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Bergrettung
 
 
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Chronik

Die geschichtliche Entwicklung der Bergrettung Hallein

(Daten und Fakten recherchiert und zusammengestellt vom ehemaligen Bezirksleiter Johann Gradl)

Der Rettungsdienst im Gebirge ist nicht neu, er ist so alt wie das Bergsteigen selbst. Um die Jahrhundertwende, im Zeitalter des klassischen Alpinismus, in einer Zeit, in der das Bergsteigen einen gewaltigen Aufschwung erlebte, ergab sich die Notwendigkeit, eine Organisation zu schaffen, die verunglückten Bergsteigern organisiert zu Hilfe kam.
Der idealistische Aufschwung des ausgehenden 19. Jahrhunderts zur Verwirklichung vieler Rettungsstellen erhielt einen gewaltigen Auftrieb, vor allem aber eine organisatorische Basis zur raschen Vermehrung durch den Beschluß der Hauptversammlung des DuÖAV in Wiesbaden im Jahre 1902, in allen Sektionen Bergrettungsstellen einzurichten.
Der vom damaligen Zentralausschuß Innsbruck des DuÖAV der Generalversammlung in Wiesbaden aufgrund der Anträge mehrerer Sektionen vorgelegte Organisationsplan lautete in seinen Grundzügen wie folgt:
 "An jedem Sitz einer Sektion des Alpengebietes ist, wenn irgendwie möglich, eine Rettungsstelle zu gründen.
Im Gebiet jeder Rettungsstelle sind tunlichst viele Meldeposten zu errichten, welche die Aufgaben haben, von vorkgekommenen oder vermuteten Unfällen so rasch wie möglich die Rettungsstelle zu verständigen."
So wurde bereits 1902 die Bergrettung Hallein mit dem Namen Alpiner Rettungsdienst Hallein gegründet.

   Nun zur geschichtlichen Entwicklung unserer Ortsstelle:
Der damalige Leiter der Alpinen Rettungsstelle Hallein war Ing. Conrad Rettinger, ein Zellulosebeamter mit der Tel. Nr. 2.
Diese errichtete eine Alpine Meldestelle im Gasthof „Zur Bergmannstreu“ am Dürrnberg und einen Alpinen Rettungsposten in Krispl.
Zwischen 1902 und 1918 waren keine schriftlichen Aufzeichnungen zu bekommen, und es ist uns bis dato nicht nachvollziehbar, was in diesem Zeitraum innerhalb der Rettungsstelle vorgefallen ist.
1918: Nach dem ersten Weltkrieg führte Josef Göttlicher die Geschicke der Alpinen Rettungsstelle Hallein.
1923: es gab einen Führungswechsel der Alpinen Rettung des Alpenvereins: Josef Göttlicher übergab die Leitung an Heinrich Schauer.
Die Mannschaftsstärke betrug damals 10 Mann.
1930: Ein Bestandsverzeichnis vom 1. Jänner 1930 über die Alpinen Rettungs- und Meldestellen des DuÖAV im Lande berichtet von drei Meldestellen in Hallein:
1. Rathaus Hallein, Polizei
2. Gasthof zur Sonne in Dürrnberg
3. Roßfeldhütte des SC Salzburg

1934: Bergsteigerische Ideale und Freude am Rettungsdienst brachten es zustande, daß trotz politischer Gegensätze die meisten Mitglieder der durch Verbot aufgelösten Naturfreunde-Rettung, die 1923 gegründet wurde, der Alpinen Rettungsstelle des Alpenvereins beitraten. Die Leitung übernahm Heinrich Schauer und für die Ausbildung war Florian Holzer verantwortlich. Die damalige Schulungsstätte war im Erkerraum im Stampflbräu.
Der Mitgliederstand war damals 14 Mann.
1938 – 1945 Deutscher Alpenverein – Bergwacht.
Während des zweiten Weltkrieges sank der Mannschaftsstand auf 10 Mann.
Leiter war weiterhin Heinrich Schauer.
1945 Auflösung der Bergwacht Hallein.
Einige beherzte Männer, Bergsteiger und Idealisten, gründeten den selbständigen „Alpinen Rettungsdienst Hallein“ unter dem Vereinsnamen ARD Hallein. Aus der geschichtlichen Entwicklung des alpinen Rettungswesens ist es verständlich, dass zum Alpenverein enge und herzliche Bande bestehen blieben.
Zum Ortsstellenleiter wurde Sepp Liebenwein gewählt. Als Schulungsstätte diente das damalige Panorama, wo heute die Sparkasse Hallein steht. Erfreulicherweise stieg der Mannschaftsstand auf 22 Mann.
1946 wurde der Österr. Bergrettungsdienst als selbständiger Verein gegründet.
Der 19. Mai 1946 brachte der Ortsstelle Hallein einen schweren Verlust: Bei der Heimfahrt von einer Frühjahrstour verunglückten Sepp Liebenwein, Sepp Bauer, Willi Joscha und Franz Lindenbauer am Paß Lueg tödlich.
Ludwig Weixlbaumer sen. übernahm die Ortsstelle Hallein.
1948: Matthias Endhammer wird zum Ortsstellenleiter gewählt. Ein zu kleiner Schulungs- u Geräteraum behindert die Ausbildung; jedoch kameradschaftliche Zusammenarbeit meistert auch diese Probleme.
1961: Matthias Endhammer wird zum LL STV. für das Land Sbg. gewählt. Die Ortsstelle übernimmt Otto Neureiter. Das Problem des unzulänglichen Schulungsraumes läßt Pläne für einen Neubau reifen.
1973: Endlich kann mit dem Bau eines Schulungsheimes am Pingitzzerkai begonnen werden. 2900 freiwillige Arbeitsstunden waren notwendig, um dieses Haus zu errichten. Otto Neureiter war stets die treibende Kraft.
1980: Ortsstellenleiter Otto Neureiter, der die letzten Jahrzehnte des Bergrettungsdienstes mit seiner vorbildlichen Leitung prägte, stirbt allzu früh.
Die Leitung übernimmt Johann Gradl.
1991: nach 11 Jahren Ortsstellenleiter wird Johann Gradl nach dem tragischen Absturz des Bezirksleiters Johann Lindenthaler an der Pallavicinirinne zum Bezirksleiter gewählt.
In dieser Zeit übernimmt Johann Lienbacher jun. die Ortsstelle Hallein. Die Mannschaftsstärke wächst auf 34 Mann.
2006: nach 15 Jahren tritt Johann Lienbacher zurück und Gerhard Rettenbacher seine Nachfolge an.
2008 stellt u. a. die Landesleitung Salzburg der Ortststelle ein Allrad getriebenes Fahrzeug mit Ausstattung nach unseren Vorstellungen und Bedürfnissen zum ausgiebigen Testen und für Einsätze zur Verfügung, welches im Frühjahr 2010 angekauft wurde.
Mittlerweile (Stand März 2016) besteht die Mannschaft aus 46 aktiven Bergrettern und 3 Bergretterinnen, davon 10 in Ausbildung.