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Ararat (5137, Osttürkei) und Damavand (5671, Iran)

Im August 2013 bereiste unser Bergrettungskamerad Wolfgang Maschits gemeinsam mit seiner Freundin die Türkei und den Iran mit dem Ziel, den jeweils höchsten Berg zu besteigen.

 

Sein Bericht über ein einmaliges Kulturerlebnis mit der Besteigung zweier einzigartiger Vulkanberge:

 

Istanbul: Metropole zwischen Asien und Europa

 

Von Salzburg ging es direkt nach Istanbul - eine faszinierende Stadt mit einer bewegten Vergangenheit. Mehr als 16 Millionen Menschen leben in dieser pulsierenden Weltstadt zwischen Asien und Europa. Moscheen, Bazare, Wasserpfeife, Minarett, Kulturdenkmäler und natürlich der Bosporus dominieren das Stadtbild. Es sind nur einige der Assoziationen, die man mit dieser Stadt zwischen Orient und Okzident verbindet, in der sich Geschichte und Gegenwart vermischen. Nach drei Tagen Sightseeing und Lärm hatten wir jedoch genug und wollten raus aus der Stadt und Bergluft schnappen.

 

Besteigung des Ararat, Osttürkei

 

So ging es mit dem Flugzeug in die Osttürkei nach Van und von dort gelangten wir nach ca. vier Stunden Busfahrt nach Dogubeyazit, dem Ausgangspunkt für die Besteigung des Ararat. Der Ararat mit seiner weißen Gipfelhaube dominiert hier bereits das Ortsbild und so konnten wir es gar nicht erwarten und begaben uns gleich am nächsten Tag auf den Weg.

 

Abgeholt in der Früh von unserem Führer und seinem Bruder - dieser war gleichzeitig unser Koch für die nächsten Tage - fuhren wir mit dem Jeep zum Berg, bis die Straße nicht mehr fahrbar war. Dort luden wir unsere Ausrüstung samt Verpflegung auf 2 Packpferde und wanderten bergwärts, vorbei an Schafherden und Nomadenzelten bis zum Basislager, dem sogenannten Green Camp auf ca. 3200m. Hier konnten wir erstmals einen schönen Zeltplatz einrichten und unsere Akklimatisation beginnen. Am nächsten Tag stiegen wir bereits zum Hochlager auf 4200m auf und retour, um tags darauf oben zu schlafen.

 

Einsamer Gipfelsieg und schlechtes Wetter

 

Gut akklimatisiert starteten wir bereits um 3 Uhr früh bei sternenklarem Himmel Richtung Gipfel, denn wir wollten hier den Sonnenaufgang erleben. Im Schein der Stirnlampen mussten wir zuerst über Geröllhänge, um danach über Blockgelände und schließlich die letzten 200 hm mit Steigeisen zum höchsten Punkt zu gelangen. Obwohl wir nur einmal kurz Pause machten und zügig vorankamen, wussten wir, dass es keinen Sonnenaufgang geben wird, denn das Wetter verschlechterte sich innerhalb weniger Minuten. Es gab Graupelschauer mit orkanartigem Wind, der uns nur wenige Meter Sicht erlaubte.  Außer uns war niemand unterwegs und so gingen wir beharrlich einer Spur folgend Richtung Gipfel. Nach einigen Gipfelfotos machten wir uns gleich wieder an den Abstieg zum Hochlager, um von dort nach einer kurzen Rast wieder ins Basislager abzusteigen. Am nächsten Tag ging es zurück ins Tal nach Dogubeyazit, denn wir wollten am darauffolgenden Tag nach Teheran reisen.

 

Ungewissheit an Irans Grenze

 

Obwohl die Grenze vom Ararat zum Iran nur 20 km entfernt ist, war es für uns doch ungewiss, was uns dort erwartet. Da aber bisher alles bestens funktionierte, waren wir guter Dinge. Und so fuhren wir mit unserem Führer Richtung Grenze. Vor dem großen Gittertor ließ er uns aussteigen und verabschiedete sich. Nun überkam uns ein etwas mulmiges Gefühl. Die Grenze in rd. 200m Sichtweite entfernt,  mussten wir nun voll bepackt und der islamischen Kleidervorschrift entsprechend – knöchellange Hose, langärmlig und Kopftuch für Frauen - zu Fuß überwinden.

 

Für die weitere Reise hatten wir bereits das Flugticket von Tabris nach Teheran, aber von der Grenze bis zum Flughafen waren es immerhin noch 180km. Daher hatten wir hier eine Abholung mit Fahrt zum Flughafen organisiert. Am Grenzübergang waren wir so ziemlich die einzigen Touristen. In einem separaten Raum mit vielen Fragen konfrontiert, nahm die Kontrolle schließlich fast 2 Stunden. in Anspruch.

 

Alles überstanden und mit unserem Pass wieder in Händen wurden wir dann tatsächlich von unserem Fahrer  samt Begleitung erwartet. So fuhren wir schlussendlich  mit einem viel zu kleinem Auto, beladen mit unseren Taschen und Rucksäcken zwischen Kofferraum und Sitzen nach Tabris. Dort erreichten wir  rechtzeitig unser Flugzeug und waren bereits abends in Teheran.

 

Teherans Sehenswürdigkeiten

 

Hier wurden wir  auch von  uns unserem  iranischen Führer bereits im Hotel erwartet.  Dieser war gleichzeitig Fahrer, Reise- und Bergführer sowie Koch in einer Person. Am nächsten Tag holte er uns zur Stadtbesichtigung ab und wir konnten uns den kulturellen Sehenswürdigkeiten widmen. Prunkvolle Paläste wie der Golestanpalast als einstiger Regierungspalast, erbaut Anfang des 19. Jh., sowie der Schahpalast erstrahlten voller Prunk und Glanz und waren für uns faszinierend, aber auch abschreckend zugleich.

Uns zog es natürlich wieder raus aus der Stadt und so fuhren wir tags darauf zu unserem nächsten Ziel.

 

Auf dem Weg zum Damavand

 

Der Damavand  mit seinen 5671 m befindet sich etwa 70km, nordöstlich von Teheran und südlich des Kaspischen Meeres. Der Damavand ist der höchste Berg des Iran sowie des gesamten Nahen Ostens und neben dem Kilimandscharo einer der höchsten freistehenden Berge der Welt. Der Höhenunterschied vom Fuß des Berges bis zum Gipfel beträgt 4.800 m, und ist dies somit deutlich mehr als beim Mount Everest.

 

Der Anstieg

 

Wir bestiegen den Berg vom Süden und konnten mit dem Jeep bis zum Basislager auf rd. 3000m dem sogenannten Goosfand Sara Camp fahren. Noch gut vom Ararat akklimatisiert, begaben wir uns am nächsten Tag auf den Weg, um das 2.Camp das Bargah Sevom Camp auf 4150m zu erreichen. Von hier waren es noch ca. 1500hm bis zum Gipfel. Wir hatten genug Zeit und entschieden uns daher, eine Nacht auf dieser Höhe zu schlafen. So erkundeten wir am nächsten Tag den Weg und stiegen bis auf 4700m. Nach einer kurzen Nacht und einem kleinen Frühstück starteten wir um 05:00 Uhr zu unserem Gipfel. Ab dem Camp ging es im Licht unserer Stirnlampen und gefolgt von anderen Bergsteigern immer zügig Richtung Gipfel. Da wir uns sehr gut fühlten und der Weg sehr einfach war, hatten wir kein Problem vor allen anderen Bergsteigern zu gehen.

 

Rauch und Schwefel auf dem Gipfel

 

Im Gipfelbereich machte uns wieder ein starker Wind zu schaffen. Auch wenn der letzte Vulkanausbruch des Berges einige Jahrtausende zurückliegt wird es hier deutlich, dass man auf einem Vulkanberg steht. Aus vielen kleinen und einigen  großen Löchern dampfte und rauchte es und der Schwefelgeruch macht das Atmen äußerst unangenehm. Nach mehr als fünf Stunden standen wir dann wiederum verdient als Erste an diesem Tag auf dem Gipfel. Der beißende Geruch und der starke Wind ließen uns jedoch nicht lange verweilen, sodass wir nach kurzem Genuss des Panoramas und ein paar Gipfelfotos zum 2. Camp abstiegen.

 

Zurück nach Salzburg

 

Nach einer nächtlichen Feier, natürlich mit alkoholfreien Bier, ging es hinunter zum Basislager und zurück  nach Teheran. Über Istanbul und München reisten wir schlussendlich zurück nach Salzburg.

 

In beiden Länder wurden wir extrem gastfreundlich empfangen. Im Iran sollte man natürlich die Sitten und Bräuche unbedingt einhalten. Wir fühlten uns relativ sicher und hatten im Iran den Eindruck, dass man hier sehr bemüht ist, den Tourismus wieder anzukurbeln.

 

Bericht & Bilder: Maschits Wolfgang

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