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Bergrettung
 

Tipps für die kommende Skitourensaison

Klaus Wagenbichler, LL-Stv.
Winterlandschaft
Großgruppen
Abstände
Wächten
Einzelfahrten
Förderband

Obwohl es nicht möglich ist, in wenigen Zeilen die komplexe Problematik Skitouren und Lawinen abzuhandeln, hat Landesleiter Stv. und Ausbilder der Bergrettung, Klaus Wagenbichler, einige wichtige Punkte zusammengefasst:


Schon den alten Griechen war der Zusammenhang zwischen gesundem Körper und gesundem Geist bewusst.
Umgemünzt auf das Winterbergsteigen bedeutet dies, dass die körperlichen Voraussetzungen (Gesundheit, Kondition oder Technik) großen Einfluss und Auswirkungen auf die Sicherheit haben.


Ein Skitourengeher, der durch die Tour (Länge, Höhenunterschied oder auch Spurarbeit) körperlich überfordert wird, ist unter Umständen auch nicht mehr in der Lage, kritische Faktoren wie Wetter- oder Lawinengefahr zu erkennen und die richtigen Rückschlüsse zu ziehen bzw. entsprechende, sicherheitsrelevante Maßnahmen zu treffen.

  • Eine, an die momentanen körperlichen Fähigkeiten/Möglichkeiten angepasste Tourenauswahl ist daher die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und genussvolle Skitour.
  • Bei der Planung einer neuen Tour werden meist nur die Länge und der zu überwindende Höhenunterschied berücksichtigt. Nicht übersehen werden dürfen jedoch auch der Zeitbedarf für die An- und Rückfahrt, für die Abfahrt und Reservezeit für Unvorhergesehenes. Zu bedenken ist auch, dass die nutzbare Tageszeit im Winter wesentlich kürzer ist als im Sommer!
  • Information über den aktuellen Lawinenlage- und Wetterbericht sind heute Standardmaßnahmen für jeden Winterbergsteiger. Man muss sich jedoch die Mühe machen und auch den Text des Lawinenlageberichtes lesen und die darin enthaltenen Details auf der jeweilige Tour umzusetzen bzw. anzuwenden.
    Die alleinige zur Kenntnisnahme der Gefahrenstufe (1 bis 5) ist zu wenig!
  • Die Erfahrung, dass Probleme mit der Ausrüstung (nicht klebende Klebefelle oder lockere Schrauben) nicht nur ärgerlich sind, sondern unter Umständen auch zum Abbruch einer Tour führen können, haben viele schon gemacht.
    Ein Ausrüstungscheck vor der Saison und vor der Tour macht daher Sinn.
  • Die Standard Notfallausrüstung für Skibergsteiger besteht aus Lawinenverschütteten–Suchgerät (LVS), Lawinensonde und Lawinenschaufel.

Sicherheit kann man sich jedoch nicht kaufen, man muss sie sich erarbeiten!

Regelmäßiges Üben mit dem LVS- Gerät ist eine der Voraussetzung um eine Überlebenschance bei einer Lawinenverschüttung zu haben.

  • Die Notfallausrüstung wird ergänzt durch Orientierungsmittel, Biwaksack, Erste Hilfe Paket und Handy.
  • Die Gruppengröße ist ein entscheidender Faktor in der Planung und Durchführung einer Tour. Kleine Gruppen sind überschaubarer und leichter zu führen, ermöglichen gegenseitige Hilfe und verringern die Gefahr der Lawinenauslösung (durch  Überbelastung der Schneedecke). Die ideale Gruppengröße liegt im Bereich von 6 bis 10 Teilnehmern. Solo-Skitouren stellen ebenso wie eine zu große Teilnehmeranzahl ein Gefahrenmoment dar.
  • Im Aufstieg sind ab einer Neigung von 30° Entlastungsabstände von 10 Meter von Teilnehmer zu Teilnehmer einzuhalten. Bei der Abfahrt sollte der Abstand grundsätzlich 30 Meter betragen, wird das Gelände steiler als 35° soll es nur mehr einzeln befahren werden.

In Ihrem eigenen Interesse 

  • Informieren Sie Bekannte und/oder Freunde über Ihr geplantes Tourenziel und über die vorgesehene Rückkehrzeit sowie bei Bedarf über eingetretene Abänderungen.
  • Im Falle des Falles (Verletzung, Lawinenunfall) alarmieren Sie so rasch wie möglich über die österreichische Alpinnotrufnummer 140.         Notrufnummer einspeichern!
  • Ohne Netz ist kein Notruf möglich – Standort wechseln – erneut versuchen!

 


Helfen Sie uns Ihnen helfen

  • Klare Angaben zum Unfallgeschehen
     Wer meldet?
     Was ist wann passiert?
     Wie viele Betroffene, wie sind die Wetter- und Sichtbedingungen, gibt es eine Landemöglichkeit für den Hubschrauber?
     Wo ist der Unfallort?
    Vor allem ungenaue, falsche Angaben über den Unfallort führen immer wieder zu unnötig langen Einsätzen und zum Nachteil für den Verunfallten.
    Genaue Ortsangaben entnehmen Sie aus Karten oder dem GPS.
  • Mit dem Fördererbeitrag unterstützen Sie die Bergrettung und sind gleichzeitig für ein Jahr für Bergekosten versichert. Information über den Fördererbeitrag erhalten Sie bei jeder Bergrettungsortstelle.

 

Eine unfallfreie Wintersaison
wünscht Ihnen die
Salzburger Bergrettung