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Ausbildungseinheit 04: Alarm am Nockstein!

Notruf vom Nockstein: BergretterInnen der Ortsstelle Salzburg übten am Samstag, dem 9. April, den Ernstfall in ihrem Einsatzgebiet rund um den Gaisberg. Übungsannahme war ein Verletzter am Nockstein.

Samstag, 9. April , 8 Uhr 45.

Der Himmel ist bedeckt. Es ist kühl. Ein starker Nordwestwind bläst. In Guggental am Fuße des Nockstein, einem Vorgipfel des Gaisberges nahe Salzburg sammeln sich die Frauen und Männer der Bergrettung Ortsstelle Salzburg. Aufmerksam hören sie dem Ausbildungsleiter Roland Schimpke zu: „Beim Abstieg vom Gipfel des Nockstein abgestürzte Person. Befindet sich im  felsdurchsetzten Gelände. Verletzt.  Hat einen Notruf abgesetzt. Verbindung abgebrochen und nicht mehr erreichbar.“ Die vierte Ausbildungseinheit  des Jahres 2011 für die Salzburger Einsatzkräfte kann beginnen.

An Hand einer Karte grenzen die Bergrettungsfrauen und -männer das Gebiet ein, in dem sich der Verletzte befinden muss. Drei unterschiedliche Pfade zum Gipfel sind rasch definiert. Dann steigen der schnelle Vortrupp mit einem Sanitäter und ein weiterer Suchtrupp zum Vorgipfel des Salzburger Hausberges auf. Gleichzeitig übernimmt der Haupttrupp das notwendige Sicherungsmaterial: UT, Vakuummatratze, Seile, Karabiner, Faserseilwinde und vieles mehr aus dem Einsatzfahrzeug. Schwer bepackt mit Ausrüstung beginnt der Haupttrupp den Aufstieg. Der Weg führt über den laubbedeckten Steig über den Nordhang hinauf zum Vorgipfel. Mit dabei sind die beiden Ärzte der Ortsstelle, Christian Schuschnigg und Gerald Berger, mit dem Notarztrucksack.

9 Uhr 25: Der Vortrupp informiert die Einsatzleitung Tal. Der Verletzte ist gefunden. Er liegt direkt über einer etwa 130 Meter senkrecht abfallenden Steilwand etwa 50 Meter unterhalb des Gipfels des Nocksteins.  Er ist ansprechbar und klagt über starke Schmerzen im Oberschenkel. Die ersten Retter seilen sich über eine grasbedeckte Fläche zu dem „Wanderer“ ab. Nachdem der „Verletzte“ gegen einen weiteren Absturz gesichert ist, beginnen erste Hilfemaßnahmen. Der verunglückte Sportler beruhigt sich.

9 Uhr 45: Nur wenig später trifft der Haupttrupp am Unfallort ein. Der nun ebenfalls angekommene Arzt seilt sich ab und beginnt mit der Versorgung. Aufgrund der ausgesetzten Unfallstelle stellt sich die Versorgung der Oberschenkelfraktur des Verletzten sowie die Herstellung der Transportfähigkeit und Umlagerung  auf Universaltrage und Vakuummatratze als äußerst schwierig und zeitaufwändig heraus. Es ist kalt und ein starker Wind bläst. Zur gleichen Zeit bauen die drei Bergrettungsfrauen ein Seilgeländer für die Eigensicherung auf. Die Spinnenverankerung für den Mannschaftsflaschenzug ist einige Meter oberhalb im Kalkfels um Bäume fixiert. Zur gleichen Zeit erhält die Einsatzleitung Tal Informationen über den bestmöglichen Zufahrtsweg zum Unfallort.

10 Uhr 30: Die Bergung beginnt. Langsam ziehen die RetterInnen das auf Vakuummatratze und Trage gelagerte „Opfer“ mittels Mannschaftszug nach oben. Nun geht es mit der Trage über den felsigen Pfad schwitzend einige Meter hinunter bis zur Scharte. Dann ist der Forstweg erreicht, die Räder auf der Trage sind montiert. Auch die übrigen Einsatzkräfte, die die zurückgebliebene Ausrüstung abgebaut und die Rucksäcke der KameradInnnen eingesammelt haben, stoßen zur Mannschaft. Ab nun ist es einfach. Rasch geht es zum weiter unten südöstlich auf der Forststraße wartenden Einsatzfahrzeug.

12 Uhr 30: Die Übung ist erfolgreich beendet. Das "Opfer" Karl Schernhammer, Kassier der Ortsstelle , ist unversehrt der Trage entstiegen. Eine kurze Einsatznachbesprechung, Analyse der Abläufe, mögliche Verbesserungen. Nachdem der Ausgangspunkt der Übung wieder erreicht  ist, folgt nochmals eine Erste Hilfe Schulung zum Thema „Versorgung von Brüchen“.  Und dann, am frühen Nachmittag, beginnt der gemütliche Teil des Tages für die freiwilligen "Helfer in Not".

 

Text: claudia hutticher, Fotos: www.salzburgsberge.at

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