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Bergrettung
 

Geschichte der Ortsstelle Golling

Bis zum Jahre 1939 bestand in Golling bereits  eine Meldestelle für Bergunfälle.

Die Rettungseinsätze wurden vom Gendarmeriepostenkommandant Kranzinger mit freiwilligen Helfern – es waren meist Bauern und Jäger durchgeführt.

Die Ortsstelle Golling der damaligen Bergwacht wurde im Jahre 1939 von einem Herrn Fischer gegründet. Damalige Mitglieder waren: Otto Pixner (Baumeister), Edi Schnöll, Medart Wenger, Hans Steiner, Wolfgang Borovic, Karli Hofer und Schörghofer. Ing. Otto Pixner war Mitglied ab 1. November 1940 und war dann langjähriger Obmann der Ortsgruppe.

Als Lagerungsstätte für Geräte diente ein kleiner Raum im Schloß Golling auch „Bergrettungskammerl“ genannt. 

In den Jahren 1941 wurden Sanitätskurse durch Dr. Paul Pongratz und dem roten Kreuz sowie ein 10 tägiger Weiterbildungskurs im Venedigergebiet durchgeführt. 

In den Jahren 1942 bis 1945 wurden zwar vereinzelt Hilfeleistungen getätigt, genaue Daten sind jedoch nicht vorhanden, da die meisten Mitglieder zur Wehrmacht eingerückt waren. Leider kamen einige nicht mehr zurück.

Im Jahre 1945 wurde der Bergrettungsdienst im Land Salzburg neu gegründet.

In den folgenden Jahren wurden immer wieder Streifen- und Sanitätsdienste bei verschiedenen Alpinen Veranstaltungen durchgeführt. Auch kam es immer wieder zu tödlichen Unfällen  im Göllmassiv.

Im Jahre  1949 wurde bereits alle 14 Tage Schulungsabende durch unseren Schulungsleiter Palora im Turnsaal der Volksschule abgehalten. Dazu kamen noch die Übungen mit dem Stahlseil in der Hiasenwand bei Golling. Auch wurde in diesem Jahr der Ostgrad des Hohen Gölls im Winter erstmals von Bergrettungskameraden überschritten.

In den folgenden Jahren wurden immer wieder Suchaktionen und Bergungen von verirrten oder verletzten Touristen notwendig. Leider waren auch fast jedes Jahr Totbergungen zu verzeichnen.

Im Jahr 1953 wurde mit Unterstützung der Gemeinde Golling ein neuer Dienstraum für die Bergrettung eingerichtet. Es wurden in diesem Jahr 26 Schulungsabende, 15 Streifendienste und 5 Dienste bei Schiveranstaltungen durchgeführt. Die Chronik berichtet von 9 Bergrettungsmännern und 3 Anwärtern. 

Im Jahre 1957 wurde erstmals zur Unterstreichung der guten Kameradschaft und zur Aufbesserung der finanziellen Mitteln der „Bergrettungsball“ welcher auch heute noch immer am letzten Samstag im Jänner stattfindet veranstaltet. Die Statistik meldet für dieses Jahr: 2 Sommereinsätze mit zwei Toten in der Wieswand; drei Wintereinsätze mit einer Toten am kleinen Göll; 15 Sommer und Winterstreifen; zwei Dienste bei Schiveranstaltungen sowie 24 Schulungsabende. Personeller Stand: 13 Bergrettungsmänner und 3 Anwärter.

 

Im Winter 1961 fand eine groß angelegte, sehr gefährliche Suchaktion im Bereich des hohen Göll statt.Der Vermisste stieg im Alleingang in der Nacht zum 28. Februar durch die Ostwand auf und wurde gegen 14:00 Uhr bei einem bereits vorauszusehenden Wettersturz  am Hohen Göll gesehen.

Am 1. März wurde er als vermisst gemeldet und eine Suchaktion eingeleitet. Diese dauerte bis zum 8. März an und war auf Grund großer Lawinengefahr äußerst gefährlich. Bei dieser Suchaktion kam auch erstmals ein Hubschrauber der deutschen Bundeswehr zum Einsatz welcher am 2. März am Purtschellerhaus nach der Landung von einer Windböe erfasst und zerstört wurde. Am 8. März wurde die Leiche von einem Tourengeher in den Westabbrüchen des „hohen Bretts“ gefunden und am 10. März 1961 nach Berchtesgaden abtransportiert. 

1963 fand erstmals eine gemeinsame Übung mit einem Hubschrauber.

In den folgenden Jahren nahm die Bergrettung auch immer mehr am öffentlichen Vereinsleben aktiv teil. Auch wurden Ausflüge mit den Frauen in bekannte Klettergebiete in Südtirol oder in den hohen Tauern veranstaltet um ihnen einen Ausgleich für die oft großen Ängste während der Einsätze zu bieten.

Immer wieder kam es in den nächsten Jahren zu Suchaktionen und Bergungen im Einsatzgebiet.

So waren fast jedes Jahr auch Todbergungen zu verzeichnen. 

Einer der größten Einsätze war der Brandeinsatz am Kastenspitz im Sommer 1976.

Ausgelöst durch ein Freudenfeuer zum 50-jährigen Priesterjubiläum von unserem Pfarrer Eduard Angermann dauerte der Brand vom 4. Juli  bis zum 17. Juli 1976 welcher auch in den Medien großes Echo hervorrief.

In den nächsten Jahren mehrten sich die Einsätze in den Lammer- und Salzachöfen durch das starke Aufkommen der Kajak- und Raffdingfahrer. So mussten immer mehr gestrandete Wassersportler über die senkrechten Uferwände aufgeseilt werden.

Auch die Höhlenrettung wurde bei diversen Einsätzen von uns tatkräftig unterstützt. So wurde zum Beispiel am 19. Februar 1978 ein in der Brunneckerhöhle verunglückter Mann mit einem Beckenbruch  in Stundenlanger Arbeit aus der Höhle geborgen.

Der Anstieg der Tourengeher machte sich in den Statistiken der Lawinenabgängen bemerkbar wie etwa das große  Unglück im Jahre 1982 in Werfenweng.

Auch der Hohe Göll forderte weiterhin seine schon fast jährlichen Todesopfer.  So brach im „Wilden Freithof“ eine Eiskapelle zusammen welche zwei Todesopfer und einen Verletzten forderte.

1985 ein weiterer Tragischer Unfall am Schneibergrad. Drei Mädchen hatten sich verstiegen und stürzten im schroffigen Gelände ab. Ein Mädchen konnte nur mehr tot geborgen werden – ein weiteres mit schwersten Verletzungen. Es ist immer wieder tragisch wenn man den Wettlauf mit dem Tod verliert.

Auch die Einsätze mit Fluggeräten vermehrten sich. Für die Bergung von Paragleiter und Drachenflieger waren wir schon gerüstet und eingeübt. Am 28. September 1986 stürzte jedoch am Platteneck im Tennengebirge ein Flugzeug mit vier Personen ab welche den Absturz nicht überlebten. Die Bergung erfolgte gemeinsam mit der Feuerwehr mit Unterstützung eines Hubschraubers.

Im Jänner 1989 begann der Umbau unseres neuen Vereinsheims, welches wir am 23. Oktober nach 2044  freiwilligen Stunden feierlich einweihten. Auch eine Kletterwand wurde eingebaut.

Anfang der 90iger Jahre machte sich der Trend zum Canyoning bemerkbar. So gab es bereits 1990 eine Suchaktion in der Taugl und 1992 eine Todbergung im selben Wildbach. Dies war wiederum eine Herausforderung sich dieser neuen Aufgabe zu stellen. War es bisher der feste Boden unter den Füßen so mussten sich einige Kameraden jetzt dem feuchten Element stellen. Dabei musste auch die Ausrüstung den speziellen Aufgaben angepaßt werden. Die neuen Kenntnisse konnten wir sodann schon am 5. Juni 1994 anwenden, als gleich zwei Rafftingboote mit 12 Gästen in den Lammeröfen kenterten. Sechs konnten sich selbst retten, die anderen wurden teilweise verletzt oder stark unterkühlt von der Ortsstelle Golling über 25 Meter hohe Wände geborgen.

Für einige Abwechslung bei den Einsätzen sorgten in den  letzten Jahren auch die Bergung eines Heißluftballons am Wirreck oder eine Bergung einer geschossenen Gemse für einen Jäger (welche später natürlich auch verzehrt wurde). Auch für den reibungslosen Ablauf großer Veranstaltungen  in Golling werden wir immer öfter angehalten. Eine willkommene Abwechslung bei der wir nach den Umzug auch einmal unsere Sitzqualitäten unter Beweis stellen können.