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Ausbildungseinheit 05: Schluchtenbergung

Es ist sonnig und warm. Eine Schluchtenwanderin hat sich verletzt. Sie liegt im oberen Bereich der Strubklamm bei Hintersee und braucht Hilfe: so lautet die Übungsannahme bei der 5. Ausbildungseinheit der BergretterInnen der Ortsstelle Salzburg.

7.5.2011, Strubklamm bei Hintersee:

Rasch bilden die etwa 20 BergretterInnen drei Trupps: Trupp 1: Wassertrupp. Trupp 2: Bergetrupp. Trupp 3: Spezialtrupp Kommunikation.

13:30. Trupp 1 begibt sich zum Einstieg der Strubklamm. So rasch wie möglich versuchen die fünf Retter und ein Arzt schwimmend, springend und rutschend zu dem Verletzten vorzudringen. Mit dabei haben sie die Rettungsausrüstung: unter anderem eine Universaltrage mit Schwimmkörpern.

13:30. Trupp 2 befindet sich bei Punkt B, einem der vier  für die Rettung von oben möglichen Einstiegspunkte bzw. Notausstiege auf der Verbindungsstraße bei der Strubklamm. Zwei Bergretter beginnen mit dem Aufbau eines Seilgeländers, das bis zum Grund des Canyons reicht. Hier soll Trupp 1 nach Versorgung des Verletzten aus der Schlucht wieder aufsteigen. Zeitgleich transportieren die weiteren Helfer das notwendige Material wie etwa Faserseilwinde, Seile, Schlingen, Karabiner an eine ausgesetzte Geländestelle. An die 200 Meter fällt hier der grasbewachsene Hang steil nach unten ab.

14:45. Der Wassertrupp erreicht die Verletzte, versorgt sie und übergibt sie einem von oben abgeseilten Kollegen. Dann steigt der „Wassertrupp“ am Seilgeländer über den Notausstieg nach oben aus.

15:15 Sechs Männer / Frauen des Bergetrupps kurbeln an der Faserseilwinde, wechseln sich immer wieder ab. Es geht nur langsam nach oben. Der Transport der Verletzten ist mühsam und gefährlich. Immer wieder prasseln Steine auf Retter und Verletzte. Ein zweiter Bergretter wird angefordert. Dann, nach langen 45 Minuten ist es geschafft. Helfer und Verletzte sind beim Einstiegspunkt B angekommen.

Während der ganzen Übungsdauer sorgte Trupp 3 für eine sichere und ununterbrochene Kommunikation zwischen Einsatzleitung Berg und Wasser.

„Die Ausbildungseinheit ist erfolgreich beendet, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Trupps war überzeugend“ ist auch Ausbildungsleiter Stellvertreter Schmidt Stephan zufrieden.

Die im Einsatzgebiet der Ortsstelle Salzburg liegende Schlucht erfreut sich bei Touristen immer größerer Beliebtheit. 17 bis zu acht Meter hohe Sprünge, lange Schwimmstrecken und 2,7 Kilometer Länge stellen allerdings auch für die Bergung eine große Herausforderung dar. Daran sollten auch die Canyonauten bei allem Spaß denken.

Text: claudia hutticher, Fotos: hutticher, www.salzburgsberge.at

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