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Ausbildung: Eiskurs 2020 auf der Warnsdorfer Hütte

Der Eiskurs der Bergrettung Salzburg (18. Juli bis 24. Juli) verlief erfolgreich, trotz unbeständigen Wetters. Stützpunkt des Kurses war die Warnsdorfer Hütte auf rund 2336 Metern Höhe. Die neuen Hüttenpächter, Elisabeth und Stefan Zangerl, rundeten den Kurs kulinarisch und mit einer großen Portion Gastfreundschaft ab.

Eisklettern im "Eislutscher"

Zwei der Prüfungsstationen: Prusiken und Selbstseilrolle mit Seilrolle

Bergetechniken am Gletscher

Spalten am Krimmler Kees

Mit der Selbstseilrolle wieder aus der Spalte raus.

Bergetechnik Seilrolle im Eis

Aufstieg über den Nordgrat auf den Gr. Geiger (3.360m)

Über den Spaltenrand mittels Münchhausen-Technik

Der diesjährige Eiskurs auf der Warnsdorfer Hütte stand unter besonderen Sternen. Zum einen unter den Corona-bedingten Einschränkungen, an die wir uns zu halten hatten (Mund-Nasen-Schutz während des Transports zur Hütte, eigene Schlafsäcke, Kopfkissenbezüge und fehlende Gipfelbussis) und weil die Hütte neue Pächter hat. Zum ersten Mal durften Elisabeth und Stefan Zangerl Mitglieder der Bergrettung Salzburg zum Eiskurs auf der Warnsdorfer Hütte empfangen und wir wurden sehr herzlich willkommen geheißen. Einfach zum Wohlfühlen.

Ausbildungsleiter Gerhard Pfluger und die Ausbilder, die Bergführer Markus Amon, Franz Deisenberger, Clemens Wesenauer, Christian Bauer, Ingolf Hammerschmied, Wolfgang Rohrmoser, Hans-Peter Breuer und Hannes Hutter hießen uns anschließend ebenfalls willkommen.

Nach kurzer Einweisung in den organisatorischen Ablauf im Schulungsraum der Hütte, wurden die 44 Kursteilnehmer in acht Gruppen eingeteilt. Anschließend gab es noch eine kurze Überprüfung der Ausrüstung und unserer Knotenfertigkeit. Mit einem guten Abendessen endete der erste, nasse Tag der Ausbildung. 

Wetterbesserung kam mit dem zweiten und den darauffolgenden Tagen, die ganz im Zeichen der aktiven und passiven Bergetechniken im hochalpinen Raum standen. Intensive Schulungen auf dem Krimmler Kees im Talschluss des Krimmler Achentals forderten die Kursteilnehmer, die wesentliche Gletscher- und Eiserfahrungen mit folgenden Inhalten sammeln konnten:

 

  • Alpine Gefahren erkennen und reagieren
  • Anseilarten am Gletscher und im kombinierten Gelände
  • Behelfsmäßige Bergungen und Bergeeinsatz bei Spaltensturz
  • Klettern im Firn und Eis und im kombinierten Gelände
  • Sicherungstheorie/-praxis
  • Tourenplanung/-führung
  • Verankerungen

 

Jeder der Ausbildungskurse beinhaltet mindestens einen Tourentag. Wir haben den Dienstag zu diesem auserkoren. Im Zuge dessen konnten unter anderem der Große Geiger (3.360m), die Östliche Simonyspitze (3.448m) und die Dreiherrenspitze (3.499m) von den jeweiligen Gruppen mit den Ausbildern bestiegen werden. Das bisher Erlernte wurde also direkt in der Praxis angewendet. Den Ernstfall - ein Spaltensturz - mussten wir Gott sei Dank nicht in der Praxis lösen, denn alle kamen wohlbehalten nach erfolgreichen Besteigungen wieder auf der Hütte an.

Abschlussprüfung mit drei Stationen

Auch die offizielle Abschlussprüfung am Donnerstag zum Ende des Kurses ist wichtiger Bestandteil, der sich alle Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer stellen müssen. Das viele Üben unter der Woche unter fachkundiger Anleitung der Ausbilder ist daher essenziell. Geprüft wurde an drei Stationen im oberen Spaltenbereich des Krimmler Kees: Selbstständige Bergung aus einer Spalte mittels Prusik- und Münchhausen-Technik, einen Spaltensturz in einer 3er-Seilschaft halten, die richtige Verankerung aufbauen und Bergung des Gestürzten mittels Seilrolle und zu guter Letzt die Selbstseilrolle mit Seilrolle innerhalb einer 2er-Seilschaft, bei dem der Vordermann vorher aktiv in die Spalte abgelassen wird.

Gerhard Pfluger, Ausbildungsleiter der Bergrettung Salzburg war sichtlich mit der Leistung der Teilnehmer zufrieden, denn der Abschluss des Eiskurses kennzeichnet gleichzeitig auch den Abschluss der Bergrettungsausbildung, die aus vier Kursen besteht. Die vielen neuen ausgebildeten Bergretterinnen und Bergretter, also wir, feierten den Erfolg am Abend ausgelassen und gebührend. Besonderes Highlight war die spendierte "Runde" der Landesleitung, über die wir uns sehr gefreut haben.

Und weil die Dinge meistens enden wie sie anfangen, begleitete uns der Regen im Abstieg von der Hütte zu den Transporttaxen. Das störte uns aber nicht mehr, denn es war eine rundum interessante und lehrreiche Woche und frisch gebackene BergretterInnen lassen sich von ein bisschen Regen schließlich nicht beeindrucken.

 

Bericht: Sabrina Wurzer

Bilder: Gerhard Pfluger sowie Ausbilder und Kursteilnehmer 2020

516 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
599 Einsätze
(2020 aktuell)
1427 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)