Facebook Logo Youtube Logo
Bergrettungslogo

Bergrettung
 

Höhe x Bergsteigen: Die taktischen Grundregeln des Höhenbergsteigens (Taschenbuch)

Mit diesem Buch, erschienen im Verlag des DAV Summit Club, ist Thomas Lämmle ein leicht verständliches und umfassendes Werk zum Thema Höhenbergsteigen gelungen. Von der Vorbereitung, hin zur Planung, der Taktik am Berg, bis zur richtigen Verhaltensweise während des Aufstiegs, werden hier alle Aspekte zum Thema umfassend besprochen.

Kernstück dieses Buches sind die ausführliche beschriebenen "Zehn Grundregeln des Höhenbergsteigens".
Daneben finden wir aber auch viele wertvolle praktische Tipps die bis dato in kaum einem „Exped-Buch“ zu lesen waren.
Dieses Buch ist eine Pflichtlektüre für alle, die mit dem Gedanken spielen eine Tour in extreme Höhen durchzuführen.

Thomas Lämmle — Höhe x Bergsteigen: Die taktischen Grundregeln des Höhenbergsteigens

Die 10 goldenen Regeln des Höhenbergsteigens

Die folgenden "10 goldenen Regeln des Höhenbergsteigens" sind eine Zusammenfassung der Artikelserie Tipps und Tricks für Trekker und Höhenbergsteiger, die in der Alpenvereinszeitschrift 1/00 und 2/00 veröffentlicht wurde.
Einige der Regeln sollten auch beim Bergsteigen und Bergwandern in den Alpen (Hochtouren!) berücksichtigt werden.

Die Regeln lauten:
1. Not too fast, too high!
2. Go high, sleep down!
3. Watch your heart rate and take your time!
4. Do or die!
5. Keep an eye on your partner!
6. Start out healthy!
7. Dont't stop drinking!
8. Sleep well!
9. Don't stay too high, too long!
10. Plan your trip!

1. Not too fast, too high!
Das Risiko zu erkranken nimmt mit wachsender Aufstiegsgeschwindigkeit zu (langsameres Aufsteigen minimiert das Erkrankungsrisiko).

2. Go high, sleep down!
Die Schlafhöhe sollte beim Höhenbergsteigen um nicht mehr als 400 bis 600 m pro Tag gesteigert werden. Sie sollte immer tiefer als die maximal erreichte Tageshöhe liegen (nach dem Erreichen eines Lagers dieses nicht sofort beziehen, sondern langsam und ohne Gepäck nochmals 100 bis 200 Hm aufsteigen und dann zum Lager zurückkehren).

3. Watch your heart rate and take your time!
Die Dauer bis zur Akklimatisation auf einer neu erreichten Höhenstufe wird mit etwa 6 bis 7 Tagen angenommen. Die Rückkehr des Pulsschlags zur Ruheherzfrequenz auf die Werte aus Tallagen (nur bis ca. 5500 m Seehöhe möglich) kennzeichnet den Abschluss der Akklimatisation.

Weitere Merkmale:
• Vertiefte Atmung in Ruhe und unter Belastung
• Vermehrtes, vor allem nächtliches Urinieren
• Allgemeines Wohlbefinden (guter Schlaf, Appetit, keine Müdigkeit oder Abgeschlagenheit am Tag)
Während der Akklimatisation sollte jegliche Überanstrengung vermieden werden. Maximale Herzfrequenz in dieser Phase: (220 - Lebensalter) * 0,7

4. Do or die!
Bei ersten Anzeichen einer schweren Höhenkrankheit sofort in tiefere Lagen absteigen (= bestmögliche Therapie). Je schneller man nach unten kommt, desto höher ist die Chance, dass sich die Krankheitssymptome wieder zurückbilden.

5. Keep an eye on your partner!
• Wirkt jemand ungewohnt still und teilnahmslos?
• Beobachtet man einen ungewohnten Leistungsabfall?
• Fällt auf, dass jemand nach der Tour sofort das Zelt aufsucht und nicht zum Essen erscheint?
• Beobachtet man eine plötzliche Trittunsicherheit?
Bemerkt man bei seinem Partner eines obiger Anzeichen, so steht es wahrscheinlich nicht gut um seine Gesundheit.
"It's okay to get AMS (akute mountain sickness), but it's not okay to die from it!"

6. Start out healthy!
Das Schwierigste am Anfang einer Expedition ist, gesund das Basislager zu erreichen.

7. Dont't stop drinking!
Beim Höhenbergsteigen muss von einem Flüssigkeitsverlust von ca. 3,5 l/24 h ausgegangen werden.
Um diesen Flüssigkeitsverlust auszugleichen müssen folgende Aktivitäten durchgeführt werden:
• Im Basislager pro Tag mindestens 2-3 l Flüssigkeit trinken und 2500-3000 kcal Nahrungsmittel zu sich nehmen.
• In Hochlagern pro Tag mind. 3 l Flüssigkeit trinken, da im Allgemeinen weniger Nahrungsmittel zur Verfügung stehen.
Urinkontrolle: Täglich mind. 1 Liter, in Extremsituationen auch kurzfristig 0,5 l pro Tag sollten es schon sein.

8. Sleep well!
Bei gutem Schlaf regeneriert sich der Körper besser und man fühlt sich weniger erschöpft.

9. Don't stay too high, too long!
Längerer Aufenthalt in großen Höhen ist stets mit einem körperlichem Verfall verbunden. Der Körper baut trotz Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr allmählich ab - die Gefahr Erfrierungen zu bekommen steigt.

10. Plan your trip!
Neben genauer Routenführung und Akklimatisierungsplan sollte man sich auch Gedanken über die folgenden Dinge machen:
• Welche Währung (Geld) hat das jeweilige Land? Wechselkurs?
• Wie lange wird die Expedition dauern?
• Wie gelange ich ins Zielgebiet (Flugzeug, Hubschrauber, Auto, Fußmarsch)?
• Wie viel Nahrungsmittel (Kalorien, Vitamintabletten) brauche ich für die gesamte Aufenthaltsdauer?
• Wie viel Brennstoff (Gas, Benzin) wird benötigt?
• Vollständige Bergsteigerausrüstung (Hochtourenbekleidung, Daunenjacke ... , Wäsche zum Wechseln) vorhanden?
• Welche Medikamente kommen zusätzlich ins Erste-Hilfe-Set?



Zusammengestellt samt Bildmaterial: Sepp Schiefer



Handbuch der Trekking- und Expeditionsmedizin

Höhenkrankheit: Lebensgefährlich, aber vermeidbar!

Jeder Alpinist weiß um die Akklimatisationsproblematik. Zu rasch in zu große Höhen aufzusteigen, kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Immer wieder beweisen tödliche Bergunfälle, dass die Kenntnisse vieler Alpinisten mangelhaft sind bzw. ignoriert werden. Um die Gesetzmäßigkeiten herauszufinden, nach denen die Natur uns Bergsteiger in diese Sphären einzudringen erlaubt, in denen wir biologisch ja eigentlich nichts verloren haben - davon handelt dieses Buch.

"Handbuch der Trekking- und Expeditionsmedizin" - Aktualisierte Neuauflage eines Klassikers. Dass vier Jahre nach dem Erscheinen der letzten Auflage (2004) diese vollständig überarbeitete Neufassung erscheint, liegt nicht nur an der enormen Nachfrage, sondern auch daran, dass sich das Wissen um die Höhe in den letzten Jahren stark verdichtet hat. Auch wenn es noch viele Fragezeichen gibt. Die nun neu aufgelegte siebte Fassung der Richtlinien der Österreichischen Gesellschaft für Alpin/Höhenmedizin ist auch für medizinische Laien sehr verständlich geschrieben und gestaltet. So sollte dieses wertvolle „Handbuch“ meiner Ansicht nach zwischen all den Führern unserer kleinen Bergsteigerbibliotheken als Standartwerk zu finden sein.

Dr. Franz Berghold und Dr. Wolfgang Schaffert
HANDBUCH DER TREKKING- UND EXPEDITIONSMEDIZIN
- Praxis der Höhenanpassung - Therapie der Höhenkrankeit -
München / Summit Club, (2009) - 7. Aufl. -. 136 Seiten,
ISBN 978-3-00-025756-8

Link: Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin...

Text und Bilder: Sepp Schiefer

TREKKING- UND EXPEDITION: Impressionen von Sepp Schiefer