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Skiing by Boat in den Lyngen Alps/Nordnorwegen (@Bericht und Bilder Josef Schiefer)

Viele schwören auf Berge, andere brauchen nichts außer Meer, und die Nimmersatten können nicht mehr ohne beides. Die Lösung- Skiing by Boat! Mit dem Boot unterwegs auf Tour in Nordnorwegen ist um diese Zeit eine Reise in eine wildromantische Winterlandschaft.
Die Lyngen- Halbinsel liegt östlich von Tromsö, 300 bis 400 km über dem Polarkreis. Ihre beeindruckenden Berge und Gletscher erinnern sehr an unsere Alpen. Bizarre Gipfel erheben sich bis 1800m in einer fantastischen Fjordlandschaft. Unzählige Meeresarme, Inseln und weitere Bergketten sorgen für ein aufregendes Panorama. Wir starten unsere Touren direkt an der Küste und beenden diese mit einem letzten beherzten Schwung unmittelbar am Meer. Mit unserer behaglich flexiblen Behausung schippern wir von Fjord zu Fjord, genießen die arktisch wirkende Stimmung der tief stehenden Sonne, die verschneiten Berge und das dunkelblaue Licht der langen Dämmerung.

„Paris des Nordens“ oder „Tor zum Eismeer“

Tromsö, unser Ausgangspunkt, ist geprägt von buntem Treiben und offenen Menschen. Kunst und Kultur treffen hier in ganz eigenwilliger „Art“ auf Geschichte und Tradition. Forscher, Expeditionsreisende und Walfänger haben die Stadt geprägt. Heute tragen das Norwegische Polarinstitut und die Universität dazu bei, daß Tromsö als das „Paris des Nordens“ gilt.

 

Schaukelnde Berghütte- null Meter über dem Meer

Schitouren in Norwegen sind vor allem dann reizvoll und ein besonderes Erlebnis, wenn man mit dem Boot unterwegs ist. Unsere Touren beginnen direkt an der Küste. Sie führen uns in verschiedenen Gebieten der Insel zu wunderschönen Zielen mit immer wieder neuen Ausblicken und Perspektiven auf tiefblaue Fjorde. Während wir höher und höher steigen, wird die „Polar Girl“, unsere schaukelnde Berghütte null Meter über dem Meer, kleiner und kleiner.

 

 

Tourenziele

Unsere Tourenziele wählen wir kurzfristig je nach Wetter und Schneesituation. Das Wetter ist ähnlich wie bei uns in den Alpen. Die Temperaturen Mitte März liegen bei minus 5 Grad (heuer minus 10 bis minus 17Grad) sind trotz der sehr nördlichen Lage - 300 bis 400 km über dem Polarkreis - durch den Einfluss des Golfstroms relativ mild und mit unseren Februar-Temperaturen in den Voralpen zu vergleichen. Wir übersetzen mit einem kleinen Beiboot. Unsere beiden Wikinger, Joon der Maschinist und Sören, unser Koch bringen uns sicher und vor allem trocken an Land.

 

 

"Hei, hvordan gar det"

Weg ist er, der Fjord. Gerade eben war er noch da. Schiefertafelgrau in Panoramagröße, da links von der Aufstiegsspur, in unwirkliches Pastell getaucht. Alle paar Minuten ändern sich Szenerie, Beleuchtung, Wolkenformation. Am Gipfel grüßt der Nachbarfjord sagt "Hei, hvordan gar det", soll heißen „Hallo, wie geht- runter da“ und bald darauf der Nachbar vom Nachbarfjord- unsere schaukelnde Berghütte macht‘s möglich und bietet maximale Flexibilität.

 

 

Landscape

Selten habe ich eine so fotogene Landschaft erlebt wie hier in den Lyngen Alpen, ganz dicht am Nordkapp. Der Kontrast zwischen Meer und Berg, dazu der gute Schnee und die tollen Hänge sind überwältigend. Alle paar Schritte neue Ausblicke, der Nachbarfjord und wieder der Nachbar vom Nachbarfjord. Im nächsten Moment sind sie alle weg und weite Gletscher tauchen auf. In dieser großartigen Szenerie unternehmen wir in verschiedenen Gebieten leichte bis mittelschwere Skitouren.

 

Lyngenfjord

Heute starten wir in Lyngen. Die kleine feine Ortschaft liegt auf der zerklüfteten gleichnamigen Halbinsel Lyngen, auf der mit dem Jiekkevárri (1833 m) auch der höchste Berg der Lyngen Alps liegt. Auch hier berauschend der Kontrast zwischen Meer und Berg. Nicht umsonst gelten die Lyngenalpen umgeben vom Ullsfjord im Westen und dem Lyngenfjord im Osten als das schönste Gebirge Skandinaviens.

 

Hot pot

Mit einem letzten beherzten Schwung unmittelbar am Meer beenden wir diesen Traumtag. Täglich genießen wir während unserer Schiff in den nächsten Fjord shipert, im „Hot Pot“ die arktisch wirkende Stimmung der tief stehenden Sonne. (und natürlich auch das norwegische „öll“)

 

 

„Polar Girl“ als Logenplatz für die Polarlicht-Show

Sehen wir auch das Polarlicht? Wann? Wo? Diese Fragen stehen meist zu beginn der Fjord Reise an. Die antworten: Meist zwischen dem Abendessen und Mitternacht, wenn der Himmel klar ist und wir ein bisschen Glück haben" Aber „Nix is Fix“!
Und tatsächlich hatten wir am Donnerstag das Glück von einer mystisch reizvollen Polarlichtshow begleitet zu werden. Wir sitzen beim Abendessen als Joon plötzlich ganz aufgeregt in den Speiseraum stürzt und lauthals verkündet- Northern Light- Northern Light!.... Wir holen unsere Kameras aus den Kajüten und versuchen diese wunderbare Stimmung einzufangen. Hinter einem leichten Wolkenschleier ist klar ein sich bewegendes Lichtband am Himmel zu erkennen.
Erst auf den Kameradisplays aber, nach 10 bis 20 Sekunden Belichtungszeit, kommt das Polarlicht so leuchtend grün zur Geltung wie auf den Postkarten in Tromsö. Auch hätten wir natürlich ein Stativ für diese Langzeitaufnahmen benötigt.

Felix Müller aus Untervaz/ Schweiz, ein Teilnehmer unserer Tourengruppe hat diese Aufnahmen gemacht.


Unser Skipper erzählt uns in diesem Zusammenhang- Japaner seien eine besonders wichtige Zielgruppe geworden, schreiben sie doch dem Polarlicht mythische Kräfte zu und glauben fest an seine Wirkung bei der Fruchtbarkeit junger Paare mit Kinderwunsch. Und so konnten wir wirklich am Flughafen viele, sich in den Armen liegende japanische Paare entdecken;-) Die Besucherzahl im Winter hat in den letzten Jahren stark zugenommen, die Tourist-Information in Tromsö hat ihr Personal von einem auf drei Mitarbeiter aufgestockt und die Öffnungszeiten um drei Stunden täglich verlängert. Willkommen ist der Zustrom vor allem, weil Wintertouristen viel mehr Geld ausgeben als Sommerbesucher, die meistens per Schiff reisen und an Land oft nur ein paar Postkarten kaufen...erzählt Joon!

 

 

Nor Way - "Weg nach Norden"

Hier in den „Alps“ nahe der Grenze zur Finnmark ist Norwegen fast zu Ende. Bis zum Nordkap sind es 120 Seemeilen, bis Spitzbergen 500 und Island liegt 1000 Seemeilen westwärts. Manche schwören auf Berge, andere brauchen nichts außer Meer, und die Nimmersatten können nicht mehr ohne beides. Die Lösung- Skiing by Boat!

Auf Wiedersehen ihr Alps!

 

Weitere Infos und Organisation Reise bzw. hier:

Laserer-Alpin

 

Text- und Fotocredit by Josef Schiefer