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Bergrettung
 

Gipfelversuch abgebrochen!

Ein letztes Mal durch
den Khumbu Icefall
Sturm im Gipfelbereich
Zurück im Basislager

24. Mai 2017, 14 Uhr. Markus schreibt:

"In den letzten Tagen sind wir, wie geplant, Lager für Lager Richtung Gipfel aufgebrochen. Schon in der Nacht auf Dienstag haben wir im Lager 2 den starken Wind im Gipfelbereich mitbekommen. Eine Geräuschkulisse wie neben einem wilden Gebirgsbach ließ uns die ganze Nacht schon erahnen, was sich dort oben abspielte. Bei Tagesanbruch sahen wir dann auch schon die hunderte Meter langen Windfahnen im Gipfelbereich.

Nachdem die ersten Sonnenstrahlen unser Zelt erreichten, wurde es im Inneren rasch wärmer, wir machten uns fertig für den weiteren Aufstieg ins Lager 3. Schon kurz hinter dem Lager 2 die ersten Windstöße, je weiter wir aufstiegen umso mehr wurde auch der Wind, die Sonne ließ uns den Wind zwar besser ertragen, wirklich angenehm war der Aufstieg durch die Lothseflanke allerdings nicht. Kurz nach Mittag konnte ich unser Zelt im Lager 3 erreichen, alles war trotz des Wind und des Niederschlag der letzten Tage in Ordnung. Einzig der Untergrund hatte etwas gelitten und musste etwas "begradigt" werden....

 

Hannes kam erst einige Stunden später im Lager 3 an. So ganz hatte es sich mit der Lothseflanke noch immer nicht angefreundet und plagte sich die steilen Meter hinauf.

Der Wind wurde trotz besserer Prognose in den Nachmittagsstunden und auch in der Nacht nicht wirklich weniger....auch unser Wetterfenster ist nach hinten "gerutscht"...was also machen....die Wetter- und vor allem die Windverhältnisse in der Gipfelregion sind für die nächsten Tage eher bescheiden. Ein richtig guter und vor allem windstiller Gipfeltag ist nicht wirklich in Sicht, auch das Wetterfenster ist nicht das, was wir brauchen. Wir sind ja ohne Flaschensauerstoff und ohne jeglicher Träger-Unterstützung unterwegs.

 

Zur Erklärung - was es mit dem Flaschensauerstoff auf sich hat und warum wir diesbezüglich speziellere Wettervoraussetzungen benötigen:

Der Flaschensauerstoff wirkt in der Höhe sehr stark leistungssteigernd, auch der Temperaturhaushalt ist für den Körper leichter aufrecht zu erhalten.....alles in allem ist es eindeutig Doping, wenn man so will....jeder muss selbst entscheiden, ob er mit dieser Unterstützung auf den höchsten Gipfeln der Welt unterwegs sein will....wir haben uns
dagegen ausgesprochen, ganz einfach, weil dies die fairste Form ist sich dem Gipfel zu nähern. Keine Hochträger, kein Flaschensauerstoff, keine medikamentöse Unterstützung....einfach "by fair means"!

 

ABER

… dies bedarf hinsichtlich Wetter ganz besondere Verhältnisse und natürlich auch das notwendige Glück.....leider war dies heuer nicht auf unserer Seite. Schon die ganze Frühjahrssaison war das Wetter hier sehr instabil. Einige Tage war es möglich den Everest zu besteigen, viele Tage war dies nur mit viel Wind möglich....nur ganz wenigen gelang eine erfolgreiche Besteigung ohne Flaschensauerstoff.

 

Wir versuchten uns optimal an die Höhe, mit unseren Akklimatisationstouren, anzupassen und dann den richtigen Tag X anzupeilen. Viele Möglichkeiten hatten wir nicht, schlussendlich hatte uns der Everest (dieses Mal) nicht gewährt. Buchstäblich fegte uns der Wind unsere Nerven genauso blank wie er es mit der Lothseflanke gemacht hat.

 

Ob wir noch ein paar Tage zuwarten hätten sollen, ob wir es früher versuchen hätten sollen.....diese Fragen werden wir einfach offen lassen...

Wir haben uns also heute in der Früh für einen gemeinsamen Abstieg und Abbruch entschieden. Alle Lager und unsere gesamte Ausrüstung haben wir in einem Zug geräumt und ins Basislager gebracht. Wir brauchen also kein weiteres Mal hinauf...

Schlussendlich sind wir nun froh hier zu sein, gesund, keinerlei Plessuren oder Erkrankungen, keine Erfrierungen....im Angesicht der möglichen Gefahren haben wir viel Glück gehabt.

 

Das es uns nicht geglückt ist den Gipfel "by fair means" erreicht zu haben....ein weinendes Auge bleibt sicher, jahrelanges Vorbereiten, finanziellen Auslagen, viel Zeit und auch Entbehrungen...aber schlussendlich zählt, dass wir gesund nach Hause kommen!

Die nächsten Tage werden wir nun hier unser zu Hause der letzten Wochen (Basislager) räumen und die mehrtägige Heimreise antreten.

Es bleibt mir nun noch ein großes DANKE zu sagen, an euch treuen Leser, unsere Sponsoren aber auch an unsere Familien, die ihr uns unsere Träume verwirklichen lässt!

Viele Wochen sind wir nun schon unterwegs und freuen uns auf Zuhause."

 

Liebe Grüsse aus dem Everest Basislager

Markus & Hannes

 

Link HP Markus 

 

 

Abbruch der Expedition!

24. Mai 2017. 12 Uhr: Vier Mal waren sie auf über 7000 Meter und haben all ihr Gepäck, ihre Verpflegung und ihre Ausrüstung selbst raufgeschleppt. Obwohl Markus in Topform ist und auch die Höhe (ohne Sauerstoff) ausgezeichnet verträgt, müssen er und Hannes die Everestbesteigung abbrechen: der Wetterbericht ist schlecht, ihr Zeitfenster ist abgelaufen und der Khumbu Eisfall wird am 29. Mai geschlossen.

Der Bericht von Markus folgt in Kürze!

 

 

Vom geduldigen Warten auf´s Wetterfenster, der richtigen Taktik und vielen Gedanken!

Den Gipfel im Blick
Gipfelteam
45er von Hannes

21. Mai 2017. Markus schreibt:

"Die Tage seit Montag hier im Basislager haben wir sehr gut genutzt, alle Energiespeicher und Akkus sind nun voll aufgeladen! Immer wieder haben wir mit Karl Gabl telefoniert, eine Wetter-Prognose ist in diesem Jahr sehr, sehr schwierig, kaum ein richtig gutes Wetterfenster mit wenig Wind ist auszumachen. Nach einigem hin und her, Gedankenwälzen und Abwägen der Möglichkeiten haben wir uns nun entschlossen, morgen in der Früh gemeinsam hier aus dem Basislager aufzubrechen. Morgen Montag wollen wir dann bis Lager 2 auf 6500 Meter aufsteigen, dort nächtigen und am Dienstag das Lager 3 erreichen. Eine Nacht dort um dann am Mittwoch weiter zum im Südsattel auf knapp 8000 Meter gelegenen Lager 4 zu kommen. Dort werden wir ein letztes Zelt aufstellen und in diesem gut geschützt die Stunden bis zum Aufbruch in der Nacht in Richtung Gipfel verbringen.

 

Der von mir immer geplante Aufstieg aus möglichst weit unten ist angesichts debescheidenen Wettersituation in unrealistische Ferne gerückt. Auch die Tatsache, dass wir nur zu zweit sind, hat das seinige dazu beigetragen meine Pläne zu ändern!

Wir werden also nun gemeinsam in den Hochlagern unterwegs sein. Die Tagesetappen wird jeder in seinem Tempo und nach seinen Möglichkeiten absolvieren....

 

In der Nacht auf den 25. Mai wollen wir dann - wie schon angedeutet - aus Lager 4 (in knapp 8000 Meter gelegen) die letzten 850 Höhenmeter bis zum Gipfel angehen. Wir hoffen nun auf das so schwierig zu prognostizierende Wetterfenster mit wenig Wind. Ohne dieses werden wir keine Chance auf den Gipfel haben....wir sind guter Dinge und hoffen, dass das Glück auf
unserer Seite ist!

 

Drückt uns die Daumen....

Am LiveTracker könnt ihr uns dann wieder mitverfolgen."

 

Markus & Hannes

 

 

Warten auf "das Wetterfenster"

Gipfel des Lothse
im Höhensturm
Verbunden mit der
virtuellen Welt
Trotz strahlend blauem
Himmel kein Gipfelwetter
Windfahnen am Nuptse
als untrügerischen Zeichen
für den Jetstream

 

18. Mai 2017. Markus Amon schreibt:
"Wir sind nun schon seit Montag hier im Basislager, lassen uns verwöhnen und bereiten uns nun schön langsam auf den finalen Aufstieg Richtung Gipfel vor. Seit einigen Tagen ist nun auch die Route bis zum Gipfel versichert und zahlreiche Gipfelaspiranten konnten unter maximaler Unterstützung (mit Hochträger, Guides und Flaschensauerstoff) den Gipfel erreichen.

 

Dennoch warten wir hier im Basislager? ... das fragen sich sicher viele von Euch...

 

Wir sind nun ständig in Kontakt mit Karl GABL, welcher uns mit viel Geduld und ich würde fast sagen Hingebung täglich mit den Wetterinfos versorgt. Laut eigener Aussage ist es in diesem Jahr sehr, sehr schwierig eine genaue Prognose abzugeben und einige seiner "neuen" grauen Haare wären seither dazugekommen.

 

Denn in diesem Jahr liegt noch immer über uns ein Jetstream....der sollte eigentlich zu dieser Zeit nicht mehr da sein......Erklärung dazu: das ist ein Höhenwind/strömung, welcher eben im Gipfelbereich zu sehr hohen Windgeschwindigkeiten führt. Gepaart mit den dort vorherrschenden niedrigen Temperaturen eine nicht gerade gute Mischung für eine Gipfelbesteigung...

 

Zur Zeit sieht es so aus, dass wir, nicht ganz alleine, denn auch einige andere Gipfelaspiranten haben diesen Tag angepeilt, rund um den 25. Mai den Gipfeltag ansetzten werden. Ganz genau haben wir uns noch nicht festgelegt, werden aber mit den Wetterupdates immer genauer den Tag X als Gipfeltag festlegen können.....

 

Bis dahin heißt es geduldig warten.....die Zeit bis dahin werden wir hier im Basislager verbringen und nutzen, uns gut erholen um dann alle Kraft und Ausdauer bereit zu haben für unseren Chance bzw. unserem Gipfelaufstieg!

Drückt uns bitte weiterhin die Daumen für "das Wetterfenster" ...gemeinsam sollten wir es schaffen..."

 

Danke und LG aus dem Basislager

 

Markus und Hannes

 

Livetrack Link von Markus

 

Homepage Markus Amon

 

 

 

 

 

Impressionen vom Donnerstag - 18.5.2017

Akklimatisierungsrunde bis Lager 3 abgeschlossen

Tal des Schweigens
Im Basecamp Schneefall
wir über den Wolken
Bergsteiger Tausendfüßler
Khumbu Eisfall Wächter
Lager 3 auf 7400 Metern
Gipfelbereich im Sturm

 

15. Mai 2017. Markus berichtet:
"Wie geplant sind wir am Samstag in der Früh wieder hier im Basislager losgezogen. Erstmals waren unsere Rucksäcke nicht allzu schwer. Jeder hatte das letzt Notwendige mit dabei, somit sollten wir nun all unsere Ausrüstung in den Hochlagern bereit haben...

 

Der Weg durch den Khumbu Eisfall war uns ja schon von den ersten beiden Akklimatisationsrunden wohlbekannt, und dennoch hat sich in den wenigen Tagen seit unserem ersten Durchstieg wieder vieles verändert.

Die Icefall-Doctors haben wieder einiges an Arbeit hingelegt um durch das Spaltengewirr für uns alle eine gangbare Route zu legen.

 

Vorbei an den zahlreichen Zelten in Lager 1 gings weiter durch das Tal des Schweigens bis ins Lager 2 auf 6500 Meter. Hannes war einige Stunden hinter mir und hatte auch vor hier zu nächtigen. Ich selbst wollte sozusagen als letzten Test direkt vom Basislager auf 5300 Meter bis ins Lager 3 auf ca. 7400 Meter. Ein kurzer Zwischenstopp zum "Auftanken" in Lager 2 und dann stand die eigentliche "Härteprobe" an diesem Samstag auf dem Programm. Die Lothseflanke hatte es in der Mittagssonne in sich. Kein Lüftchen, keine Wolken nur gleißendes Sonnenlicht hier in über 7000 Meter. Unerbärmlich brütete die Sonne in die riesige Wand. Erst kurz vor dem Lager hatte sie etwas erbarmen und versteckte sich hinter ein

paar Wolken. Nach 7,5 Stunden hatte ich die lange Etappe mit über 2000 Höhenmeter in dieser Höhenlage hinter mich gebracht und war froh den Lagerplatz erreicht zu haben.

 

Im Zelt selbst war es kaum auszuhalten, geschätzte 40°Plus und kein Lüftchen, davor war das gleißende Sonnenlicht...irgendwie baute ich mir mittels Schlafsack einen Schattenplatz und dann war es temperaturmäßig auch auszuhalten. Im gesamten Lager 3 war außer mir niemand an diesem Abend/Nacht. In Anbetracht der vielen Leute wohl eine absolute Seltenheit so etwas erleben zu dürfen!

 

Die Nacht war dann sehr erholsam, mein Körper war also schon gut an die 7400Meter angepasst. Einzig der immer stärker werdende Wind wurde bis in die Morgenstunden sehr unangenehm. Immer wieder wurde von ihm das Zelt flach auf den Boden gedrückt, alles hatte aber gehalten, und bei Sonnenaufgang war der ganze Spuk dann auch schon vorbei.

 

MUTTERTAG auf 7400 Meter, ganz alleine, wunderschöne Aussicht und mittels SAT-Handy dann auch noch mit zu Hause verbunden...

 

Am Nachmittag ist dann Hannes von Lager 2 hier eingetroffen. Auch er hatte mit der hohen Temperatur beim Aufstieg zu kämpfen. Wir hatten es uns dann am Nachmittag im kleinen und heißen Zelt gemütlich gemacht.

Mittels Funk sind wir ja mit dem Basislager verbunden, dort unten war Schneefall und Nebel....wir saßen sozusagen über den Wolken.

 

Die Nacht verlief gewohnt unruhig, windstill und kalt, vom Trubel um uns herum bekommen wir nichts mit. Viele Gipfelaspiranten mitsamt ihrem Hofstab waren schon viele Stunden vor uns aus Lager 3 in Richtung Lager 4 aufgebrochen. Eingepackt in dicke Daunenanzüge, versorgt mit Sauerstoff (zum Teil schon ab Lager 2 in 6500 Meter) aus der Flasche stapfen sie in Richtung oben. Aus der Ferne schaut das aus wie ein riesiger "Bergsteigertausendfüßler" deren Ziel in den nächsten Tagen der Everest-Gipfel ist.

 

Wir reihen uns heute nicht ein, sondern überholen sozusagen von oben die vielen Gipfelaspiranten. Wir wollten uns mit der/den Nächten in Lager 3 den letzten Höhenakklimatisationsreiz setzen. Nun gehts zum Erholen ins Basislager. Hannes startete etwas früher, ich wartete auf die Sonne, ehe wir beide dann talwärts Richtung unterwegs waren.

 

Eine riesige Eislawine, welche quer über das gesamte Western CWM ihre Spur der Verwüstung hinterließ, hat uns alle hier am Berg wieder einmal ganz deutlich vor Augen geführt, wie mächtig doch die Natur um uns herum ist. Nur wenige Minuten früher oder später und der Eisschlag hätte für viele auf diesem Wegabschnitt befindlichen zu einer Katastrophe geführt.

Zum Glück sind uns allen die Berggötter gnädig und niemand ist zu Schaden gekommen...

 

Kurz nach Mittag sind wir dann beide hier im Basislager eingetroffen....nun werden wir ein weiteres Mal das "Verwöhnprogramm" genießen und auf unser Schönwetterfenster warten....drückt uns die Daumen!"

 

 

Aufstieg zu einer dritten Akklimatisationsrunde

Khumbu Eisbruch
Spaltenquerung mit Leiter
Khumbu Eisbruch
Spaltenquerung ohne Leiter
Vollmondnacht im Basislager

 

Wir sind nun schon seit Dienstagmittag hier im Basislager und lassen es uns richtig gut gehen. Essen, trinken, chillen, alles was wenig Energie braucht und unsere Körper wieder "auftankt".

ABER: Etwas an Arbeit bleibt uns wie allen "Bewohnern", der sich ständig verändernden Gletscherlandschaft des Basislager. Die Sonneneinstrahlung und Tageserwärmung lässt uns sozusagen den Boden unter den Füßen wegschmelzen. Das Resultat ist, dass wir unsere Zeltplätze, die Wege, eigentlich unser ganzes Lager ständig mit Steinen und daraus gebauten Steinmauern vor dem "Verfall" bzw. abschmelzen schützen. Einige Tonnen an Moränenmaterial haben wir nun sicher schon bewegt, ständig erfordert es aber erneuten Einsatz von uns allen hier.

 

Heute haben wir dann auch noch Besuch von den einzigen anderen Österreichern hier aus dem nepalesischen Everest-Basislager bekommen. Einige Stunden entspannte Plauderei mit Hans Wenzel aus Kärnten und Martina Bauer aus Wien hier bei uns im Gemeinschaftszelt waren eine echt feine Abwechslung in unserem zweisamen Lageralltag.

Das Wetter...in der Nacht und auch in den frühen Morgenstunden meist wolkenlos, kein Wind, dann aber rasch aufziehende Tagesbewölkung mit etwas Schneefall, und das bis in die Gipfelregion. Eigentlich nicht ganz schlecht, aber eben auch nicht das, was wir gerade brauchen, speziell diese Verhältnisse verhindern noch immer die Gipfeletappe von Seiten der

SPCC Climber zu versichern und auch für uns alle freizugeben. Insgesamt sind sie und somit alle Teams damit nun einige Tage im Verzug, im Vergleich zu letztem Jahr schon fast 2 Wochen....Wir hoffen nun, dass sich die Situation bald ändert um dann einige Optionen für den Gipfelanstieg offen zu haben. Es sind doch einige Gipfelaspiranten hier, und wenn die alle zugleich losziehen dann wird´s "richtig eng" dort oben....

 

Wir haben uns nun in Anbetracht der Wettersituation und auch der noch nicht offenen Gipfeletappe zu einer abschließenden und dritten Akklimatisationsrunde entschlossen. Morgen in der Früh wollen wir ein drittes Mal durch den Khumbu Eisfall und damit zu den Hochlagern 2 und 3 aufsteigen. Zwei Nächte, eine davon mindestens nochmals im Lager 3 auf knapp 7400 Meter soll unsere Körper den letzten "Höhenakklimatisationsfeinschliff" geben....dann wären wir also für den Gipfel bereit!

 

Dank Karl GABL bekommen wir auch hinsichtlich Wetterbericht, zusätzlich der Information von Hannes Frau Astrid, immer die detailliertesten Prognosen, was wir jetzt allerdings noch brauchen, ist das notwendige Glück für "unser Wetterfenster", um dann auch wirklich eine Chance Richtung Gipfel wahrnehmen zu können!

 

Drückt uns die Daumen und verfolgt uns dann wieder ab morgen auf unserem LiveTracker

 

Markus und Hannes

 

 

Rast und Ruhetage im Basislager

Anruf zu Hause
Waschtag
Vergängliche Schönheit
Morgendlicher Gipfelblick
Entspannendes Fussbad

10. Mai. Markus schreibt: "Nachdem wir gestern hier um die Mittagszeit angekommen sind, hat sich auch das Wetter auf "Basislager" eingestellt. Der angekündigte und sich schon seit den Morgenstunden abzeichnende Niederschlag hat bis zum Abend einige Zentimeter Neuschnee gebracht. Auch in der Nacht wurde die Landschaft um uns herum winterlich.

 

Es war also eine gute Entscheidung in Angesicht dieser Witterung hierher abzusteigen. Unser Koch Wongdi hatte uns schon zu Mittag und auch zu Abend mit einigen Köstlichkeiten verwöhnt, wir genießen es hier nun aus vollen Zügen. Auch eine Dusche war echt erholsam....und auch notwendig nach 5 Tagen am Berg....

 

Heute morgen dann ein gemütliches Frühstück, Zeit für sich und auch die Wäsche musste gemacht werden, kein Waschsalon weit und breit, auch keine Waschmaschine....was bleibt einem da übrig als selbst die Waschschüssel "umzulassen".

Alles ganz gemütlich und ohne Stress, wir versuchen möglichst wenig Energie zu verbrauchen, mehr eben aufzutanken.

Auch unsere Chörten (Marterl) mussten wir vor dem Abschmelzen etwas stützen, die Gletscherlandschaft um uns herum verändert sich ständig, einzig die Steinmauern schützen das Eis etwas vor dem Abschmelzen, und somit auch unsere Zelte vor dem "Absturz". Das Eis hat sich seit unserer Ankunft hier vor gut zwei Wochen um über einen Meter abgesenkt, bzw. ist abgeschmolzen. Wir kommen dem Wasserspiegel des kleinen Gletschersees unmittelbar unter unserem Lager scheinbar immer näher...aber keine Sorge, noch sind ein paar Meter Unterschied...

 

Das Wetter hat sich seit unserer Ankunft hier wenig verändert, Sonnenstunden und Schneeschauer wechseln sich ab. Auch ein kurzer Gipfelblick heute morgen durch die Wolkendecke wurde uns gewährt...

 

Wir werden wohl noch einige Tage hier verbringen und dann wieder nach oben aufbrechen...ob dann schon eine erste Gipfelchance besteht, ist aus heutiger Sicht schwierig einzuschätzen, wir tun unser Bestes damit wir eben am besagten Tag X dann auch bereit und am richtigen Ausgangsort sind" ...

 

Liebe Grüsse

 

Markus und Hannes

 

 

9. Mai 2017. Markus Amon berichtet uns vom Basislager des Mt. Everest:

Abendstimmung aus
dem Zelt in Lager 3
Blick von Lager 3
zum Everest Südgipfel
Durch das Spalten-
gewirr
In der Lothseflanke
Lager 3 in der
Lothseflanke
Lager 3 auf 7400m
Sonnenaufgang am
Cho Oyu 8189 m
Tiefblick von Lager 3
ins Lager 2 auf der
Moräne

Zweite Akklimatisationsrunde mit dem Abstieg ins Basislager abgeschlossen

 

"Wie schon berichtet, sind wir letzte Woche Freitag, gleich nach dem vorverlegten Frühstück, pünktlich um 6 Uhr hier im Basislager aufgebrochen. Ziel war bei der zweiten Runde das Lager 3 einzurichten und auch dort mindestens eine Nacht zu verbringen...

 

Die etwas leichteren Rucksäcke - vieles hatten wir ja schon bei der ersten Runde mit nach oben getragen -, hängten sich aber auch dieses Mal ganz schön ordentlich an unsere Rücken. Dennoch konnte ich wiederum recht rasch durch den Khumbu Eisfall, was mir angesichts haushoher, instabiler Eisgebilde, auch sehr recht war.

Dem Lager 1 gleich oberhalb des Eisbruch stattete ich dieses Mal nur einen kurzen Besuch ab, einiges an Ausrüstung musste abgeholt werden; Hannes wird dann später überhaupt das Zelt abbauen und weiter nach oben bringen. Das Lager 1 in dieser Form also überhaupt abgebaut...

 

Das Gelände oberhalb von Lager 1 wird viel flacher, aber die Sonne heizt ungnädig auf uns herunter und so wird auch dieser Wegabschnitt angesichts der Temperatur sehr anstrengend. Nach gut 5 Stunden hatte ich das Lager 2 erreicht.

 

Alles war in Ordnung, nichts fehlte, das Zelt hatte all dem Wetter und unserer Abwesenheit der letzten Tage standgehalten, auch der Inhalt, unsere Schlafsäcke, Unterlagsmatten, Kocher usw. waren trocken und einsatzbereit geblieben. Ich richtete mich abermals gemütlich ein, und wartete bis auch Hannes hier eintraf.

 

Am Nachmittag waren wir wieder vereint, und konnten gemeinsam etwas chillen und die nächsten Tage planen....

Samstagmorgen warteten wir die rasch wärmende Sonne ab, ehe wir von Lager 2 in Richtung Lager 3 aufbrachen. Viele waren schon in der Nacht aufgebrochen, wir wollten die Strecke im Warmen hinter uns bringen. Ziel war heute ein Zelt möglichst hoch in der Lothseflanke aufzustellen.
Trotz der Last kam ich abermals gut voran, auch die steilen Passagen in der Lothseflanke, welche gut mit Fixseilen versichert waren, konnte ich rasch hinter mich bringen.

Das untere Lager 3 war sehr voll, kaum ein Platz, um noch irgendwo ein Zelt unterzubringen. Ich wollte ohnehin höher, etwa 200 Höhenmeter darüber war nochmals eine Lagerplatzmöglichkeit, ich setzte also den Aufstieg fort und tatsächlich wurde ich nach etwas Suchen fündig, etwas versteckt und gut geschützt, konnte ich unter einer riesigen Spaltenwand ein kleines Plätzchen einrichten.

 

Etwas mühevoll ist die Zeltplatzarbeit hier auf knapp 7400 Meter schon, aber nach einer Stunde war alles soweit eben und ich konnte unser drittes Zeltlager aufstellen.

 

Leider erging es Hannes nicht so gut, der gestrige direkte Anstieg ins Lager 2, der schwere Rucksack und die steile Lothseflanke forderten seinen Tribut. Bei den ersten Zelten, etwa 200 Höhenmeter unter unserem Lagerplatz, deponierte er die mitgebrachten Sachen und stieg wieder ins Lager 2 ab. Ich folgte nach getaner Arbeit ebenfalls wieder dorthin.

 

Ein durchziehender nachmittäglicher Schauer, machte die Wegfindung für mich im Gletscherbereich vor Lager 2 gar nicht so einfach, fehlende Spuren und Fähnchen als Markierung....schon findet man sich recht rasch im White-out wieder....

 

Aufgrund der anstrengenden beiden Tage hatten wir beschlossen den Sonntag frei zu machen, soll heißen ein ruhiger sonniger Tag in Lager 2 auf 6500 Meter, um uns auszurasten!

 

Montagmorgen wurde es dann ernst. Wir stiegen wiederum schwer bepackt in unser schon aufgebautes Lager 3 auf. Wenig Leute am Weg und gute Verhältnisse, auch der Rasttag war gut zu spüren, und ich konnte in knapp 3 Stunden unser Zelt erreichen. Wie auf einem riesigen Eisbalkon stand unser rotes McKinley Zelt in mitten der Eislandschaft der Lothseflanke.

Hannes kam erst Stunden später hier an, er kämpfte abermals mit dem Gewicht und dem steilen Gelände. Leider konnten wir die super Aussicht aufgrund der nachmittäglichen Bewölkung nicht genießen...

Absolute Windstille in dieser Höhenlager war und ist eine absolute Seltenheit, den aktuellen Wetterbericht erfuhren wir von Karl Gabl direkt aus Tirol mithilfe des Satellitentelefon. Kein Wind, etwas Niederschlag, keine wesentliche Änderung....alles gut also.

 

Wir ließen die Länge unseres Aufenthalt hier auf 7400 Meter von der kommenden Nacht abhängen...die große Schlafhöhe, die Anstrengung der letzten Tage und auch der aufziehende Niederschlag ließ uns schlussendlich heute morgen ins Basislager absteigen. Die zweite Akklimatisationsrunde war also meinerseits ganz zufriedenstellend verlaufen.

 

Die Lagerkette bis Lager 3 in 7400 Meter steht, auch konnten wir eine Nacht dort oben verbringen. Hannes hatte die Nächte in der Höhe nicht so gut vertragen, auch die Anstrengung in der Höhe und der fehlende Appetit haben ihm etwas zugesetzt.

Die nächsten Tage hier im Basislager werden ihm sicher gut tun um erneut Kräfte und Motivation zu sammeln.

 

Wir werden nun die nächsten Tagen hier im Basislager, wie schon beschrieben, unsere Körper schonen und versuchen Kraft und Energie zu tanken. “...

 

Link: Markus Amon HP


LIvetracker hier

Frisch verschneites
Basislager
Pinseltechnik der Kamera

Erst mit etwas Verzögerung in die nächste geplante Akklimatisiationsrunde!

Gestern hab ich euch noch darüber informiert das wir heute ein zweites Mal in Richtung Hochlager aufbrechen wollen. Leider hat sich in der Zwischenzeit einiges verändert und wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen und unseren Plan etwas ändern.

Was ist geschehen?

Eine seit unserer Rückkehr von der ersten Akklimatisationsrunde verschimmernde Verkühlung von Hannes mit rinnendender Nase.... war und ist der eigentliche Grund warum wir entschieden haben, noch hier zu bleiben. Mit Medikamentenunterstützung und all möglicher Hausmittel hat sich aber Hannes Gesundheitszustand nun soweit verbessert, dass er sich heute schon wieder viel besser fühlt und bei gutem Verlauf auch daran denkt, morgen wieder dabei zu sein.

Die gestrige Tagesbewölkung hat sich am Abend nicht wie üblich aufgelöst sondern hat bis um ca. Mitternacht hier im Basislager einige Zentimeter Neuschnee gebracht! Das wäre an und für sich noch keine Grund in eines der unteren Hochlager aufzusteigen. Der Weg ist ja fix vorgegeben, und Lawinengefahr durch den wenigen Neuschnee würde auch keine herrschen.
Diese Tatsache hat eher mein Gewissen beruhigt und der Verzögerung noch einen zweiten kleinen Grund gegeben.

Sollte die Genesung von Hannes weiter so gut verlaufen, und auch das Wetter mitspielen werden wir nun morgen gemeinsam, wie für heute geplant, ins Hochlager 2 aufsteigen.

Wir halten euch auf dem Laufenden bzw. könnt ihr uns dann hoffentlich morgen ja wieder am Livetracker zu den Hochlagern mitverfolgen.

LG vom Everest Basislager,

Markus

Rast und Ruhetage im Basislager

Aufstieg durch den
Khumbu Eisbruch
Basenfussbad von
Jentschura zur
Regeneration
Blick aus dem
McKinley Domezelt in
Richtung Everest Gipfel
Gopi, unser Verbindungs-
mann ins Basislager mit dem
Funkgerät der Firma Hörmann
Letzte Sonnenstrahlen
ins Basislager
Veggie Burger auf
5300 Meter

"Nachdem wir nun am Montag wieder ins Basislager abgestiegen sind, haben wir versucht, uns von den Anstrengungen der ersten Akklimatisationsrunde zu erholen. Die Tage am Berg bzw. in den Hochlagern ohne jeglichen Support haben doch einige Spuren hinterlassen.

Insbesondere leidet in den Hochlagern sicher auch die Ernährung unter dem Umstand, dass wir primär versucht haben, vorrangig die Lagerausstattung (Zelte, Schlafsäcke, Unterlagsmatten, Kocher, Gas,....) aus dem Basislager hoch zu schaffen. Da blieb nicht viel an Platz bzw. Gewicht über, für besondere Schmankerl, und wir haben uns beide auf wirklich das Wesentlichste bei der Nahrung beschränkt, mehr als ein paar Riegel, etwas RUMPOLD Speck und Schüttelbrot und einige Packungen Suppe waren da erstmals nicht drin.

 

Aber auch sonst schlaucht das große Gewicht der Rucksäcke, aber insbesondere auch die erstmalig erreichte Schlafhöhe von 6500 Meter im Lager 2 die Körper.

 

So sind wir nun froh, uns hier in unserem mittlerweile gut und komfortabel eingerichteten Basislager von unserer Begleitmannschaft verwöhnen zu lassen. Gutes und vor allem reichliches Essen, eine Dusche, Regeneration mit Jentschura Basenfussbad usw...wir genießen es hier wirklich.

 

Eine wirkliche Überraschung ist unserem Koch gestern Abend gelungen! Es gab gebratenes Huhn...an und für sich nichts Besonderes...doch hier im Basislager im hintersten Solu Khumbu eine absolute Rarität, muss man doch wissen, dass hier keine Hühner herumlaufen, und auch aus religiösen Gründen keine Tiere geschlachtet werden dürfen!

Wie war es dann unserem Koch möglich so was aufs Teller zu zaubern?...

 

Der Kommentar von Gopi, unserem Begleiter und Kontaktmann war nur: "everything is possible in nepal", später erfuhren wir sozusagen als Gutenacht-Geschichte die wahre Story dahinter. Einer der unzähligen "Rettungsflüge" wurde für den Antransport der frisch geschlachteten Hühner aus Kathmandu herangezogen. Man muss dazu aber wissen, dass dies mit Rettnungsflügen unseres Standards nicht zu vergleichen sind, vielmehr ist es oft ein Taxiflug zurück nach Kathmandu. Genau so einer wurde kurzerhand als letzter Flug für unser Abendessen herangezogen. Gopi ließ einen seiner Mitarbeiter die Hühner in Kathmandu in einer Metzgerei abholen, zum Flugplatz bringen und dann ging die Reise in Basislager auch schon los...sozusagen...everything is possible in nepal...

 

Sollte das Wetter gut sein wollen wir morgen abermals aufbrechen, wieder durch den Khumbu Eisfall, jedoch vorbei an Lager 1 direkt ins Lager 2 wäre das Ziel. Nach einer Nacht dort wollen wir das erste mal ins Lager 3, welches in der Lothseflanke auf rund 7200 Meter angesiedelt ist, auch unser drittes Hochlager einrichten. Durch das eher beschränkte Platzangebot dort wird es wahrscheinlich nicht ganz einfach sein auch unser Zelt dort zu platzieren...

 

Uns beiden geht es gut, heute haben wir schon die Rucksäcke zusammengepackt, genießen nun die komfortablen Stunden hier und freuen uns schon auf die nächste Akklimatisationsrunde... mit lieben Grüssen aus dem Basislager",

 

Markus

 

 

 

Erste Akklimatisationsrunde - erfolgreich mit dem Abstieg ins Basislager abgeschlossen

Blick auf Lager 1 -
dahinter der Pumori
Khumbu Eisfall
Leiterweg
Lager 1 auf 6100 Metern
Bildmitte Everest - rechts
daneben Lothse
Blick von Lager 2
in Richtung Lager 3
in der Bildmitte in der
Lothseflanke
Sturm am Weg in
Richtung Lager 3
Vertikale Aufstiegshilfe

1. Mai, nachmittags. Markus berichtet via Email:
"Ein wenig habe ich versucht, über unseren Live-Tracker euch am Laufenden  zu halten, was nun noch fehlt ist ein ausführlicher Bericht mit Bildern der letzten Tage. Viel haben wir nun schon erreicht, einiges ist noch offen, auch tragische Momente mussten wir, wohl nur am Rande aber doch, miterleben, aber nun der Reihe nach...

Am Freitag sind wir, etwas später als für viele üblich, hier im Basislager um 06:00 Uhr schwer bepackt aufgebrochen. Die ersten Meter konnten wir uns noch nicht wirklich vorstellen die über 20 kg schweren Rucksäcke überhaupt irgendwo hinzutragen. Die Schritte hier auf über 5000 Meter Seehöhe fallen ja ohne Zusatzgewicht schon schwer, aber mit dem Rucksack dann doch noch etwas schwerer. Durch den wohl höchsten, mit Sicherheit aber größten alpinen Campingplatz führt der Steig in Richtung Khumbu Eisfall. Viele spektakuläre Bilder geistern in unseren Köpfen herum, wie wird sich der Weg durch das Spaltenlabyrinth darstellen, wie werden wir vorankommen...

 

Die Khumbu Doctors, jene Männer die sich tagtäglich um die Steiganlage, Fixseile und Leitern kümmern, haben echt eine tolle Arbeit hingelegt. Durch unzählige Spalten, um hochhausgroße Eisgebilde, tiefe Abgründe und ein Labyrinth aus Eis haben sie den Steig angelegt. Die Eindrücke sind echt schwer in Worte zu fassen, doch eines spürt man bei der Durchsteigung allemal, wie klein und winzig man hier inmitten der Naturgewalten doch ist.

Mir geht es an diesem Freitag echt gut, trotz des schweren Rucksack habe ich den Eisbruch und die gesamte Strecke vom Basislager bis ins obere Lager 1 in knapp drei Stunden hinter mich gebracht, die Form stimmt!

Trotz der wunderschönen Landschaftseindrücke bin ich froh, diesen objektiven nicht ungefährlichen Wegabschnitt so gut hinter mich gebracht zu haben. Am oberen Ende des Eisbruch aber trotzdem noch inmitten riesig großer Spalten baue ich unser erstes Hochlagerzelt auf. Auch hier finde ich wieder einen Platz etwas abseits des allgemeinen Trubel. Hannes kommt dann erst einige Stunden später hier an, und ist sichtlich froh über das schon fertig eingerichtete Lager.


Den Freitag Nachmittag verbringen wir dann mit Wasserkochen und Essen, chillen und ausruhen von den nicht wenigen anstrengenden Stunden bis hierher.

Am Samstag sind wir dann vom Lager 1 weitergezogen, das eine Zelt haben wir hier stehen gelassen, ein zweites wandert in meinem Rucksack weiter nach oben, ins Lager 2 auf gut 6500 Meter. Anfangs schlängelt sich der Trampelpfad der vielen Gipfelspiranten samt ihrer Begleiter zwischen den riesigen Spaltengewirr hin und her, ehe er dann immer leicht ansteigen durch den Western CWM ins Lager 2 zieht. Die Eis und Felswände säumen sehr beeindruckend den Weg ins Lager 2. Auch heute läuft es trotz der abermals gut 20 kg am Rücken sehr gut. Die ersten Zelte erreiche ich bereits nach gut 90 Minuten. Ich bin beeindruckt von der Größe des
Hochlager 2 auf 6500 Meter. Zelt an Zelt reihen sich die Unterkünfte auf der Seitenmoräne, fast könnte man annehmen, das hier ist das Basislager...

Ich steige an allen Zelten vorbei bis ich am oberen Ende einen geeigneten Platz für unser zweites Hochlager finde. Auf 6500 Meter Seehöhe, direkt am Wandfuß der riesigen Westwand des Everest und mit Sichtkontakt auf die weitere Route ins Lager 3, welches mitten in der Lothse Flanke sein wird, baue ich unser Zelt auf. Hannes kommt dann wieder etwas später nach...

Unser Nachmittagsprogramm ähnelt sehr dem aus Lager 1, einziger Unterschied ist die Aussicht und die größere Höhe. Dem gestrigen Sonntag haben wir dann den letzten beiden anstrengenden Tagen gewidmet und uns kaum von der Stelle bewegt. Der leichte Kopfschmerz und auch die Kurzatmigkeit haben uns auch auf die rasch erreichte Höhe erinnert und uns ermahnt einmal Ruhe zu geben, damit der Körper sich auf 6500 Meter anpassen kann.

In direktem Sichtkontakt zu unserem Lagerplatz hat sich gänzlich unbemerkt von uns ein großes Unglück ereignet. Eine Hubschrauberlandung am Sonntagmorgen war wohl das einzige, was wir mitbekommen haben...

Ueli Steck ist hier am Sonntagmorgen an der Nuptse Ostand tödlich abgestürzt und verunglückt! Die genauen Umstände, das Warum und das Weshalb können wir selbst nicht verstehen oder erklären. Was bleibt ist eine große Leere, schwer in Worte zu fassen...

Wir selbst haben von all dem Unglück am Sonntag nichts mitbekommen, und haben erst heute am morgen durch ein SMS auf den LiveTracker davon erfahren, selbst dann noch wussten wir nicht,wie nahe wir dem ganzen Geschehen waren...

Heute morgen, nach dem Hiobsbotschaft, machten wir uns trotz allem auf den Weg nach oben. Was hätten wir tun sollen, nichts hätte sich an der Tatsache geändert...

Unser Ziel wäre das Lager 3 in Mitten der Lothse Flanke auf über 7000 Meter gewesen. Schon in der Nacht haben wir aus der uns umgebenden Gipfelregion von Everest, Lothse und Nuptse den Höhensturm wie einen vorbeirauschenden Schnellzug wahrgenommen.

Im Lager 2 war aus den Geräuschen davon nur wenig bis gar nichts zu spüren. Etwas bevor die Sonne den weiteren Routenverlauf erreichte machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Eisig kalt und je höher wir kamen umso stürmischer wurde es. Alle um Stunden vor uns gestarteten Bergsteiger und Gruppen kamen uns warnend entgegen...

Kurz vor der großen Randkluft der Lothse Flanke, auf knapp 6700 Meter, entscheid ich mich aufgrund des Sturms und auch der aus Westen hereinziehenden Bewölkung, für die Umkehr ins Lager 2. Hannes hatte zu diesem Zeitpunkt und einige hundert Meter hinter mir ebenfalls die gleiche Entscheidung getroffen. Lager 3 war heute keine Option. Am Weg zurück holte ich Hannes dann ein und wir entschlossen uns keinen weiteren Tag und/oder Nacht hier zu bleiben sondern abzusteigen in Basislager. Schnell wurde das Lager 2 sturmsicher gemacht, alle belassene Ausrüstung gut verstaut und uns bereit gemacht für den Abstieg. Viele hatte den gleichen Plan und so war es im Khumbu Eisbruch ziemlich voll...Stau im Gletschereis! Wir schwindelten uns irgendwie durch und schon rechtzeitig fürs Mittagessen waren wir beide wieder im Basislager.

Wir genießen nun den uns dort gebotenen Komfort, wie Tische und Stühle, eine heiße Dusche und vor allem bewirtet zu werden. Die Schlechtwetterfront hat nun leichten Schneefall im Gepäck...egal hier macht uns das nichts aus. Wie es in den nächsten Tagen weiter gehen wird haben wir noch nicht besprochen, einige Tage Erholung wird es wohl brauchen, ehe wir abermals schwer bepackt ein weiteres mal zur Akklimatisation in die Hochlager aufbrechen werden.

 

Was nun noch bleibt ist eine große Nachdenklichkeit und Betroffenheit aufgrund der tragischen Ereignisse um Ueli Steck, wir senden seinen Angehörigen in dieser sicher schweren Zeit die unendliche Kraft der Berge, was für bleibt, ist der kleine Trost, dass er sein Leben bei dem verloren hat, was im sicher Passion war -beim Bergsteigen..."

 

 

Camp 2 steht!

29. April, 8:40 Uhr - die Nachricht von Markus: Camp 2 steht. Es geht voran und uns geht es gut. Wir wollen nun einige Nächte/Tage zwecks Akklimatisieren hier am Wandfuss der Everest W-Wand bleiben.

Live Tracker hier ...

Camp 1 steht!

Grüße an euch alle, schickt Markus Amon aus 6300 Metern Höhe: "Chillen im Zelt bei Blick auf den Everest", schreibt er. "Das Camp 1 steht. Vom Basiscamp ging es durch den Khumbu Eisfall in gut drei Stunden - alles in Grün.

Liebe Grüße aus 6300m, Markus"

 

 

Auch unsere Glücksbringer
wurden gesegnet
Ausrüstung zur Segnung
bei der Pujha
Gebetsunterlagen des Lama
Hannes und ich bei
der Pujha Zeremonie
Khumbu Icefall
erste Hürde

Pujha Zeremonie als Abschluss der Vorbereitungen

"Nach dem doch sehr emotionalen Abschied gestern, ist es mir erst am Abend wieder besser gegangen. Hannes war mit Gopi im Basilager unterwegs und hatte viele gute Neuigkeiten zum Abendessen mitgebracht.

Alle Zeichen stehen nun also auf grün, auch von offizieller Seite, dem SPCC (der Nationlaparkverwaltung), den Icefall Doctors (das ist die Mannschaft die die Route durch den Khumbu Icefall legt und betreut) usw... mit allen hat Hannes gesprochen und ein gutes Übereinkommen erreicht!

 

Heute Vormittag hatten wir dann den religiösen Teil der Vorbereitungsarbeiten in Form ein Pujha Zeremonie. Dabei werden in einem langen Ritual vom Lama die Berggötter gnädig gestimmt und um den Segen für uns gebetet. Eine sehr hinreißende Zeremonie, beide haben wir die unendliche Energie gespürt....nun sind wir bereit!

 

Am Nachmittag ist dann endlich die noch fehlende Ausrüstung hier angekommen, die Rucksackpackerei konnte also beginnen. Gut 20kg an Ausrüstung wird jeder von uns zwei für den ersten Vorstoß in die Hochlager von hier mitnehmen müssen.

 

Zelte, Kocher, Essen, Schlafausrüstung ...alles muss in die riesigen Rucksäcke und morgen auf unseren Rücken durch den Khumbu Eisfall.

 

Wir planen erst bei Tagesanbruch hier im Basislager zu starten und wollen möglichst zügig durch den doch nicht ganz ungefährlichen ersten Wegabschnitt.

 

Ziel morgen ist, es zuerst Lager 1 einzurichten und dort einmal zu nächtigen, übermorgen dann weiter ins Hochlager 2 zu gehen und auch dieses zu errichten und zu bleiben.

Ob wir dann auch noch Lager 3 einrichten und wie viele Tage wir nun zwecks Akklimatisation uns in den Hochlagern aufhalten wissen wir noch nicht genau.

Wir wollen aber möglichst lange oben bzw. unterwegs sein und erst nach aufbrauchen unserer Nahrungsvorräte wieder hierher ins Basislager absteigen.

 

Am Livetracker könnt ihr uns mitverfolgen, Tagesberichte wird es erst wieder nach unserer Rückkehr hier im Basislager geben.

 

Drückt uns die Daumen, wir sind guter Dinge und hoffen auf brauchbares Wetter in den nächsten Tagen, damit unser erster Vorstoß nach oben auch gelingen kann!

 

Liebe Grüsse aus dem nun komplett aufgebauten und ausgestatteten Basislager,

 

Markus & Hannes

Ein Team zerbricht!

Khumbu Icefall -
Blick aus dem Basislager
Moräne
Winken
Der letzte Blick

„Gestern noch haben wir hier alle das Basislager erreicht, eingerichtet und gemeinsam auf die letzten Tage und Wochen zurückgeblickt! Vieles haben wir schon gemeinsam erlebt, gemeistert und auch durchgemacht. Doch hat sich schon seit einiger Zeit abgezeichnet, dass Noemi und letztendlich auch Georg, nur bis hierher dabei sein werden.

Für Noemi war die die Entscheidung schon früher gefallen, für Georg erst ins den letzten Tagen. Viele ganz persönliche Vorzeichen passten einfach nicht mit dem zusammen, was er sich hier mit der Besteigung des höchsten Berges der Welt vorgenommen hatte. Schlussendlich hatte er sich nun auch für einen Schlussstrich entschieden! Er und Noemi haben uns folgende Zeilen verfasst:

„Manchmal zeigt sich der Weg erst, wenn man anfängt ihn zu gehen."

Auch auf dieser Reise weist sich der Weg: Noemi und Georg haben - unabhängig voneinander - aufgrund ihrer physischen und psychischen Verfassung entschieden, den Mount Everest zu diesem Zeitpunkt nicht zu besteigen!

Eine sehr mutige Entscheidung....ganz persönlich und unantastbar! Ich muss zwar mit dieser nichteinverstanden sein, aber eines muss ich ....sie verstehen!

Genau das fällt mir trotz der sich schon seit Tagen abzeichnenden Situation nun sehr, sehr schwer. Der Moment des Abschieds der beiden hier im gemeinsam errichteten Basislager des Everest war für mich ein sehr emotionaler Moment. Über zwei Jahre der gemeinsamen Vorbereitung, ja um nicht zu sagen des Teambuildings, enden mit einem Moment.

Der gemeinsame Weg trennt sich mit dem Schritt in die unterschiedliche Richtung...Hannes und ich werden nun versuchen, als „Kleinstteam" uns hier zu versuchen. Wir wissen, dass wir aufgrund unserer guten Vorbereitung und unserer Erfahrung die Möglichkeit haben, diesen Weg gemeinsam zu gehen und auch eine realistische Chance haben!

Noemi und Georg haben heute nach dem Frühstück den Heimweg angetreten, damit ist unser kleines Team in zwei Teile zerbrochen.

Diese Momente des Auseinandergehen sind echt schwer in Worte zu fassen....einfach ist die Situation für uns alle nicht!

Trotzdem blicken wir nun alle wieder nach vorne, wir werden aus dieser Situation nun das Beste herausholen, und versuchen, nach dieser doch sehr schmerzhaften Erfahrung den Focus auf unser Ziel zu richten..."


In einem emotionalen und nicht einfachen Moment hier aus dem Basislager geschrieben....Markus

Das Everest Basislager in zwei arbeitsreichen Tagen eingerichtet

Stürmische Begrüßung

 

"Gestern sind wir - wie schon berichtet - hier im Basislager erstmals  eingetroffen. Um fast eine Woche früher wie geplant, zum einen hat die Passquerung mittels Hubschrauber uns einige Tage Zeit eingespart, zum anderen haben wir uns nun entschlossen, so schnell als möglich hierher zu gehen. Einige Akklimatisationstouren haben wir ja noch eingebaut, nun fühlen wir uns fit und angepasst genug, um hier ohne Probleme auszuhalten.

Das Basilager erstreckt sich über fast einen Kilometer hier am Khumbu Gletscher. Zahlreiche Teams haben ihre Lager aufgebaut, trotz der vielen Zelte sind erstaunlich wenig Leute hier anzutreffen. Viele sind schon in den höheren Lagern 1 bis 3 unterwegs, viele noch gar nicht angereist....

Wir haben nach kurzer Suche einen schönen und vor allem ruhigen Lagerplatz gefunden. In schweisstreibender Arbeit haben wir nun gemeinsam mit unserer Küchenmannschaft und einigen unserer Träger die Zeltplätze eingeebnet und die Zelte aufgestellt. Einzig mit unseren Trägern haben wir schon seit Beginn unsere liebe Not. Zum einen verweigern sie die Arbeit, kommen Tage später, oder zum Teil gar nicht mit ihrer Last an. Und so haben wir auch heute wieder nur einen Teil der Ausrüstung hier...

Es fehlen noch so Dinge wie Stühle und Tische, ein Teil der unbedingt notwendigen Kletter und Wärmeausrüstung... wir hoffen nun, dass die fehlenden Fässer morgen hier eintreffen werden.

Das Wetter ist zur Zeit hier im lager sehr gut, nur ganz oben am Gipfel hat und der Everest heute erstmals sehr stürmisch begrüßt!

Wir sind nun sehr froh hier zu sein und werden nun unsere erste Nacht hier im Basislager verbringen."

 

Liebe Grüsse vom Team, Markus 


Unter diesem Live Tracker LINK könnt ihr uns LIVE verfolgen ...

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Das Basislager ist eingerichtet!

Markus und das Team sind im Basislager angekommen. "Viel los hier, am wohl höchsten Campingplatz der Welt", schreib er via WhatsApp an mich und weiter:

"Wir sind heute von Lobuche aus über Gorak Shep ins Basislager aufgestiegen.

Die Platzsuche war etwas schwierig angesichts der gut 400 Gipfel-Aspiranten mitsamt dem gesamt "Hofstab" sind doch hunderte Zelte hier aufgebaut.

Nach längerem Suchen haben wir aber einen super Platz gefunden, etwas abseits gut versteckt, aber doch nicht im Irgendwo.

Den Nachmittag brauchten wir, um die Zeltplätze herzurichten und zwei Schlafzelte, das Küchenzelt und unser großes Domezelt aufzustellen.

In den späten Nachmittagsstunden sind wir dann nochmals Richtung Gorak Shep abgestiegen.

Hier werden wir nochmals in der übervollen Lodge nächtigen, ehe wir morgen dann endgültig ins Basislager siedeln.

Den morgigen Tag werden wir wohl nochmals brauchen, um unser Lager weiter aufzubauen, damit wir dann ab morgen wirklich dort bleiben können."

 

Lg vom Team und wir sind froh endlich hier zu sein, Markus

 

 

Gebetsfahnen für
die Passquerung
Gut geschützter
Rastplatz
Wenig Aussicht
Winterlicher Abstieg
vom Kongma La

Kongma La 5560m - die letzte Passquerung bevor wir ins Basislager kommen!

 

"Die sternenklare Nacht von gestern auf heute hatte ein jähes Ende. Schon bei Morgengrauen hingen die Wolken tief ins Tal um Chuckung herein: kaum auszumachen waren die Gipfel. Trotz allem entschlossen wir uns zu einem frühen Frühstück, wollten doch Hannes und ich über den Kongma La Pass nach Lobuche queren. Hin und her wurde überlegt, als dann auch noch dichtester Nebel das Tal heraufzog war unsere Motivation doch eher im Keller.

 

Nach dem Frühstück dann die Entscheidung, Georg und Noemi nehmen mit den Trägern und unserem Begleiter Gopi den "Talweg" von Chuckung nach Lobuche. Hannes und ich entschieden uns trotz der schlechten Sicht und des leichten Schneefalls für die Passquerung über den knapp 5560 Meter hohen Übergang.

 

Am Anfang zieht der gut angelegte Steig über Moränengelände und ausgedörrte Almflächen ganz gemühtlich hinauf, ehe es dann im Mittelteil doch gehörig steil wird. Die beiden kleinen Seen kurz vor dem Pass waren noch zugefroren, auch der Neuschnee wuchs in Richtung Pass etwas an. Der dichte Nebel versperrte uns heute gänzlich die wunderbare Aussicht – leider: denn dieser Passübgergang ist in puncto Aussicht auf die gigantische Bergwelt hier im Solu Khumbu echt ein absolutes Schmackerl!

 

Wir kamen beide gut vorran, ich erreichte nach gut 2 Stunden die Passhöhe, Hannes etwas später. Angesichts des schlechten Wetter waren nur wenige Leute unterwegs. Die ausgiebige Rast am Kongma La verbrachten wir bei leichtem Schneefall, dichtem Nebel aber ohne Wind.

 

Danach ging es steil auf der anderen Seite des Passes hinunter, zuerst über etwas schlecht zu begehendes frisch verschneites Blockgelände, später über einen steilen Steig hinunter zur Seitenmoräne des Khumbu Gletscher. Schon am späten Vormittag standen wir beide auf der Randmoräne dieser mächtigen Gletscherzunge. Nun sind wir also schon fast da. Kein Pass trennt uns nun noch vom Basislager des Evererst.

 

Die Gletscherquerung war nochmals ein wildes Auf, Ab, Hin und Her ehe wir auf der anderen Seite schon Lobuche erkennen konnten. Noemi und Georg sind fast zeitgleich dort mit uns eingetroffen. Angesichts der vielen Trekker hier gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft etwas schwierig, letztendlich haben wir aber einen Platz in einer der unzähligen Lodges hier bekommen.

 

Der Nachmittag war dann im Schlafsack am feinsten, der einzige und sehr kleine Ofen in der Gastsstube  wird erst in den Abendstunden eingeheizt, und die Temperatur auf fast 5000 Meter ist bei diesem Wetter auch eher kühl.

 

Morgen wollen wir dann weiter, eventuell sogar bis ins Basislager..."

 

Liebe Grüße aus Lobuche, Markus

 

 

Aufstieg zum Chukhung
Ri im Hintergrund der
Lothse mit seiner
mächtigen Südwand
Gipfelrast am Chukhung
Ri

Chukhung Ri 5560m - Tagesausflug von der Lodge in Chukhung

 

Heute morgen sind Hannes und ich hier von der Lodge zu einer Akklimatisationstour auf den Hausberg aufgebrochen. Das Wetter hatte sich über Nacht wieder deutlich verbessert, in der Früh war es für wenige Tagesstunden sogar Wolkenlos. Wir kamen rasch und gut voran.

Schon bald hatten wir die gut 800 Höhenmeter hinter uns gebracht. Die Aussicht am Gipfel des 5560 m hohen Chukhung Ri war durch die aufziehende Tagesbewölkung etwas eingeschränkt, trotzdem befindet man sich dort unmittelbar unterhalb der Lothse Südwand, ein eindrucksvoller Platz für eine Gipfelrast gibt es kaum...

 

Georg und Noemi sind in der Lodge geblieben, sie machen heute einen Rasttag. Wir treffen sie kurz nach Mittag in der Lodge. Dem Nachmittag gehört nun die Ruhe, ehe wir morgen wieder losziehen werden.

 

Liebe Grüsse aus Chukhung, Markus Amon

 

 

Gipfelrast am Chukung Ri
Chukhung Ri
Mächtige Ausblicke
Blick aus Zimmerfenster
Richtung Ama Dablam

Chuckung 4636m - für viele das letzte Lodgedorf vorm Islandpeak

Wir wollten eigentlich heute am Morgen gleich nach dem Frühstück los aus Panboche, leider machten unsere Träger uns einen "Strich durch die Rechnung". Gestern Abend kamen sie erst sehr spät mit unseren Sachen hier in Panboche an, der letzte überhaupt erst gegen Mitternacht.

Heute hatten sie dann, bis auf einen, gar keine Lust mehr zu arbeiten.
Keiner der Trägermannschaft war mehr auffindbar, nur einer mehr zur Stelle. Was tun also, ohne Träger geht’s nicht weiter, es ist für uns unmöglich mit dem ganzen Gepäck weiter zu ziehen.


Unser Freund Gopi war schon in der Nacht mit all unserer restlichen Ausrüstung und der Yakkaravane aus Namche aufgebrochen, er sollte also hier am späten Vormittag ankommen. Ohne seine Hilfe werden wir hier nicht loskommen.

 

Am späten Vormittag war er dann auch tatsächlich da, alles wurde geregelt und wir konnten dann doch noch vor Mittag aufbrechen. Unser Ziel ist heute die letzte Lodgesiedlung Chuckung auf knapp 4650 Meter.


Nach einigen Stunden gemütlichem aber etwas staubigem Marsch hatten wir dann auch schon unser Ziel erreicht. Zum Glück hielt das Wetter nochmals aus und wir konnten alle trocken hier ankommen. Zur Zeit schneit es leicht, der Wetterbericht ist auch noch ganz gut, wir werden sehen, wie es die nächsten Tage werden wird, ganz danach werden wir unser Programm ausrichten. Hier sind wir auf jeden Fall sehr gut untergebracht, die Lodge ist groß und sehr sauber, da lässt es sich schon ein paar Tage aushalten.

 

GLG an euch alle vom Team, Markus

 

 

Teil 7: Namche Bazar, die Hauptstadt im Solo Khumbu

Am Wegesrand
Blumenmeer

Gestern sind wir in der Früh bei wider Erwarten super Wetter in Thame aufgebrochen. Unser Ziel Namche Bazar haben wir dann nach einer gemütlichen Wanderung talauswärts bereits kurz nach Mittag erreicht.
Entlang des Weges beginnt zur Zeit alles zu blühen, allen voran die Rhododendren in den unterschiedlichsten Farben. Im Kontrast mit dem  tiefblauen Himmel und dem mit Neuschnee bedeckten Bergen eine echt wunderbare Kulisse.

Unser Gepäck wurde etwas später von einer Yak-Karavane sozusagen nachgeliefert.

Wir genießen nun hier in Namache Bazar nochmals die Vorzüge der "Zivilisation" und verbringen einige Zeit mit Shopping und Kaffetrinken in einer der unzähligen Bäckereien und den Geschäften hier.

Morgen wollen wir dann endgültig in Richtung Basislager aufbrechen, dabei werden wir entlang des Weges immer wieder versuchen, auch einige Höhenakklimatisationstouren zu unternehmen. Erste Station wird Panpoche sein. Dort am Fuße der Ama Dablam ist es ganz besonders schön zu nächtigen. Eventuell werden wir dort auch in Richtung Basislager oder Lager 1 der Ama Dablam einen Abstecher machen, eben aus Gründen der Höhenanpassung...

Was die nächsten Tage genau bringen, werden wir sehen, aber im Grunde ist doch noch alles eher offen. Vieles hängt von den Verhältnissen und eben auch vom Wetter ab. Das schon für gestern prognostizierte Schlechtwetter ist bis Dato zum Glück noch nicht angekommen. Es ist zwar heute erstmals seit in der Früh etwas bewölkt, Regen gibt es aber zum Glück noch keinen. Aus unserer Sicht kann das ruhig so bleiben, wir hoffen das Beste...

 

LG aus der Sherpa Hauptstadt vom Team Noemi, Georg, Hannes und Markus

 

 

Blumenmeer
Namche Bazar
Schöne Wegbegleiter
Aufstieg zum Sumduri
Im Hintergrund der Cho Oyu
Lawinenabgang in
Richtung Pass
Rast am Vorgipfel
des Sumdur Ri
Erster Blick Richtung
Everest

Teil 6: Sumdur Ri 5270m

Akklimatisationstour ab Thame!

Nachdem wir gestern hier via Hubschrauber angekommen sind, haben wir heute das unerwartet und nicht vorhergesagte perfekte Wetter genutzt und ein Tour in der Umgebung von Thame unternommen. Hier auf der anderen Seite des Passes hat es deutlich weniger Neuschnee gegeben und somit konnten wir fast den ganzen Weg ohne Schneekontakt bewältigen. Nur oberhalb von knapp 5000 Meter war nordseitig etwas Schnee zu finden.

 

Eigentlich wollten wir heute von dieser Seite in Richtung Pass aufsteigen, aufgrund der Beobachtungen aus der Luft gestern, haben wir uns aber dagegen entschieden. Zu groß ist im Bereich des Passzustiegs die Lawinengefahr .… auch der Wetterbericht für die nächsten Tage ist eher bescheiden. Somit haben wir den Plan der Besteigung des Pachermo auch von hier aus Thame nun endgültig gestrichen.

 

Zwecks Akklimatisation werden wir nun in den nächsten Tagen im Solo Khumbu versuchen durch Tagestouren uns den nötigen Schliff für die Höhe zu holen, um dann gut vorbereitet im Basislager einzutreffen.

 

Heute sind wir dazu nach dem Frühstück in Richtung Sumdur Ri, sozusagen der Hausberg von Thame, aufgebrochen. Der erste Teil bis zum einfach zu erreichenden Vorgipfel verlief entlang des gut ausgebauten Steig. Dort hatte Noemi, noch etwas geschwächt von ihrer Brechdurchfall-Geschichte, genug und ließ uns drei alleine weiterziehen. Der letzte Wegabschnitt bis zum eigentlichen Gipfel des Sumduri ist Granitgradkletterei vom feinsten. Das Wetter und die Fernsicht war einfach perfekt, und so konnten wir am frühen Nachmittag die Aussicht am 5250 Meter hohen Felsgipfel mehr als genießen.

 

Der lange Abstieg zurück zur Lodge in Thame war nochmals anstrengend, angesichts des Panorama aber bald hinter uns gebracht.

 

Morgen werden wir von hier weiterziehen nach Namche Bazar. Die Tage danach sind noch etwas ungewiss, sicher werden wir uns aber schön langsam dann in Richtung Basislager aufmachen.

 

Bericht und Bilder: Markus Amon

 

 

Teil 5: Bericht Markus Amon - Passquerung mit Hubschrauberunterstützung

"Lange haben wir gestern hin und her überlegt. Alles wurde abgewogen, jede nur noch so kleine Möglichkeit in Erwägung gezogen…

Aber nun der Reihe nach…

Der eigentliche Plan war ja den Trashi Labtsa aus Akklimatisationsgründen zu überschreiten, und dabei auch noch vom Pass aus den rund 6270 Meter hohen Pachermo zu besteigen….soweit zum Plan.


Der Niederschlag in Form von über einem halben Meter Neuschnee auf 4500 Meter Seehöhe, oberhalb sicher noch viel mehr, stoppte unseren Anmarsch sozusagen über Nacht. Eine nicht gerade „geländegängige“ Trägermannschaft tat das seinige dazu….die Lawinengefahr das weitere…wir steckten also seit vorgestern Nacht am Lagerplatz in 4500 Meter fest. Es war weder ein Vorwärts, aber auch kein Rückwärts mehr möglich.

Der Wetterbericht verhieß zwar für heute und auch morgen Montag eine Wetterbesserung, also keinen weiteren Niederschlag mehr.
Gestern Abend kam dann sehr starker und in der Höhe orkanartiger Wind auf, nicht gerade eine Entspannung der Neuschneesituation und der daraus resultierenden Lawinengefahr war und ist die Folge.

WIR steckten also buchstäblich im Schnee fest…


Schlussendlich haben wir uns für Folgendes entschieden:

Die Küchen und Trägermannschaft bleibt bis zur Entspannung der Lawinensituation am sicheren Lagerplatz auf 4500 Meter Seehöhe. Versorgt werden sie von unserer Küchenmannschaft. Sobald die Verhältnisse einen Abstieg und den Rückweg durch das Rolwaling zulassen, werden sie unter der Führung unseres erfahren Guides absteigen und somit den Rückweg Richtung Kathmandu antreten.

Für uns läuft aber die Zeit, und wir wollen uns ja an die Höhe anpassen. Ein Zuwarten im Lager auf 4500 Meter, vor allem mit dem eher bescheidenen Wetterbericht für die nächsten Tage, würde uns sehr viel Zeit kosten.

Vor allem steht aufgrund der aktuellen Verhältnisse vor der Passquerung ein großes Fragezeichen.

Nach langem hin und her haben wir uns dann schlussendlich für eine Hubschrauberunterstützung entschieden. Eigentlich wollten wir dies ja auf keinen Fall, aber wir haben nach Abwägung aller Punkte entschieden, damit nicht unsere eigentliches Ziel, die Besteigung des Mount Everest, durch ein Stecken bleiben vor dem Trashi Labtsa zu gefährden.

Somit war klar, einzige zeitnahe Möglichkeit - von hier über den Pass zu kommen - war der Hubschrauber.

Am Abend hatte dann unser nepalesischer Organisator Gopi einiges zu organisieren….bis wir dann nach dem Abendessen via SAT-Handy die Nachricht und Zusage für eine Hubschrauberunterstützung erhielten.


Schon knapp nach Sonnenaufgang wurden wir Vier mitsamt der Ausrüstung in der Nähe des Lagerplatzes in zwei Flügen über den Pass geflogen….


Nun sind wir sehr schnell auf der anderen Seite hier in Thame angekommen. Den Ostersonntag verbringen wir nun bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse unserer Lodge. Wir sind froh hier zu sein, alleine unsere Beobachtungen aus dem Hubschrauber haben die Vermutung bestätigt, dass eine Passquerung unter diesen Umständen wohl länger nicht möglich gewesen wäre. Zu viel verfrachteter Neuschnee wäre dem Plan im Weg gewesen.

 

Wir denken nun, dass unsere Träger mit der Küchenmannschaft in den nächsten Tagen gefahrlos absteigen kann. Die Küchencrew wird dann in den nächsten Wochen im Basislager des Everest wieder zu uns stoßen….

 

Wir werden nun in den nächsten Tagen von dieser Seite aus nochmals in Richtung Trashi Labtsa Pass aufbrechen. Aus den Lift-Beobachtungen vom Hubschrauberüberflug wissen wir, dass auf dieser Seite des Passes deutlich weniger Schnee liegt, und auch das Gelände weniger Lawinen gefährdet ist…


Wir planen eben nun die Akklimatisationstour auf den Pachermo 6270m von dieser Seite aus, hoffen, dass wir doch mit dem Wetter etwas Glück haben, und wollen dann erst danach und gut akklimatisiert von hier über Namche Bazar ins Basislager des Everest aufbrachen….

 

Das sind die aktuellen NEWS aus dem tief winterlichen Rolwaling/Solu Khumbu

Wir alle wünschen euch nun noch frohe Ostern und verbleiben mit lieben Grüssen aus Thame

für das Expeditionsteam

Markus

 

Fotos: Markus Amon

 

Hier unter diesem Live Tracker könnt ihr die Expedition live verfolgen ...

  

Teil 4: Bericht Markus Amon aus Na

Blick auf den Yalung
Erste Sonnenstrahlen auf Na
Blick vom Grad hinunter nach Na
Rast auf 5000 Meter am Wandfuss
des Bamongo

Zwei Tage in Na: Akklimatisation und Rasttage auf 4250m

Die letzten zwei Tage haben wir hier in NA, der letzten Sherpa Siedlung im Rolwaling Tal, verbracht. Zum einen wollten wir uns an die Höhe von über 4000 Meter anpassen aber auch ein wenig erholen von den letzten Tagen.

Ganz besonders brauchen das auch unsere Träger, ein Teil der Mannschaft kommt ja aus Kathmandu und ist daher auch die große Höhe nicht gewohnt. Auch das Tragen der bis zu 30kg schweren Lasten setzte dem einen oder anderen auch gehörig zu. Noch dazu kommen die schwierigen Wegabschnitte erst in den nächsten Tagen. Ganz besonders die Paßquerung des Tashi Labtsa mit 5750 Meter wird ihnen einiges abverlangen.

Wir haben nun zur Verstärkung unserer Trägermannschaft noch einige lokale Träger hier aus Na organisieren können. Sie werden ihnen bei der Paßquerung einiges an Traglast abnehmen.

Georg, Hannes und ich haben gestern eine Akklimatisationstour in Richtung Bamongo, dem 6400 Meter hohen Bergriesen welcher direkt über Na mit seiner eindrucksvollen Südwand steht, unternommen. Ziel war nicht der Gipfel sondern der Wandfuß auf ca. 5000 Meter Seehöhe, um uns eben zu Akklimatisiieren und auch das grandiose Panorama zu genießen. Noemi konnte aufgrund einer Magenverstimmung nicht mit. Sie hatte irgendetwas vom Abendessen nicht vertragen und hatte eine eher ungute Nacht hinter sich gebracht. Gleich mehrmals musste sie sich übergeben, fühlte sich wie gerädert und blieb geschwächt in der Lodge.

 

Heute geht es ihr schon besser, auch Georg blieb heute zwecks Erholung hier im Dorf. Hannes und ich wollten der gestern vom Gegenhang ausgekundschafteten Route in Richtung Yalung Ri folgen. Nach dem Frühstück packte wir unsere Sachen, erstmals auch die Steigeisen und auch die „richtigen“ Bergschuhe wurden angezogen. Unmittelbar in Dorfnähe zieht eine Rinne steil bergauf in Richtung Yalung Ri. Genau dieser folgten wir beide im ZickZack bis hinauf auf den Grad. Gut 1200 Höhenmeter brachten wir bei perfekten Schneeverhältnissen hinter uns, ehe wir die letzten Meter bis zum namenlosen ca. 5350 Meter hohen Gipfel auf einem Blockgrad hinter uns brachten. Heute war erstmalig die Tagesbewölkung schon sehr früh aufgezogen, dennoch konnten wir in den Wolkenlöchern die beeindruckende Gegend des Rolwaling von dort oben bewundern. Auch der Tiefblick vom diesem namenlosen Vorgipfel des Yalung Ri hinunter in die Ortschaft Na war echt sehr luftig.

 

Der steile Abstieg durch die schneebedeckte Rinne war aber rasch hinter uns gebracht und so konnten wir um 13:30 schon gemeinsam mit den anderen zwei das Mittagessen in der Lodge genießen.

 

Der Nachmittag galt dann ganz der Erholung. Morgen wollen wir dann wieder weiter ziehen in Richtung Talschluss. Wie schon beschrieben gibt es dann keine Lodge mehr für unser Nachtlager, die Alternative für die nächsten Tage wird das Zelt sein…

 

Alle Bilder: Markus Amon

 

 

 

Wegabzweigung von
der Strasse ins Rolwaling
Tal
Nächtlicher Besuch
in der Lodge
Heimelig warmer Auf-
enthaltsort
Junge Piloten
Namenloser 6000er Wegbegleiter
Panorama über Na
Weg durch den Urwald
Wildes Wasser

Teil 3: Unterwegs im Rolwaling

Bericht Markus Amon
Unterwegs im Rolwaling: In vier Tagen bis zur letzten Sherpa Siedlung „NA“ auf 4150m

"Nun sind wir schon einige Tage hier im Rolwaling unterwegs. Bei bestem Wetter steigen wir stetig das wunderschöne und sehr wenig von Trekkern besuchte Tal hinauf. Kaum treffen wir entlang des Weges auf Leute. Einzig wir mit unserer Trägermannschaft sorgen in den kleinen Dörfern entlang des Weges für Abwechslung.

Von der Straße, welche für ein großes Kraftwerksprojekt bis an die tibetische Grenze gebaut wurde, zog am ersten Tag der Steig über hunderte Stufen sehr steil hinauf nach Simigaun. In einer kleinen Lodge hatten wir unser Quartier bezogen. Unsere Küchenmannschaft versorgt uns nun schon seit Beginn mit allerlei Köstlichkeiten. Auch die Zimmer in der Lodge waren einfach aber sauber und boten den notwendigen Komfort. Das dachten sicher auch die in der Nacht aus allen Ritzen (und derer gab es genug) herauskommenden Mitbewohner. Die fast handtellergroßen Spinnen erzeugten ein gewisses Gefühl des Unbehagens … die ersten wurden noch von uns hinausgebeten, aber irgendwann war der Schlaf stärker und wir ließen dem Schicksal seinen Lauf. Keiner von uns wurde trotz der für uns Europäer furchteinflössenden Größe der Spinnen gefressen … alle konnten in der Früh den Weg unversehrt fortsetzen.

 

Der uralte Steig war wunderbar angelegt und verlief großteils durch blühende Rhododendren Wälder. Der Schatten schützte uns vor der Sonne und so konnten wir gut beschattet rasch an Höhe gewinnen. Die nächste Lodge in Dokhang lag schon auf gut 2800m Seehöhe und so waren auch die Temperaturen in der Nacht in unserer Daunenschlafsäcken gut zu ertragen. Einzig unsere Trägermannschaft kämpfte mit der Last und den hohen Tages-Temperaturen und kam erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit mit all unserer Ausrüstung an der Lodge an. Trotz allem war die Stimmung in der Mannschaft gut und nach einer erholsamen Nacht sollte die nächste Etappe für keinen ein Problem werden.

 

Wieder ging es durch urwaldähnlichen Bewuchs, gut beschattet hinauf zur nächsten Siedlung. Der Blick in die uns umgebende Bergwelt wurde immer eindrucksvoller, ehe wir am Ende des Tages die Waldgrenze endgültig hinter uns ließen und wir uns inmitten des Rolwaling Gebirge befanden. Zahlreiche zum Teil namenlose 5000 und 6000er bildeten unsern Horizont. Auch ein kurzer Blick auf den bekannten Gaurishanka (7135m) war uns gegönnt, eher die vorgelagerten Berge und das enge Tal den Blick wieder verwehrte.

 

In Beding legten wir unseren dritten Zwischenstopp ein bzw. schlugen wir unser Nachtlager in einer Lodge auf.

Die gut 3800m Seehöhe merkt man so richtig, nachdem die Sonne untergangen ist. Das erste Mal waren wir froh um unsere Daunenjacken beim Abendessen. Danach war der Schlafsack der beste Ort um die Nacht genießen zu können.

 

Heute sind wir nun das nächste Wegstück bis hier nach Na gewandert. Um uns herum eine unbeschreibliche Bergkulisse, über uns strahlt die Sonne vom tiefblauen Himmel. Wir sind schon um die Mittagszeit hier auf 4200m angekommen. Ein kurzer Abstecher zum etwas oberhalb der Ortschaft gelegenen Kloster bot uns noch einen besseren Ausblick Tal einwärts. In der einzigen Lodge hier beziehen wir unsere letzte feste Bleibe.

 

Na ist die letzte Ortschaft hier im Rolwaling, ab hier werden wir für die nächsten Nächte beim Lagern auf das Zelt angewiesen sein…

 

Plan ist nun hier ein paar Tage zu bleiben und uns mit Tagestouren in der Umgebung auf die Höhe anzupassen, ehe wir mit der gesamten Mannschaft weiter in Richtung Tashi Labtsa Pass weitergehen werden. Nach ersten Infos wird uns dort sehr viel Schnee erwarten, was beim Blick auf die umliegenden Berge schon zu erkennen ist.

 

Einige Gruppen sind aber nun schon vor uns dorthin unterwegs, wir hoffen das sie über den sicher noch tiefwinterlichen Pass eine Weg Möglichkeit finden werden. Sollte eine Paßquerung nach Thame nicht möglich sein, haben wir allerdings ein kleines Problem. Den dieser Paß ist von hier die einzige Möglichkeit um zu Fuß überhaupt ins Everest Gebiet zu gelangen….

 

Wir hoffen aber das Beste und blicken zuversichtlich in die nächsten Tage. Sollte das Wetter so beständig bleiben, dann wird sich die Schneedecke noch besser verfestigen und uns mitsamt der Trägermannschaft eine Paßquerung gelingen.

 

Uns allen geht es gut, schön langsam kommen wir hier an und genießen die Wanderungen in dieser wunderschönen Bergwelt."

 

Liebe Grüße von uns allen an euch treuen „Bloglesern“ sendet euch das Everest Team

 

Fotos: Markus Amon 

 

 

 

Teil 2 Everest Expedition Markus Amon: Schotterstraßen - Gonggar erreicht!

Bericht Markus Amon: Schotterstraße, Staub und durchgeschüttelt - Gonggar am Ende der Straße erreicht!

"Schon kurz nach dem Frühstück sind wir heute endlich aus der extrem staubigen und heißen Hauptstadt Kathmandu aufgebrochen. Gemeinsam mit unseren Trägern, dem Trekking-Guide und auch der Küchenmannschaft fuhren wir alle zusammen in einem Bus los.

Wir waren alle froh das es endlich losging, und hofften bald auf bessere Luftverhältnisse, aber was wir zwar vermuteten, aber dennoch nicht glauben wollten - die staubige Straße wird uns den ganzen Weg begleiten.

Anfangs war die Straße noch ziemlich voll, mit zunehmender Entfernung zur Hauptstadt wurde zwar der Verkehr besser, aber der Staub blieb. Durch die echt schlechte Straße kamen wir noch dazu kaum vorwärts…

Nach 9 Stunden hatten wir knapp die gut 200 Kilometer hinter uns gebracht, mitten in Gonggar wurden wir mitsamt der Mannschaft und Gepäck ausgeladen. Man findet sich in Mitten einer riesen Kraftwerksbaustelle wieder, kein wirklich lauschiges Plätzchen.

Bis morgen werden wird das aber sicher überstehen, denn dann geht’s auf eigenen Füßen los ins Rolwaling Gebiet."

 

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Teil 1: Mt Everest Expedition 2017

Bericht von Markus Amon aus Nepal

Tage in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals

Nachdem wir hier am Dienstag um die Mittagszeit angekommen sind, hat sich einiges getan.
Unsere Ausrüstung, welche wir ja schon zu einem großen Teil vor vier Wochen hierher gesendet haben, und unsere nun mitgebrachten Sachen mussten zusammensortiert werden …. Hin und her packen, aus- und einpacken…aber irgendwann hat alles seinen Platz und wir es in der gewollten Ordnung.


Auch Billi Bierling, die Nachfolgerin der Himalya Database Chronologistin Ms. Hawley hat sich kurz mit uns getroffen.

Eine Unterweisung in unser medizinisches Sauerstoffsystem für den Notfall war der Abschluss der Vorbereitungen hier in der Stadt.

Heute haben wir am Nachmittag dann schlussendlich unser Permit erhalten, die letzten Besorgungen gemacht und nochmals genießen wir die Vorzüge der Stadt.

Dennoch sind wir nun froh endlich von hier los zu kommen. Der Dreck und vor allem der Staub, der Verkehr und Lärm machen uns den Abschied sicher nicht schwer und wir freuen uns nun schon sehr auf die unbeschreibliche Natur hier am Dach der Welt.

Morgen nach dem Frühstück werden wir gemeinsam mit unserer Trekking-Mannschaft losfahren. Auf dem Landweg werden wir in Richtung Osten auf mehr oder weniger guten Straßen sicher viele Stunden brauchen, ehe wir am Abend an unseren Ausgangspunkt im Rolwaling Gebiet ankommen.

 


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