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Bergrettung
 
 

Wintersport: Risiko fährt immer mit

Pongauer Nachrichten, 8. Jänner 2009 (Maria Riedler): Das neue Jahr und die vorangegangenen Ferientage haben für die Mitglieder der Bergrettung im Pongau wieder unzählige, teilweise extreme Einsätze gebracht.

„Leider sind bereits in diesen wenigen Tagen schwer und tödlich verunglückte Ski- und Tourengänger im Pongau und im Land Salzburg zu beklagen“, so der ehemalige Bezirksleiter der Pongauer Bergrettung, Josef Hettegger. Viele Unfälle sind jedoch vermeidbar und Hettegger möchte diese tragischen Ereignisse als Anlass für einen Appell an die Vernunft der Skifahrer, Tourengeher oder Freerider nützen: „Die meisten Unfälle passieren durch Selbstüberschätzung, mangelnder Umsicht und Leichtsinn“.

Richtig vorbereitet starten!
Er empfiehlt etwa mehr Zeit für die Vorbereitung von Skitouren, wie das Einholen von Informationen über das Wetter, die Lawinengefahr und die regionalen Gegebenheiten. Josef Hettegger bittet, die vorhandenen Skitourentipps in diverser Literatur zu checken und Bekannte zu fragen, die die Route bereits kennen „Schauen sie sich alles genau auf der Karte an, dort können Sie auch die Steilheit des Geländes herauslesen. Achten sie bei der Routenwahl auf Ihre physische Verfassung, brechen sie rechtzeitig auf und bitte unternehmen sie eine Tour nur bei günstigen Wetterbedingungen und wenn keine Lawinengefahr besteht“.
Der Salzburger Lawinenwarndienst gibt hierzu entsprechende Informationen. Der Bezirksleiter der Pongauer Bergrettung legt aber natürlich auch eine gute Ausrüstung für Tourengeher, Snowboarder und Skifahrer abseits der Pisten nahe: „Packen Sie ein Lawinenverschüttungssuchgerät (LVS), eine Lawinensonde und eine Schaufel ein. Besuchen Sie dafür auch Skitourenseminaren der alpinen Vereine, der Bergsteigerschulen oder der Bergrettung!“
Aber auch auf unseren Pisten hat die Verkehrsdichte in den letzten Jahren ganz klar zugenommen. In der vergangenen Saison verletzten sich tausende Skifahrer auf unseren Pisten sehr schwer und viele tödlich, die meisten davon erlagen schweren Kopfverletzungen.

Helm cooler als Mütze
Hettegger möchte allen Wintersportlern dringend das Tragen eines Helms empfehlen.
Rund 80 Prozent aller Unfälle auf der Skipiste sind nach Erhebungen des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit Stürze, die "aus Übermut sowie Wahrnehmungs- und Fahrfehlern resultieren". Die meisten schweren Unfälle werden von Männern verursacht, auch an Kollisionen sind sie häufiger beteiligt als Frauen. "Es gibt immer wieder einzelne Skifahrer, die sich überschätzen", sagt der Bergretter Josef Hettegger.
Ob Carvingski, Snowboards oder Tourenskier, für viele sind es exakt die Bretter, die ihnen die Welt bedeuten. An alpine Gefahren mag dabei keiner gerne denken. Trotzdem wagen viele Wintersportler mit keiner bzw. wenig hochalpinen Erfahrung die Routen ins unverspurte Gelände für Varianten- und Tiefschneefahrten. „Wir hatten bereits in diesem neuen Jahr viele Sucheinsätze nach Skifahrern, die in einen Graben gefahren sind oder sich im Gelände abseits der Pisten verirrt haben.“ Josef Hettegger bittet hier auch die Vermieter und Quartiergeben um verstärkte Information an die Gäste, diese leichtsinnigen Abfahrten ins unbekannte Gelände zu meiden. Und er legt allen Wintersportlern das Mitnehmen eines aufgeladenen Handys nahe.

Hohe Kosten vermeiden durch Förderer
Doch oft sind Unfälle auch durch verantwortungsvollstes Handeln, höchste Vorsicht und beste Planung leider nicht vermeidbar. „Wir sehen oft, dass Sportunfälle hohe Kosten für die Verunfallten verursachen“, so Hettegger. Vor allem wenn eine Hubschrauberbergung nötig wird, kann es oft sehr schnell teuer für die Verunglückten werden, denn Sportunfälle werden nicht von der Krankenkasse bezahlt. Hier empfiehlt Hettegger eine Mitgliedschaft bei alpinen Vereinen oder einen jährlichen Fördererbeitrag bei der Bergrettung von 24 Euro pro Jahr. Damit übernimmt die Versicherung der Bergrettung im Fall des Falles alle Einsatzkosten. Im In- und im Ausland, auch für Familienmitglieder bzw. Lebensgefährten im gemeinsamen Haushalt. Eingeschlossen sind Kinder bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.