Facebook Logo Youtube Logo
Bergrettungslogo

Bergrettung
 
 

Bergretter trainierten Seilbahnbergung

 

 

Der Albtraum vieler Sportler: Die Seilbahn ist defekt, die Gondel steckt. Die Tennengauer Bergrettung hat einen solchen Einsatz am vergangenen Wochenende bei der Donnerkogelbahn in Annaberg trainiert.

 

Plötzlich: Stillstand. Nichts geht mehr. Leicht schwankt die Gondel noch vor und zurück – aber dann rührt sich nichts mehr. Die Durchsage der Betriebsleitung erfolgt sofort: „Achtung, Achtung! Bitte bewahren Sie Ruhe. Aufgrund eines technischen Gebrechens steht die Bahn. Bitte bewahren Sie Ruhe.“

Doch glücklicherweise ist das nur eine große Einsatzübung im Tennengau. Und die Donnerkogelbahn in Annaberg ist nicht defekt (durch einen Lagerbruch bei der Bergstation, wo im schlimmsten Fall auch im Notbetrieb kein Entleerungslauf mehr möglich ist), sondern sie wurde nur angehalten, zu Übungszwecken.

 

Bergungskonzept durch Seilbahnen

Hierfür wurden extra 126 Freiwillige in die Gondeln gesetzt. Nun sollen sie von den Bergrettern sicher geborgen werden. Vier Ortsstellen sind an der Übung mit über 60 Bergrettern aus Annaberg, Abtenau, Golling und Hallein beteiligt. Vor Ort sind innerhalb kürzester Zeit auch Freiwillige Feuerwehr und Rotes Kreuz. „Bei der Gondelbergung ist der Betreiber der Bahn dafür verantwortlich, ein Konzept zu haben, mit denen die Fahrgäste innerhalb der Zeit von 210 Minuten geborgen werden“, so der technische Betriebsleiter, Norbert Schwaighofer. Die Betreiber der Bahnen arbeiten dafür meist eng mit der Bergrettung zusammen.

Für die Fahrgäste ist es nicht gefährlich. Im Ernstfall droht ihnen vielleicht Unterkühlung, „aber bislang ist erfreulicherweise noch nie etwas passiert“, so die Betriebsleitung.

Schneereste, loses Geröll, Laub und nasse Äste warten unterhalb der Gondeln und könnten die Bergung für die Einsatzkräfte erschweren.

 

Realistische Anfahrtszeiten

Die vielen Freiwilligen sitzen auf allen bergseitigen Gondeln und auch auf einigen in Richtung Talfahrt verteilt fest. Da bei der Einsatzübung eine Evakuierungssituation so real wie möglich nachgestellt werden soll, wird auch die Anfangsphase voll mitgeübt, erklärt die Geschäftsführerin, Barbara Kronreif.

Das heißt, die Bergrettung ist noch nicht vor Ort. Die verschiedenen Ortsgruppen fahren erst los, wenn der Bahnbetreiber sie alarmiert hat. Daher kommen die Einsatzteams bei dieser Großübung auch zeitversetzt an. Dazu gehören - zur wichtigen Unterstützung - die Mitglieder der freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz, Alpinpolizei und ein Hubschrauberteam der Polizei.

 

Erschwerte Bedingungen

Das Ziel lautet, die Fahrgäste im vorgesehenen Zeitrahmen zu evakuieren.

Bei dieser Großübung dürfte es mit dem Zeitraum klappen. Die Einsatzkräfte geben ihr Bestes. Das Rote Kreuz baut in kürzester Zeit ein Versorgungszelt auf. Die Feuerwehr übernimmt - neben dem Hubschrauberteam der Polizei - den Transport der Einsatzkräfte ins Gelände. Menschen kommen und gehen, steigen aus, laufen geschäftig hin und her.

Erste Bergetrupps der Bergrettung treffen bei den Stützen ein. Verschiedene Trupps starten mit der Bergung, verteilt über die ganze Seilbahnstrecke. Ein Bergretter seilt von den Gondeln gesichert ab und Bodentrupps sind für den gesicherten Abtransport der Menschen verantwortlich. Vor allem im steilen Absturzgelände ist das keine Kleinigkeit. Und da tauchen schon die ersten „Probleme“ auf: In einer Gondel befindet sich ein Hund. In einer weiteren eine gehbehinderte Person. Außerdem gibt es bei den Passagieren eine Schwangere und zusätzlich noch zwei Babys!

Das Rettungsteam hantieren mit Seilen, Karabinern und Gurten. Haken klicken, Metall schlägt auf Metall. Bergretter arbeiten sich von Gondel zu Gondel, am Boden sichern weitere Retter. Den freiwilligen Passagieren in den Gondeln wird nacheinander ein Bergegurt umgeschnallt und sie werden am Seil gesichert, einer nach dem anderen, abgeseilt und sicher zu einer Sammelstelle gebracht.

 

Herausforderungen gemeistert

„Diese Großübung lief sehr gut, von der Kommunikation bis zur Einteilung der gut 270 Beteiligten“, sind sich der Einsatzleiter der Bergrettung, Werner Quenberger und der Bezirksleiter des Tennengaus, Wilfried Seidl einig. Einen essentiellen Anteil an der raschen Bergung hat auch das Hubschrauberteam der Polizei. Vor allem im schwierigen Gelände wurden Retter rasch eingeflogen. Der Einsatzleiter der Alpinpolizei im Tennengau, Harald Wass ist ebenso zufrieden mit der Abwicklung der Evakuierung.

Die Sicherheit aller Beteiligter stand immer an erster Stelle. „Eine Herausforderung ist die Organisation des Abseilens der Fahrgäste gleichzeitig mit der Organisation des gesicherten Abtransportes“, so der Annaberger Ortsstellenleiter, Werner Quenberger. „Die eigentliche Bergung wird von uns regelmäßig geübt und ist sowohl bei Dunkelheit als auch bei Schneetreiben kein Problem, sondern Routine.“

 

Text und Bilder: Maria Riedler

 

Komplette Gondelberg: Fakten zur Einsatzübung im Tennengau

Erstmals wurde der Ernstfall einer kompletten Seilbahnbergung im Bundesland Salzburg bei einer Großübung trainiert.

Im Ernstfall sollte eine Evakuierung von Seilbahn-Passagieren innerhalb von 210 Minuten erfolgen; so die Vorgabe der Behörde.

Für diese Großübung in Annaberg standen insgesamt etwa 130 Einsatzkräfte von Bergrettung (Über 60 Bergretter der Ortsstellen Annaberg, Abtenau, Golling und Hallein), Seilbahnmitarbeitern, Freiwilliger Feuerwehr, Rotem Kreuz, Alpinpolizei sowie das Team eines Hubschraubers des BMI zur Verfügung. Die Bergung fand am Samstag, 22. Oktober 2016 bei der Donnerkogelbahn in Annaberg statt. Alarmiert wurden die Einsatzkräfte um 11 Uhr. Als Ursache wurde ein Lagerbruch bei der Bergstation angenommen.

Für die Seilbahnevakuierung wurden 126 freiwillige Fahrgäste in den Gondeln verteilt. Unter ihnen waren - um die Übung für die Einsatzkräfte zu erschweren - zwei Babys, eine Schwangere, ein Gehbehinderter und ein Hund.

Die Großübung wurde vom Katastrophenreferenten des Tennengaus, Philipp Kogler, vom Landesleiter der Bergrettung, Balthasar Laireiter und von Bürgermeister Josef Schwarzenbacher beobachtet.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Presseberichte

Salzburger Nachrichten: Link hier ...

Salzburg heute: Link hier ...