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Bergrettung
 
 

Chronik der Ortsstelle Werfen

Die freiwilligen Retter für die in Bergnot- und anderen Gefahren geratenen, haben sich 1919 in der Sanitäts- und Rettungsstaffel der Feuerwehr Werfen unter Kommandanten Peter Kendlbacher dem Jüngeren, organisiert. Der Mannschaftsstand bei der Gründung war 10 Mann und wurde vom Korpsarzt der Wehr, Med. Rat Dr. Matthias Deissl, geführt. Als Ausrüstung wurden bei der Gründung zwei Tragbahren gekauft, wovon eine Tragbahre zu einer Räderbahre umgebaut werden konnte.

 

Nach Dr. Deissl führte Dr. Karl Gersdorf die Rettungsstaffel. Im Jahre 1920 übernahm Sepp Kaltenegger als Kommandant die Wehr und damit auch die Rettungsstaffel, die er bis zu seinem Tode im Jahre 1943 leitete. Unter Sepp Kaltenegger wurde weitere Ausrüstung angeschafft, so ein Rettungsschlitten, 1929 eine weitere Räderbahre; ab dem Jahre 1932 stand der Rettungsstaffel auch ein Schnelllastwagen zur Verfügung.

 

 

 

Am 23. Mai 1931 wurde eine Klingelleitung mit 20 Anschlüssen in Betrieb genommen, um die Männer so rasch wie möglich alarmieren zu können. Die Staffel war für alpine Einsätze, Krankentransporte und für den Rettungsdienst im Gemeindegebiet von Werfen und Umgebung zuständig. Zu diesem Gebiet gehören die hochalpinen Regionen des Hochkönigs (2941m), des Tennengebirges (2431 m) und des Hagengebirges (2276 m). Nach Bedarf wurde die Mannschaft vom Korpsarzt begleitet, der auch für die notwendige Schulung sorgte. Dr. Gersdorf war als guter Bergsteiger ebenfalls häufig bei alpinen Einsätzen dabei.

 

1934
1936
1958
1958
1974
 

Im Jahre 1943 übernahm Rupert Pondorfer die Führung der Rettungsstaffel, die nun getrennt von der Feuerwehr als Ortsstelle des Österreichischen Bergrettungsdienstes in Erscheinung trat. In dieser Zeit wurden Ausrüstung und Ausbildung der Mannschaft dem anwachsenden Tourismus angepasst. Als Nachfolger übernahm Hans Neumayer die Leitung der Ortsstelle Werfen des Österreichischen Bergrettungsdienstes.

 

 

Rupert Pondorfer
Hans Neumayer

Inzwischen erfolgte die Erschließung des Hochkönigs und Tennengebirges durch hunderte neue extreme Klettertouren, die Albert Precht, ein Mitglied der Ortsstelle Werfen, durchführte. Ihm gelangen bisher insgesamt über 800 Erstbegehungen im obersten Schwierigkeitsgrad. Die Rettungstechnik wurde daher den hohen Anforderungen angepasst.

 

Der Juli 1976 ist ein weiterer wesentlicher Meilenstein in der Geschichte des Bergrettungsdienstes. Dieser Tag ist die Geburtsstunde des Flugrettungs-dienstes für das Bundesland Salzburg.

 

In Zusammenarbeit mit den Ärzten des Krankenhauses Schwarzach i. Pg. wurde unter Leitung von Primar Dr. Rudolf Ferdyni, der Flugeinsatzstelle Salzburg (BMI), der Gendarmerie, des Roten Kreuzes und der Bergrettung wurde nach dem Muster der Universitätsklinik Innsbruck ein Notarztbereit-schaftsdienst für Hubschraubereinsätze aufgebaut. Dieses System funktionierte lange Zeit zum Vorteil der Notfallpatienten tadellos. Dieses Modell löste der Rettungshubschrauber Martin ab. Vier qualifizierte Bergführer und Flugretter der Ortsstelle Werfen waren im Team "Martin I" (Flugeinsatzstelle Salzburg, Bundesministerium für Inneres) eingesetzt und führten viele Rettungseinsätze in den alpinen und hochalpinen Regionen durch.

 

Der größte Einsatz in der Geschichte der Bergrettung Land Salzburg erfolgte am 31. Jänner 1982 bei einem Lawinenunglück in Werfenweng. 17 Personen wurden verschüttet, vier davon konnten lebend gerettet werden. 400 Personen waren unter akuter Lebensgefahr im Einsatz.

 

 

Am 10.07.1983 führte die Bergrettung Werfen eine einmalige Bergrettungsübung durch. Laut Übungsannahme wurden mit Hilfe eines 8oom langen Stahlseils, zwei in Bergnot geratenen Kletterer aus der senkrechten Hochkogel-Nordwestwand (Weg der Freunde) im Tennengebirge geholt. (Bild links)

 

Am 17.09.1984 wurde die Ärztin Dr. Elfriede Mörwald als erste Frau in den Österreichischen Bergrettungsdienst, Ortsstelle Werfen, aufgenommen. (Bild mitte)

 

Im Jahre 1988 wurde ein Ärzterucksack mit medizinischen Geräten (Sauerstoffgerät, EGK, Absaugpumpe und Interbationsbesteck) angekauft. (Bild rechts)

 

 

Nach einem anstrengenden Einsatz in der Nacht zum 27. September 1992 schlief Dipl. Ing. Franz Hoffmann am Steuer seines Wagens ein. Mit Franz Buchner und Hans Premstaller hatte er zwei deutsche Urlauber im Hochköniggebiet gerettet, die wegen Erschöpfung nicht mehr weitergekommen sind. Das Auto des Retters kam um 03.00 Uhr in der Früh von der Straße ab und stürzte in einen Graben. Dabei erlitt Franz Buchner einen Wirbelbruch. Der Lenker und Hans Premstaller kamen mit leichten Verletzungen davon. Der Pkw wurde total beschädigt.

 

Am 11.12.1994 wurde das 75-jährige Bestehen der Ortsstelle Werfen gefeiert. Die "Salzburger Nachrichten" schrieb am 16. 12.1974: "Werfen stellt die Elite der Bergrettung".

 

 

Mit dem Jahr 2007 führt die Geschäfte der Ortsstelle Herbert Deutinger jun., die Übergabe erfolgte am 17.12.2006 im Rahmen der jährlichen Weihnachtsfeier im Gasthof Reitsamer, anwesend der Großteil der Ortsstellenmitglieder, weiters Landesleiter Hias Gruber, die Bürgermeister Franz Meißl Werfen, LAbg.ÖkRat. Simon Illmer und Dr. Peter Brandauer Werfenweng.

 

Für die immer großzügigen Spenden der Gemeinden Werfen, Pfarrwerfen und Werfenweng sei hier gedankt!