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Bergrettung
 

News

29.07.2018 - 
Schwerer Absturz im Postalmklamm-Klettersteig

Bei einem Absturz im Klettersteig (Strobl) erlitt am Samstag ein 13-Jähriger lebensbedrohliche Verletzungen.


Der Bursche aus Ungarn wollte mit seiner Mutter und einer größeren Gruppe von Freunden und Bekannten den Postalmklamm-Klettersteig durchsteigen. Bei mehreren Mitgliedern der ungarischen Gruppe handelte es sich um erfahrene Klettersteiggeher, wohingegen andere, darunter der Bursche und seine Mutter, völlig unerfahren waren. Einen Tag zuvor hatten alle gemeinsam einen leichten Klettersteig in Oberösterreich begangen, um alle Mitglieder mit den Sicherungs- und Klettertechniken vertraut zu machen.

 

Gegen Mittag stieg die vorschriftsmäßig und gut ausgerüstete Gruppe von der Postalmstraße aus über den markierten Steig zum Klettersteig ab. Der direkte Zustieg zur ersten Seilbrücke verläuft durch steiles Waldgelände. Aufgrund der bestehenden Absturzgefahr ist dieser Steigbereich ebenfalls durch Stahlseile abgesichert, wobei durch Hinweistafeln die Kletterer aufgefordert werden, sich mittels Klettersteigsicherungen gegen einen drohenden Absturz zu sichern.

Während die Mutter des 13-Jährigen sich im hinteren Bereich der Gruppe aufhielt, ging deren Sohn mit erfahrenen Kletterern voraus, wobei er es unterließ, seine Klettersteigsicherungen in das verlaufende Stahlseil einzuhängen. Unmittelbar vor der erst Hängeseilbrücke dürfte er auf dem trockenen Waldboden über eine Wurzel gestolpert oder ausgerutscht sein und das Stahlseil ausgelassen haben.

Er rutschte vorerst einige Meter über das steile Waldgelände bis zur Geländekante ab und stürzte im Anschluss daran über eine 20 bis 25 Meter hohe, überhängende Felswand in das darunter liegende flache und felsige Bachbett des Rußbachs ab. Er erlitt dabei multiple Verletzungen am gesamten Körper, war jedoch vorerst ansprechbar. Einige Mitglieder der Gruppe stiegen infolgedessen ein Stück weiter in die Klamm ein, hangelten sich mit mehreren zusammengeknüpften Klettersteigsicherungen in das Bachbett hinab und kümmerten sich vorerst um den Schwerverletzten.

Währenddessen lief eine Rettungsaktion an, an der zehn Bergretter aus Strobl, zwei Alpinpolizisten aus Strobl sowie der Notarzthubschrauber Martin 3 beteiligt waren.

Während sich die Rettungskräfte zum schwerverletzten Jungen abseilten, im Einsatzbereich den Klettersteig insbesondere wegen Steinschlaggefahr sperrten und sich um die Mutter kümmerten, konnte die Notarztcrew die tief in das Gelände eingeschnittene Unfallstelle mit dem 50m-Seil erreichen. In weiterer Folge stellte der Notarzt ein massives, lebensbedrohendes Polytrauma fest und versuchte, den Burschen zu stabilisieren. Hernach wurde der Schwerverletzte von der Notarztcrew per Bergetau aus der Schlucht geborgen und in weiterer Folge in die Chirurgie West des LKH Salzburg eingeliefert, wo der Junge sofort notoperiert und ihm das Leben gerettet wurde.

Die Bergretter sicherten in weiterer Folge alle Beteiligten aus dem Bachbett auf den Klettersteig und stieg mit allen Personen wieder zur Postalmstraße auf. Warum der 13-Jährige von den anderen Erwachsenen nicht aufgefordert wurde, sein Klettersteigset in das Stahlseil einzuhängen ist bis dato noch unklar.

 

Bericht und Bilder: Robert Ratzinger, Bergrettung Strobl, Alpinpolizei

 

 


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