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News

14.06.2018 - 
Bezirksübung SO 2018 - St. Wolfgang

Letzten Samstag übten 37 Männer und Frauen der Bergrettung schwierige Bergeszenarien am Schafberg in St. Wolfgang. Acht Verunfallte musste von den Rettern geborgen werden.

Um für den Ernstfall bestens vorbereitet zu sein, übten 37 Männer und Frauen der Bergrettung am Samstag bei der zweimal jährlich stattfindenden Bezirksübung Flachgau - diesmal in St. Wolfgang. Die Aufgabe war schwierig: Ein Auto war kurz oberhalb der Jausenstation Aschinger nahe der Schafbergbahn von einer Forststraße über einen Steilhang abgestürzt. Die Retter mussten einen Toten, vier Schwerverletzte und drei Leichtverletzte aus unwegsamen Gelände bergen.

 

Bergung und Versorgung von acht Personen
Erschwert wurde die Bergung durch die Übungsannahme, dass der Rettungshubschrauber wegen schlechten Wetters nicht einsatzfähig war. Deshalb wurden die Verletzten mit einer Universaltrage von den Rettern geborgen. Für den Patientenabtransport aus dem felsigen Gelände musste bei einer Übungsstation eine "Seilbahn" über die Forststraße gespannt werden. Zu beachten war dabei, dass die Straße für Rettung und Feuerwehr befahrbar blieb. Auch eine Motorseilwinde kam bei der Bergung zum Einsatz. Die Bergretter begleiteten die Unverletzten gesichert mit einem Seilgeländer nach oben.

 

Herausforderung "Seilbahnbau"

Vier Ortsstellen beteiligten sich an der Übung: St. Wolfgang, Strobl, Grödig und Salzburg. "Anhand dieses Szenariums wurde die Zusammenarbeit untereinander geübt", schilderte Bezirksleiter Roland Schimpke. "Es hat sehr gut funktioniert. Die Bergeszenarien sind ohne Fehler bewältigt worden." Die größte Herausforderung sei der Aufbau der Seilbahn unter erschwerten Bedingungen gewesen, bei der die Forststraße freigehalten werden musste.

 

32 Einsätze im Flachgau
„Damit im Ernstfall alles nach Plan abläuft und jeder Griff sitzt, muss die Komplexität von Seilbergungen und die Zusammenarbeit untereinander sowie mit anderen Einsatzorganisationen regelmäßig geübt werden“, weist Bezirksleiter Schimpke auf die Sinnhaftigkeit der zweimal jährlich stattfindenden Bezirksübungen hin. Die Einsätze im Flachgau nehmen jährlich zu. 2017 rückten die Bergretter der einzelnen Ortsstellen 92 Mal zu alpinen Notfällen aus, 2018 bis jetzt rund 32 Mal. Mit durchschnittlich 18,4 Einsätzen hatte der Flachgau 2017 somit die meisten Einsätze pro Ortsstelle im Land Salzburg.



Schwerpunkt Zusammenarbeit

Ein Schwerpunkt der Übung am Schafberg war auch die Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen und die Einsatzlogistik. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr von St. Wolfgang konnte die Erstversorgung und Betreuung der Verletzten bis zur Übergabe an die Rot-Kreuz-Sanitäter und der Abtransport optimal durchgeführt werden. Die Freiwillige Feuerwehr befreite die Verunfallten mit der Bergeschere aus dem Auto und sorgte für den Brandschutz. Die Bergrettung brachte das schwere Bergegerät gesichert zum Unfallort, versorgte die Verunfallten am Unfallort und übernahm deren Bergung bis zur Forststraße wo das Rote Kreuz den weiteren Abtransport durchführte.

 

 "Es handelte sich um realistische Szenarien, wie sie in unserem Einsatzgebiet immer wieder vorkommen", weiß der Leiter der Ortsstelle St. Wolfgang, Sigi Gadocha. Mit dabei waren auch der Leiter der Alpinen Einsatzgruppe Flachgau Johann Leitner, ebenfalls Bergretter, sowie zwei seiner Kollegen vom Polizeidienstposten St. Gilgen.



Interne und externe Kommunikation wichtig

Im Fokus der Übung standen auch die interne Kommunikation und der Funkverkehr, sowohl mit den Bergrettungskollegen als auch mit den anderen Einsatzorganisationen. „Je exakter und verständlicher die Anweisungen erfolgen, desto rascher geht die Bergung vor sich. Die Ortsstelle hat die Übung perfekt geplant", bedankte sich Bezirksleiter Roland Schimpke auch bei Markus Ritzberger, dem Organisator der Übung und Gesamteinsatzleiter und lobte das beherzte Engagement aller Teilnehmer.

 

Durch Rückmeldung lernen

Mit dabei war auch Landesleiter Stellvertreter und Bergretter der Ortsstelle St. Wolfgang, Peter Lippert. Der Landesleiter Stellvertreter war als Beobachter vor Ort und gab unter anderem den Teilnehmern fundierte Rückmeldung zum Einsatzablauf.

 

Bericht: Claudia Hutticher

Bilder: ÖBRD St. Wolfgang & Salzburg


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