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Bergrettung
 
 

Haftung und Schadenersatz beim Wandern und Bergsteigen

01.10.2015 Generali Versicherung AG

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GENERALI SERVICE-TIPP: HAFTUNG BEI WANDER- UND BERGTOUREN

Freizeitunfälle im Wald oder in den Bergen werfen viele Haftungs- und Schadenersatzfragen auf.

 

 

 

Wien – Der Herbst zählt für viele Wanderbegeisterte und Bergsteiger zur schönsten Jahreszeit. Nicht selten endet eine Wander- oder Bergtour jedoch im Spital. Im Jahr 2014 verunfallten in Österreich 8.000 Wanderer und 6.200 Mountainbiker. Folgen davon sind neben hohen Such-, Rettungs- und Bergungskosten oft auch hohe Behandlungskosten, da Freizeitunfälle nicht ausreichend gesetzlich abgesichert sind. Die persönliche Vorsorge durch eine private Unfallversicherung spielt neben Können und Kondition, der richtigen Ausrüstung sowie vor allem dem Wissen um Haftungs- und Schadenersatzfragen eine wesentliche Rolle. Grund und Boden haben auch im Wald einen Eigentümer, die Benützung ist nicht selbstverständlich.

 

Nutzung von Wald und Weide – Was ist Erlaubt?

Laut Österreichischem Forstgesetzes darf jeder einen Wald „zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten“. Erlaubt ist, was unter „Betreten“ verstanden wird, so auch Wandern, Laufen und Klettern. Für das Radfahren, Mountainbiking, Reiten, Zelten und Lagern bei Dunkelheit bedarf es einer Genehmigung des Eigentümers – etwa durch Hinweisschilder. Beim Klettern ist zu beachten, dass Kletterhilfen mit einzelnen Haken ohne Zustimmung gesetzt, jedoch Klettersteige nur mit dem Einverständnis des Eigentümers errichtet werden dürfen.

 

Benützungsbeschränkungen kann es in öffentlichem oder privatem Interesse geben, zum Beispiel durch Aufforstung, Naturschutz, Jagd, Wildzucht oder bei einem „Privatwald“ neben einem Wohnhaus. Als Benützungsverbot gelten Zäune und Wegsperren. Ist ein Zaun durch Übersteige oder Durchlässe unterbrochen, ist die Sperre aufgehoben. 

 

Das Betreten von Weiden und Ödland – die baumfreie Zone oberhalb des Waldes – ist so wie die Waldbenützung geregelt. Wer sich über diese Benützungsbeschränkungen hinwegsetzt, muss mit einer Verwaltungsstrafe gemäß Forstgesetz beziehungsweise mit einer Besitzstörungsklage des Eigentümers rechnen.

 

Haftung bei mangelhaften Wegen

Die Haftung für einen mangelhaften Weg hängt von der Art der Benützung und der Beschaffenheit des Weges ab. Tritt bei einer unentgeltlichen Benützung eines Weges auf Grund eines mangelhaften Zustandes ein Schaden an Personen oder Gegenständen ein, haftet der Wegehalter für grobe Fahrlässigkeit, also einer ungewöhnlichen Vernachlässigung der Sorgfaltspflicht oder wenn Schäden wahrscheinlich und vorhersehbar sind. Wegehalter ist, wer die Kosten für die Errichtung und Erhaltung des Weges trägt und die Verfügungsmacht hat, um entsprechende Maßnahmen zu setzen. Der Verschuldensgrad hängt vom Ausmaß und Gefährlichkeit der Beschädigung ab, von der Dauer der „Untätigkeit“ und der Frequenz des Weges.

 

Wird für die Benützung des Weges ein Entgelt verlangt – zum Beispiel Mautstraßen, Eintrittsgelder für Klammwege oder Wege in unmittelbarem Zusammenhang mit Liftanlagen – haftet der Betreiber bereits ab leichter Fahrlässigkeit. In diesem Fall gilt auch die Beweislastumkehr, der zu Folge der Wegehalter seine Unschuld beweisen muss.

 

Bei unrechtmäßiger Benützung eines Weges kann sich der Geschädigte nicht auf die Mangelhaftigkeit berufen, wenn diese nur die verbotene Benützungsform betraf. In diesen Fällen ist alleine der Nutzer für seine Sicherheit verantwortlich. Dies gilt auch für halterlose Wege, die unter anderem im Hochgebirge durch regelmäßigen Gebrauch von Mensch oder Wild entstehen.

 

Haftung des Bergkameraden und Bergführers

Wer sich bewusst in eine besondere Situation begibt, muss auch auf besondere Anforderungen vorbereitet sein, weshalb beispielsweise bei Bergtouren eine erhöhte Sorgfalts- und Aufmerksamkeitspflicht besteht. Jeder Bergsteiger nimmt mit einer Bergtour verbundene Gefahren bewusst eigenverantwortlich in Kauf. Ein Bergkamerad haftet entsprechend seinem Wissen und der Zumutbarkeit für Unachtsamkeit und Missachtung von vorhersehbaren Gefahren bzw. für Unterlassungen.

 

Überträgt eine Gruppe einem an alpiner Erfahrung überlegenen Mitglied besondere Verantwortung, entstehen für diesen „Führer aus Gefälligkeit“ erhöhte Schutz- und Sorgfaltspflichten. Für die Haftung ausschlaggebend sind verschiedene Umstände wie:

 

 

  • Das Bagatellisieren oder Verheimlichen von Gefahren.
  • Schwächere zu einer gefährlichen Tour überreden.
  • Nicht für die zugesicherte adäquate Ausrüstung sorgen.

Um eine Haftung zu vermeiden, müsste der „Führer aus Gefälligkeit“ dies ausdrücklich erklären.

 

Zu empfehlen ist eine Tour mit einem professionellen Bergführer. Dieser haftet wie ein „Sachverständiger“ für die Verletzung von Sorgfalts- und Wissensstandards sowie von Schutzpflichten ihrer Berufsgruppe ab leichter Fahrlässigkeit. Es tritt eine Beweislastumkehr in Kraft, nach der nicht der Geschädigte die Schuld des Verursachers sondern der Bergführer seine Unschuld beweisen muss.

 

Pflicht zur Bergung und Rettung

Die Unterlassung von Hilfeleistung ist in jedem Fall, nicht nur beim Wandern oder Bergsteigen, strafbar und kann zivilrechtliche Schadenersatzansprüche zur Folge haben. Bei einem Unglücksfall muss jeder Hilfe leisten, um Menschen aus der Gefahr des Todes oder der beträchtlichen Körperverletzung beziehungsweise Gesundheitsschädigung zu retten soweit dies zumutbar ist. Die Hilfeleistung ist insbesondere dann nicht zuzumuten, wenn sie nur unter Gefahr für Leib oder Leben oder unter Verletzung anderer ins Gewicht fallender Interessen möglich wäre. Für den Verursacher einer Verletzung einer anderen Person bestehen strengere Hilfeleistungspflichten. Das Im-Stich-lassen einer Person, deren Verletzung man selbst verursacht hat, wird zudem strafrechtlich verfolgt. 

 

Suchaktion kostet auch „ohne Auftrag“ 

Grundsätzlich trägt der Gerettete Such-, Rettungs- und Bergekosten nach Freizeitunfällen. Dies gilt auch, wenn Dritte eine Bergung oder Suchaktion einleiten, wenn Grund zur Annahme besteht, dass einer vermissten Person ein Unglück zugestoßen ist. Auch wenn der Gesuchte sich nie in Gefahr befand und eine Suche nicht notwendig gewesen wäre, trägt er – nach den Regeln der „Geschäftsführung ohne Auftrag“ – die Kosten der Suchaktion.

 

Bergungskosten und die Kosten der Beförderung bis ins Tal werden bei Unfällen in Ausübung von Sport und Touristik von der Sozialversicherung grundsätzlich nicht ersetzt. Einen Ersatz der Bergungskosten leistet beispielsweise der Versicherungsschutz, den man im Rahmen der Mitgliedschaft bei einem alpinen Verein oder der Förderung eines Bergrettungsdienstes erwirbt. Die Höhe dieses Kostenersatzes ist je nach Organisation auf 15.000 bis 25.000 Euro begrenzt.

 

In vollem Umfang gedeckt sind Such-, Rettungs-, und Bergungskosten nur durch eine private Unfallversicherung. Des Weiteren deckt die gesetzliche Unfallversicherung nur akute Behandlungskosten ab. Ein Ersatz der Folgekosten sowie eines später ausbleibenden Verdiensts bei bleibenden Beeinträchtigungen wird nicht geleistet. Vor diesen finanziellen Belastungen schützt ebenfalls eine private Unfallversicherung.

 

Weitere Informationen dazu unter: https://www.generali.at/privatkunden/unfallschutz.html 

 

Hinweis:

Bei diesem Text handelt es sich um eine unverbindliche Basisinformation für Medienvertreter, jedoch nicht um ein Angebot, eine Aufforderung oder eine Empfehlung zum Kauf von Versicherungsprodukten. Informationen über Produkte und Services sind verkürzt bzw. vereinfacht dargestellt – die genaue Definition und der Umfang des Versicherungsschutzes sind in den jeweiligen Vertragsgrundlagen festgehalten. Informationen über den Geschäftsverlauf und dessen Prognosen sind verkürzt bzw. vereinfacht dargestellt. Die in diesem Text dargelegten Fakten und Informationen sind möglichst aktuell, können sich aber in der Zukunft ändern. Sowohl die Generali Gruppe als solche als auch ihre Organe, leitenden Angestellten, Mitarbeiter und sonstige für die Generali Gruppe tätige Personen lehnen jede ausdrückliche oder implizite Haftung oder Gewähr für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der in diesem Dokument enthaltenen Informationen ab. 

 

DIE GENERALI VERSICHERUNG AG

 

Die Generali Versicherung ist mit einem Marktanteil von 13,4 Prozent die drittgrößte österreichische Versicherungsgesellschaft und Marktführer in der Lebensversicherung mit laufender Prämienzahlung, in der Schaden-/Unfallversicherung, in der Kfz- und Rechtsschutzversicherung sowie in der Haushalt-/Eigenheimversicherung. 1,7 Millionen Kunden vertrauen auf die Finanzstärke, das dichte Vertriebsnetz sowie die hohe Kunden- und Serviceorientierung des Allspartenversicherers.


Die Generali Versicherung ist ein Unternehmen der Generali Group – eine der führenden globalen Versicherungsgruppen mit einem Prämienaufkommen von 70 Milliarden Euro im Jahr 2014. Mit 78.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit und 72 Millionen Kunden in mehr als 60 Ländern nimmt die Generali eine führende Position auf den westeuropäischen Märkten ein und gewinnt auch in Zentral- und Osteuropa sowie in Asien immer mehr an Bedeutung.


www.generali.com