Zum Hauptinhalt springen

Ausbildungseinheit 04: Koordination - Kommunikation - Reaktion

Samstag, 10 Uhr. Tourengeher am Gennersattel in der Osterhorngruppe beobachten am Rand der Gennerostflanke Bergrettungsmitglieder beim Sondieren eines Lawinenkegels. Eine Nachfrage bringt Entwarnung, die Bergrettung der Ortsstelle Salzburg übt den planmäßigen Lawineneinsatz.

Um 8h trafen sich 22 Mitglieder der Salzburger Bergrettung am Parkplatz Lämmerbach zum Start der Übung. Informationsstand und Übungsannahme: Schitourengeher melden einen Lawinenabgang am Gennerosthang und die Beobachtung von mehreren Tourengehern im Einzugsbereich der Lawine. Nun folgt die Einteilung der Mannschaft und Koordinierung der Trupps durch den Einsatzleiter Wolfgang Maschitz. Besonderes Übungsziel an diesem Tag: koordiniertes Vorgehen, effektive Kommunikation und rasche, zielorientierte Reaktion auf wechselnde Situationen.

 

Um 8:15 erreichen neue Informationen den Einsatzleiter: an der Bergrettungsdiensthütte Genneralm sind 3 Schitourengeher jener Truppe eingetroffen, welche sich im Einzugsbereich der Lawine befunden haben. Die 3 sind unverletzt, ein vierter Kamerad wurde verschüttet. Sofort macht sich ein erster Trupp vom Parkplatz aus auf den Weg, ein weiterer Trupp folgt wenig später. Im Ernstfall würde ein Hubschrauber angefordert und die Mannschaft per Lufttransport zum Lawinenkegel gebracht. Die Übungsannahme schlechtes Wetter zwingt jedoch zum Fußmarsch.

 

 

Beim Eintreffen der Mannschaften am Lawinenkegel übernimmt der Einsatzleiter Berg Roland Moltinger das Kommando, er hatte von der Diensthütte aus die Übungsvorbereitung durchgeführt. Nach 3 Minuten ist der Verschüttete mit LVS-Geräte geortet, wenig später ist er freigelegt. Der Verschüttete ist ansprechbar, eine erste Untersuchung ergibt einen Oberschenkelbruch. In der Zwischenzeit ist der Arzt bei der Diensthütte eingetroffen, die Mannschaften bringen den Verletzten mit der Universaltrage zur Hütte wo er versorgt wird.

 

 

Der mittlerweile zur Diensthütte aufgestiegene Einsatzleiter wird  per Hüttentelefon kontaktiert, Meldungen von ins Tal abgefahrenen Tourengehern haben die Presse auf den Plan gerufen. Neben der Koordination des Einsatzes muss auch das Informationsinteresse der Presse befriedigt und die Anfrage nach der Begehbarkeit der Lawinen durch Fotojournalisten beantwortet werden.

 

 

Die Mannschaften wollen gerade vom Lawinenkegel abrücken, da erreicht den Einsatzleiter Berg die Hiobsbotschaft: die 3 unverletzten Tourengeher glauben sich erinnern zu können, dass weitere zwei Tourengeher nach Ihnen in den Lawinenhang eingefahren seien. Diese hätten möglicherweise keine LVS-Geräte bei sich. Das bedeutet sofortiges Sondieren, in Anbetracht der geringen Mannschaftsstärke ein Problem. Der Einsatzleiter fordert sofort weitere Mannschaften an, in der Zwischenzeit wird in definierten Bereichen mit der Sondierung begonnen. Vor Eintreffen der Verstärkung kann allerdings Entwarnung gegeben werden, die vermeintlichen Lawinenopfer sind am Parkplatz eingetroffen. Die Suche wird eingestellt.

 

In der Schlussbesprechung zeigt sich der Übungsleiter Stephan Schmidt zufrieden, die Frauen und Männer der Ortstelle Salzburg haben die schwierigen Anforderungen in kurzer Zeit bewältigt. Insbesondere die Koordination zwischen den Trupps und die eigenverantwortliche Durchführung von Aufgaben durch die Trupps wurden als wesentliche Elemente zur erfolgreichen Bewältigung von Lawinenunfällen ausgezeichnet geübt.

 

Den zweiten Teil der Übung bildete die Seiltechnik. Seilrolle, Selbstseilrolle und das Gehen am Seil wurden intensiv geübt.

 

Text: St. Schmidt

Bilder: K. Schernhammer

618 Geborgene Personen
(2019 aktuell)
671 Einsätze
(2019 aktuell)
1416 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2019 aktuell)