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Ausbildungseinheit 02: Lawinenseminar - Ein voller Erfolg!

Über neunzig ambitionierte SchitourengeherInnen übten bei stürmischen Wetter unter Anleitung von mehr als vierzig BergretterInnen der Ortsstelle Salzburg am 14. und am 15. Jänner auf den Genneralmen bei Hintersee. Thema des Seminars war das richtige Verhalten bei einem Lawinenabgang mit dem Schwerpunkt "Kameradenbergung". Erstmals wurden auch systematisch Daten erfasst.

Es ist stürmisch. Die Sicht liegt fast bei null. Werner steht tief gebeugt im Schnee. Konzentriert beobachtet er die Anzeige auf seinem LVS (Lawinen Verschütteten Such) Gerät. Es ist sein zweiter Durchgang. Langsam fährt er mit dem Gerät über die Schneefläche. Vorwärts, Rückwärts, Seitwärts: 1,2 Meter, 1 Meter, 0,5 Meter! Das muss die gesuchte Stelle sein. Die Sondierung mit der Lawinensonde ist erfolgreich, das vom Bergretter im Schnee versteckte Gerät doppelt so schnell wie beim ersten Durchgang gefunden: Ein Erfolgserlebnis für den passionierten Tourengeher und die Sicherheit, im Notfall rasch und richtig zu reagieren.

 

Über neunzig Tourengeher übten!


Nach einem Aufstieg von etwa einer Stunde erreichten die über vierzig TeilnehmerInnen des Lawinenseminars am Samstag die Genneralmen. Mit zwei interessanten Vorträgen informierten die Kursleiter Roland Schimpke und Stephan Schmidt, beide Bergretter und Ausbildungsleiter der Ortsstelle Salzburg, in der gemütlichen Bergrettungshütte über Gerätekunde, Suchstrategien, Kameradenbergung.


Nach einer kurzen Stärkung ging es dann zum praktischen Teil über. Bei stürmischen Bedingungen übten neun Gruppen zu je sechs Personen unter Anleitung von jeweils zwei BergretterInnen. Im Stationenbetrieb wurde auf die unterschiedlichsten Fragestellungen eingegangen. Das Sondieren nach Sandsäcken, Umgang mit dem LVS Gerät, Bergen eines Verschütteten unter Anleitung des Bergrettungsarztes waren die Schwerpunkte. Das Ziel war: Üben, Üben, Üben und nochmals Üben mit dem LVS Gerät.

 

Erstmals standardisierte Auswertungen


Neu war dieses Jahr die Erhebung der Resultate der praktischen LVS Suche. Um die erzielten Werte vergleichen zu können, standardisierte Ausbildungsleiter Roland Schimpke einzelne Parameter wie Suchfeld, Vergrabetiefe und Sondierablauf. Zusätzlich erhoben die Gruppenleiter Kenntnisstand, Erfahrung und LVS Typ der Teilnehmer.

„Ziel bei der praktischen LVS Suche ist es, ein im Schnee "vergrabenes" sendendes LVS Geräte mit dem eigenen LVS möglichst rasch zu finden und auszugraben. Nachdem dieser Ablauf von jedem Teilnehmer mehrmals durchgeführt wurde, war es für uns dieses Jahr wichtig, eine statistische Auswertung der Suchergebnisse durchzuführen“, so Ausbildungsleiter Roland Schimpke. „Grundsätzlich ist erkennbar, dass die Suchgeschwindigkeit mit neuen digitalen LVS Geräten signifikant reduziert wird und dies unabhängig von der LVS Marke“, weist Schimpke auf die Vorteile der Suche mit modernen 3-Antennen LVS Geräten hin.

 

Schitourenpraxis ist nicht gleich Suchpraxis!

 

„Es ist bei den Kursteilnehmern zu erkennen, dass der Einsatz dieser Geräte auch zu einer deutlichen Reduzierung der psychischen Belastung führt. Dies gilt besonders für unerfahrene Suchende“, zieht Kursleiter Stephan Schmidt aus den Ergebnissen seine Schlüsse. "Auch heuer hat sich gezeigt, dass erfahrene Schitourengeher mit mehr als 25 Jahren Schitourenpraxis und mehr als 20 Schitouren pro Jahr keine erfahrenen Suchenden sein müssen“ weist Schmidt auf die Notwendigkeit des regelmäßigen Übens hin. „Es besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen der Erfahrung im Schitourengehen und in der Lawinenverschüttetensuche."

 


Unentgeltlicher Einsatz der BergretterInnen


Nach einem erfolgreichen Samstag konnten die Frauen und Männer der Ortsstelle Salzburg am Sonntag nochmals über fünfzig TeilnehmerInnen begrüßen. Möglich wurde diese erfolgreiche Veranstaltung erst durch das optimale Zusammenarbeiten und dem engagierten Einsatz aller KameradInnen der Ortsstelle - Ob als aktiver Bergretter beim Organisieren der Veranstaltung und dem Leiten der Gruppen oder als Altbergretter beim "Innendienst" als Köche.

KameradInnenhilfe als wichtigste Rettungsmethode: Die Ortsstelle Salzburg freut sich, unter großem unentgeltlichen Einsatz seiner Bergrettungsfrauen und -männer seinen Beitrag zur Prävention geleistet zu haben.

 

Viele weitere tolle Bilder von den beiden Übungstagen findet Ihr hier: 14.1.2012 und 15.1.2012

 

Text: Claudia Hutticher

Bilder: salzburgsberge

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