Sommerbezirksübung des Flachgaus fand Sonntag bei der Strubklamm statt. Fünf Ortsstellen nahmen mit 41 BergretterInnen, davon 21 von der OS Salzburg, teil. Organisiert wurde die Übung von der OS Salzburg.

Faserseilwinde

Motorseilwinde

Mannschaftszug

Sonntag, 19.6.2011, 9 Uhr. Ort: Werkschulheim Felbertal / Strubklamm. Einsatzgebiet Ortsstelle Salzburg. Es ist feuchtkalt und nieselt. 41 BergretterInnen haben sich zu der Bezirksübung versammelt: Übungsannahme ist die Bergung einer verletzten Person aus der steinschlaggefährdeten Klamm, einer besonders bei Freizeitsportlern beliebten Canyoningtour. Dazu sollen auf drei Stationen die verschiedenen Bergeverfahren angewandt werden:

  • Station 1: Bergeverfahren mit Mannschaftszug
  • Station 2: Bergeverfahren mit der Faserseilwinde
  • Station 3: Bergeverfahren mit Motorwinde und Wippe der Ortsstelle Grödig

Aus Sicherheitsgründen verzichten die Helfer bei allen drei Stationen bei der Bergung auf einen „Verletzten“ in der Universaltrage (UT).

Station 1: Das Seilgeländer und der Flaschenzug sind aufgebaut. Der Retter mit der UT ist redundant gesichert. Rund 120 Meter seilen ihn seine KameradInnen in die Klamm ab. Dann ein verzweifelter Schrei. Der Retter hängt unter einem Wasserfall. Es ist nass. Nun muss es schnell gehen. Der Flaschenzug wird rasch umgebaut. Sechs BergretterInnen binden sich ins Seil und ziehen. Es ist rutschig. Das Gelände ist uneben, bietet allerdings ausreichend Platz für den Mannschaftszug. Nach etlichen Minuten taucht der Retter durchnässt mit der Trage an der Geländekante auf. Eine Methode, für die ausreichend Personal notwendig ist. Die HelferInnen bauen rasch das Material für die nächste Gruppe ab und wechseln zur Station 2.

Während der gesamten sechs Stunden dauernden Übung befinden sich Mitglieder der Canyoninggruppe der Salzburger Bergrettung in der Klamm. Ihre Aufgabe ist, Freizeitsportler, die während der Übung die Klamm begehen, vor herabstürzenden Gesteinsbrocken zu schützen. Dazu unterbrechen Sie immer wieder die Bergearbeiten Ihrer KameradInnen oberhalb der Klamm. Die im Einsatzgebiet der Ortsstelle Salzburg liegende Schlucht erfreut sich bei Touristen immer größerer Beliebtheit. 17 bis zu acht Meter hohe Sprünge, lange Schwimmstrecken und 2,7 Kilometer Länge stellen allerdings auch für die Bergung eine große Herausforderung dar.

Station 2: Drei Männer / Frauen des Bergetrupps kurbeln an der Faserseilwinde, wechseln sich immer wieder ab. Es geht nur langsam nach oben, ist anstrengend und schweißtreibend. Die 120 Meter tiefe Felswand ist leicht abfallend. Dann, endlich, ist es geschafft. Helfer und Trage sind wieder beim Einstiegspunkt B der Strubklamm angekommen. Station 3 steht bevor.

Ein Schwerpunkt dieser Übung ist auch die durchgehende Einsatzdokumentation sowie eine funktionierende Kommunikation bzw. Funkverbindung. Dazu hat sich der Funktrupp an zwei Stellen der Klamm positioniert und beobachtet das Geschehen. Zusätzlich setzt der Trupp das mobile Funkrelay ein. Es ermöglicht auch das Erreichen von sonst im Funkschatten liegenden Stellen.

Station 3: Der Lärm ist ohrenbetäubend. Ausgestattet mit Ohrenschutz und Funk bedient der Bergretter die Motorseilwinde der Ortsstelle Grödig. Ein zweiter Helfer sichert redundant. Innerhalb kürzester Zeit taucht der zuvor in die Schlucht abgelassene Retter wieder auf. Mit Sicherheit die am wenigsten anstrengende Rettungsmethode.

Bezirksleiter Christian Bauer zeigte sich vom reibungslosen Übungsablauf beeindruckt und bedankte sich für das Engagement bei seinen BergrettungskameradInnen:

„Bei dem Stationsbetrieb wo verschiedene Bergeverfahren angewandt wurden, konnten die TeilnehmerInnen ihre  Fertigkeiten in Seil- und Sicherungstechnik an den Tag legen. Das Ausbildungsniveau und das Engagement unserer KameradenInnen war sehr hoch. Die gesteckten Schwerpunkte und Ziele wurden geübt und auf jeden Fall erreicht ! Ich bin mit dem Ablauf der gesamten Fortbildung sehr zufrieden."

Auch  Ortsstellenleiter Gann Helmut (OL Salzburg) fand bei der Abschlussbesprechung nur Positives zu berichten:

„Die Rückmeldungen der Einsatztruppführer waren positiv. Die Kommunikation über Funk und Relais erfolgte problemlos . Technik, Wissen und die Anwendung des Erlernten war insgesamt sehr gut.“


Text: claudia hutticher; Fotos: hutticher & www.salzburgsberge.at

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