Facebook Logo Youtube Logo
Bergrettungslogo

Bergrettung
 
 

Geschichte

Eckdaten

  • 1945: Gründung durch Anton Guggenberger
  • 1981: Obmann Guggenberger Anton verstorben
  • 1981 bis 1992: Obmann Baldauf Georg (davor Stellvertreter)
  • 1992 bis 1998: Obmann Schaidreiter Hans (Jahrgang 1964)
  • 1998 bis 2004: Obmann Dertnig Stefan
  • seit 2004: Obmann Schaidreiter Hans (Jahrgang 1974)

Einer der ersten Einsätze geschildert von Baldauf Georg
Im Februar 1955 wollte eine gewisse Helen Böse ihren Verlobten im Tappenkar aufsuchen (Alpingendarm). Es hatte -32°C. Sie ist beim Aufstieg erfroren. Gefunden wurde sie vor dem Wasserfall unter dem Felsen in hockender Stellung von Anton Guggenberger, Baldauf Georg und noch einigen anderen. Nach Bergung mussten die steif gefrorenen Beine gebrochen werden, um sie in den Sarg legen zu können.

Weitere Einsätze in den Anfangsjahren
1960 Einsatz in Zauchensee. Mit dabei waren Baldauf Georg und Schwaighofer Engelbert.

1967 Einsatz beim Glingspitz um die Weihnachtszeit (Lawinenunglück)
Bamberger Josef war seinerzeit Hüttenwirt. Ca. 10.00 Uhr ist das Unglück passiert. Um 14.00 Uhr konnte erst Hilfe aus dem Tal geholt werden. 13 Lawinenhunde kamen bei Einbruch der Dunkelheit in Kleinarl an. Mit dem LKW vom Keil wurden alle zur Schwabalm transportiert. Es war natürlich finster als die Helfer bei der Tappenkarseehütte ankamen. Die Suche konnte erst am Morgen begonnen werden. Die Helfer mussten in der Gaststube schlafen, da die Hütte voll belegt war. Es gab bei diesem Unglück 2 Tote. Der 1. Verunglückten wurde noch am Vortag vom Hüttenwirt geborgen. Der zweite wurde am folgenden Tag von Dertnig Stefan und Christian tot aufgefunden und geborgen.

Ausrüstung
Guggenberger Anton hatte seinerzeit das einzige Telefon in Kleinarl. Daher war es logisch, dass Alarmierungsstelle (auch für die Feuerwehr) beim Guggenberger war.

Das erste einheitliche Bekleidungsstück war eine Jacke aus Segeltuch, welche ca. 1977 angeschafft wurde. Bald danach kaufte man noch einen Pullover beim Arme-shop in St. Johann.

In den Anfangsjahren war keine Ausrüstung vorhanden. Hanfseile und Schlitten wurden von den umliegenden Bauern ausgeborgt. Später wurden einige Seile von der Landesleitung zur Verfügung gestellt. Zur Landesleitung hatte man damals einen sehr guten Draht (gemeinsame Wanderung zum Tappenkar usw.). Nicht zuletzt deshalb wurde 1965 von der Landesleitung ein Stahlseil und eine Kurztrage zur Verfügung gestellt.

Erster Abstellplatz für die Gerätschaften war das Saghäusl (beim Sägewerk). Es gab da lediglich einige Reepschnüre, einen Akja, einige Schaufeln, Sonden und Seile.
1967 übersiedelte man in die neu errichtete Garage von Baldauf Georg. Am Ende der 60er Jahre erhielt man die ersten zwei Funkgeräte (äußerst schwere und große Geräte). 1975 wurde eine Kammer im Amtsgebäude der Gemeinde frei und man übersiedelte dorthin. Eingerichtet hat man die Kammer selbst. Estrich und Fliesenboden wurden selbst verlegt. Bank und Tisch fielen bei einem Umbau beim Botenwirt ab. Mit den Jahren sammelte sich immer mehr an Gerätschaften an, sodass derzeit das Bergrettungskammerl wieder beinahe zu klein ist.

Ausbildung seinerzeit
1964 fand der erste offizielle Bergrettungskurs statt. Teilnehmer aus Kleinarl war Dertnig Christian. 1966 besuchten diesen Kurs Dertnig Stefan und Quehenberger Hermann. Später auch noch Rettenwender Josef. Durch die Teilnahme einiger Ortsstellenmitglieder an diesen Kursen wurde das Niveau bei der Technik deutlich verbessert.

Viele Übungen wurden im Gemeindegebiet Kleinarl abgehalten. So z.B. eine der ersten Hubschrauberübungen an der Hohen Wand rechts vom Aufstieg zum Tappenkar. Viele gemeinsame Übungen mit der Ortsstelle St. Johann (z.B. am Weissgrubenkopf) wurden durchgeführt.

Darüber hinaus bildete Quehenberger Hermann seinen Hund Olex zum Lawinenhund aus, was ebenfalls eine Bereicherung für die Übungen und die Ortsstelle als solche war.

Finanzielles
Grundsätzlich war in den Anfangsjahren wenig bis gar kein Geld vorhanden. Der erste Langzeitkassier war Engelbert Schwaighofer. Er war ein sehr genauer Geldhüter. In den Anfangsjahren hat er die Kasse stets zu Hause aufbewahrt, weil er der Bank nicht über den Weg traute. Danach übernahm Richard Rumpl die Kasse, welcher nicht weniger penibel auf die Finanzen der Bergrettung schaut.

Zum Geldauftreiben führte man ca. 1965 den Bergrettungsball ein. Bei diesen Bällen wurde die Edelweißkönigin ermittelt. Es wurden Papieredelweiß verkauft und der Dame des Herzens geschenkt. Diejenige, welche am Ende die meisten Edelweiß hatte, konnte sich für ein Jahr lang als Edelweißkönigin bezeichnen. Bei diesen Aktionen kam dann doch etwas Geld herein und man konnte sich den einen oder anderen Ausrüstungsgegenstand leisten.

Später wurden offizielle Sammlungen für die Bergrettung durchgeführt. Die Chefsammler waren dabei Baldauf Georg und Richard Rumpl. Die Bevölkerung zollte der Mannschaft durch großzügige Spenden Respekt. 10% des Gesammelten Betrages ging an die Ortsstelle und 90% an die Landesleitung, welche dafür die gesamte Grundausrüstung finanzierte.

Ausflüge

Im laufe der Zeit wurden einige Ausflüge gemacht. Der erste Ausflug war nach Salzburg Stadt. Beim Schießstand in Liefering wurde Immervoll Erich (Hüttenwirt) aufgesucht. Daneben war eine Trabrennbahn. Aus lauter Übermut wurde Dertnig Christian als Pferd vor einen Trabrennwagen gespannt. Schwaighofer Engelbert machte den Kutscher. Als dann der Besitzer kam, ergriffen die beiden mit dem Wagen die Flucht.

Weitere Ausflüge führten die Mannschaft nach Burgenland, Mainau, zweimal Südtirol und einmal Danielsberg (Kärnten), wobei es immer ähnlich lustig zuging.

Heiteres aus alter Zeit

Rettenwender Josef (Schnapsei) war aufgrund seiner Körpergröße beinahe bei jeder Übung das Opfer. Bei jeder Lawinenübung wurde er vom Hund als erster lokalisiert. Keiner konnte sich dies erklären, bis man drauf kam, dass Schnapsei seinem Namen gerecht wurde und unterm Schnee gerne einen Schluck Schnaps gegen die Kälte zu sich genommen hat. Durch die Ausdünstung des Alkohols konnte der Hund ihn immer so schnell lokalisieren.