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Abschied vom Friesenberghaus

Unser Bergrettungshundeführer Hubert Fritzenwallner hat heuer die letzte Saison am Friesenberghaus verbracht.

Bergrettungshundeführer Hubert Fritzenwallner

Mit seiner Frau Maria

Wunderbarer Panoramablick über Zillertaler Alpen

Hubsi und Maria mit Gerald im Gespräch

Gedenktafel am Friesenberghaus

Speichersee Schlegeis, Zillertal.

Gerald Lehner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des ÖBRD, war nach der heurigen Bundestagung in Gerlos bei „Hubsi“ am Friesenberghaus und hat uns ein paar Bilder geschickt.

Das Friesenberghaus in den Zillertaler Alpen hat der Bergretter aus Bad Hofgastein schon vor 17 Jahren übernommen.

Gut 700 Höhenmeter geht es zunächst durch Zirbenwald, über sanfte Almwiesen mit kleinen Lacken, in denen sich das Bergpanorama ringsum spiegelt, und durch wasserfallgesäumten Granit-Blockschutt - dann ist das  Friesenberghaus erreicht. Muren- und lawinensicher thront es auf einer kleinen Anhöhe über dem Friesenbergsee.

 

Letzter Tag am Friesenberghaus

Der Hundeführer der Bergrettung Hubert Fritzenwallner aus St. Veit im Pongau war stolz auf „sein Haus“, doch nun heißt es Abschied nehmen:
Am 24. September hat Hubert sich Richtung Tal aufgemacht; es war sein letzter Morgen in diesem so wunderschön gelegenen und komfortablen Haus. Schmuckstück der Hütte ist die noch original erhaltene Zirbenstube. „Damals - bei meiner Übernahme - war die Hütte noch in einem sehr desolaten Zustand“, schildert Hubert. 2003 wurde grundlegend saniert und erweitert.

Das Friesenberghauses wurde 1932 eröffnet und befindet sich in einer Scharte unter dem 3.231 Meter hohen Hohen Riffler. Es steht wie keine andere Hütte für die braune Vergangenheit des Alpenvereins. Jüdische Bergsteiger bauten sie, als ihnen in anderen Tiroler Hütten der Eintritt verwehrt wurde.

 

Jüdische Hütte
Als Hubert die Hütte übernahm, war hier noch Geschirr von der Wehrmacht, mit Hakenkreuzen auf den Tellern und Tassen. Im Tal gilt das Haus als "jüdische Hütte".
Gebaut hatte das Friesenberghaus der Deutsche Alpenverein Berlin (DAVB). Der hatte mit dem großen Dachverband, dem Deutsch-Österreichischen Alpenverein (DÖAV) nichts zu tun, denn der mühte sich redlich, "judenrein" zu werden.


Geschichte Friesenberghaus
Die Entstehung des Friesenberghauses hängt eng zusammen mit der Auseinandersetzung über den Antisemitismus im Deutschen und Österreichischen Alpenverein (DOeAV). Nachdem 1921 die Sektion Austria des DuÖAV einen „Arierparagraphen“ in ihre Satzung aufgenommen hatte, gründeten jüdische und nichtjüdische Mitglieder von Austria aus Protest dagegen die neue Sektion Donauland, die sich trotz andauernder Diffamierungen durch deutschvölkisch organisierte und antisemitische Bergsteiger zur drittgrößten österreichischen Alpenvereinssektion entwickelte. Doch Ende 1924 gelang es der deutschvölkischen Seite, Donauland auf einer außerordentlichen Hauptversammlung aus dem DOeAV mit fadenscheinigen Gründen auszuschließen.

Aus Solidarität und zur Unterstützung von Donauland gründeten 600 Berliner Bergsteiger einen neuen Verein (Deutscher Alpenverein Berlin), der zusammen mit Donauland das Friesenberghaus plante und den Rohbau 1929 unter Dach brachte. Das Haus wurde bereits 1931 bewirtschaftet, feierlich eröffnet wurde es am 3. Juli 1932.

1934 wurde der Berliner Verein von den Nationalsozialisten verboten, 1938 nach dem Anschluss Österreichs auch Donauland. Das Friesenberghaus wurde danach von der Wehrmacht beschlagnahmt. 

Nach 1945 wurde es vollständig geplündert. Die wenigen Holocaust-Überlebenden der Sektion Donauland vermochten nicht, das Haus instand zu setzen und zu unterhalten, so wurde es schließlich 1968 der Sektion Berlin übereignet. 2003 wurde es nach grundlegender Sanierung und Erweiterung zu einer internationalen Begegnungsstätte gegen Intoleranz und Hass. (Quelle Wikipedia)

Friesenberghaus
Die Hütte liegt auf 2.500 Meter Höhe in den Zillertaler Alpen. Talort ist Ginzling. Der Aufstieg erfolgt vom Schlegeisspeicher oder, etwas länger, vom Gasthaus Breitlahner. Die Hütte ist für heuer geschlossen.

www.friesenberghaus.at

 

Bericht: Maria Riedler

Fotos: Gerald Lehner

 

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