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Ausbildungseinheit 03: Einsatz am Gennerhorn!

5.3.2011. Lämmerbach / Gennerhorn. Männlicher Skitourengeher im Gipfelbereich des Gennerhorns abgestürzt. Person liegt im Steilgelände. Eine Einsatzmeldung, die Start für eine umfangreiche Rettungsübung mit über 20 BergretterInnen der Ortsstelle Salzburg ist.

08:30. Strahlender Sonnenschein. Parkplatz Lämmerbach. Über 20 BergretterInnen der Ortsstelle Salzburg versammeln sich um den Einsatzleiter. Mit dem von der Ortsstelle Grödig zur Verfügung gestellten Quad führt Bruno Tischlinger, OL Grödig, einen kleinen schnellen Vortrupp bestehend unter anderem aus medizinischem Personal, den beiden Ausbildungsleitern Roland Schimpke und Stephan Schmidt sowie Erstausrüstung in etwa 12 Minuten bis zur Genneralm. Von dort erfolgt der rasche Aufstieg mit Schiern die etwa 350 Höhenmeter bis kurz unter den Gipfel.

8:30. Parkplatz Lämmerbach. Seile, Karabiner, UT, Bergesäcke, Vakuummatratzen, Bohrer – Schwer bepackt machen sich zeitgleich mit dem Vortrupp die zurückgebliebenen Einsatzkräfte vom Parkplatz Lämmerbach über die Forststraße und den steilen Osthang Richtung Gennergipfel auf.

9:45. Das Gelände ist steil. Es ist warm, der Schnee tief und weich. Vier Mann / Frau des Vortrupps sind bereits zu dem Verletzten abgestiegen. Die medizinische Erstversorgung beginnt.

9:45."Patient hat Knochenbrüche. Verdacht auf Rückenverletzung. Bewusstsein vorhanden": Informationen, die der Vortrupp mit den GPS Daten des Unfallortes per Funk an Wolfgang Maschits, Einsatzleiter des Haupttrupps, übermittelt.

10:45. Etwa 50 Höhenmeter unter dem Gennergipfel. Die organisierte Rettung ist in vollem Gang. Einrichten von Standplatz und Sicherungspunkten am Grat. Abseilen der Rettungstrage in die Rinne bis zum Verunfallten. Umlagern des Verletzten auf die Rettungstrage. Mit Hilfe des Mannschaftszugs Bergung des Verletzten etwa 80 Meter bis zum Grat hinauf. Anschließend gestaffeltes Abseilen des Patienten über die gesamte bis zu 45 Grad steile Ostflanke des Gennerhorns - 350 Höhenmeter sind so zu überwinden. Für die über 20 BergretterInnen eine schweißtreibende Angelegenheit: Einrichten von mehreren Abseilstellen, Graben von „Toten Männern“, Sichern, Abtransport von Schiern und Rucksäcken der KameradInnen und vieles mehr.

Mittagszeit: Das „Opfer“ ist gerettet. Die Einsatzkräfte sonnen sich erschöpft auf der Bank vor der Hütte. Schweinsbraten, Knödel und Sauerkraut von den "Chefköchen" der Ortsstelle, Gan Heli (OL) und Erhart Walter  (MT) stehen für die Helfer in blau / orange in der Bergrettungshütte auf der Genneralm bereit.

 "Im Ernstfall ist der Faktor Zeit entscheidend für eine sichere Bergung von Verunfallten. Die Nutzung moderner Fahrzeuge wie dem Quad und die zielgenaue Ortung mittles GPS helfen, die Zeit von Bergungen deutlich zu verkürzen. Deshalb ist es für uns wichtig, neben top ausgebildeten BergretterInnen, die neuesten Technologien zu kennen und auch einzusetzen", zieht Ausbildungsleiter Roland Schimpke sein positives Schlussresume zu dieser erfolg- und lehrreichen Ausbildung.

Im Winter ist die Bergrettungshütte auf der Genneralm an Wochenenden und Feiertagen mit BergretterInnen der Ortsstelle Salzburg durchgehend besetzt. Im Ernstfall kann so mit einem einsatzbereiten Vortrupp die Einsatzzeit massiv verkürzt werden. Wir freuen uns natürlich auch auf viele zahlreiche Besuche unserer KameradInnen der 43 Ortsstellen im Land Salzburg auf unserer Einsatzhütte.

Text: Claudia Hutticher
Fotos: www.salzburgsberge.at/

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