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News

24.10.2017 - 
Alpenverein ehrt Salzburger Bergretter mit Grünem Kreuz

Letzten Samstag wurde der Lungauer Bergretter Franz Apfelknab für seinen außergewöhnlichen Einsatz am Berg vom Österreichische Alpenverein mit dem Grünen Kreuz geehrt.

Verleihung Grünes Kreuz 2017 - v.l.n.r.: ÖAV-Vizepräsident Erich Wetzer, Franz Apfelknab, Johann Brunner, Thomas Schwarz, Walter Phleps, Alpenvereinspräsident Andreas Ermacora (Foto: ÖAV/Gerold Benedikter)

(Foto: ÖAV/Gerold Benedikter)

Seit nunmehr 94 Jahren verleiht der Österreichische Alpenverein im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung das Grüne Kreuz, eine der höchsten Auszeichnungen für Bergretter. Einsatzbereitschaft, bergsteigerische Kompetenz und Erfahrung für die Menschen in Bergnot werden mit dieser Auszeichnung honoriert. Am 21. Oktober wurde diese Ehre vier Bergrettungsleuten aus Salzburg und Tirol zuteil. Einer davon war Franz Apfelknab, Tamsweger Bergretter und ehemaliger Bezirksleiter Stellvertreter vom Lungau

 

Herausfordernde Einsätze

Franz Apfelknab ist seit 1976 Bergretter und war von 1992 bis 2011 Leiter der Ortsstelle Tamsweg sowie ehemaliger Bezirksleiter Stellvertreter vom Lungau. Von den vielen schwierigen Einsätzen während seiner Zeit als Bergretter sind besonders zwei erwähnenswert:


Ein 55-jähriger Tourengeher stürzt bei der Abfahrt vom Preber und verletzt sich dabei an einem Stein an der Halswirbelsäule schwer. Beim Eintreffen der Bergemannschaft unter Einsatzleiter Franz Apfelknab stellt der Arzt eine Nervenschädigung und somit eine akute Gefahr einer Querschnittlähmung fest. Da wegen der äußerst schlechten Wetterverhältnisse ein Abtransport mit einem Notarzthubschrauber nicht möglich war, musste der Verletzte über mehrere 100 Höhenmeter mit der Trage abtransportiert werden, wo dann schließlich der Hubschrauber landen und den Verletzten aufnehmen konnte. Der Verletzte ging haaresbreit an einer Querschnittlähmung vorbei.

 

Außergewöhnlich hinsichtlich der Schwierigkeiten aber auch hinsichtlich des Unfall­geschehens war eine Bergung im Winter 2005 erinnert sich sein Wegbegleiter Landesleiter Balthasar Laireiter: "Ein Jäger lag bei einbrechender Dunkelheit mit einem glatten Durchschuss durch Brust und Schulter im tiefverschneiten, steilen Gelände des Kasergrabens. Der Schuss hatte sich beim Reinigen des Gewehres gelöst. Es war ein Wettlauf mit der Zeit und es waren extremste Bedingungen, unter denen ein Leben gerettet wurde, indem der Verunglückte am Unfallort erstversorgt und über 450 Höhenmeter zur Laßhoferalm abtransportiert und dem Roten Kreuz übergeben wurde."

 

Selbstloser Einsatz für Menschen in Bergnot

 „Ehrenamtlichkeit ist ein vertrauter und bewährter Pfeiler unserer Alpenvereinsarbeit. Daher wissen wir sehr genau, dass die Arbeit der Bergretter keine Selbstverständlichkeit ist“, betont Alpenvereins-Vizepräsident Dr. Erich Wetzer. „Der Alpenverein drückt mit dieser Auszeichnung seinen Dank, seine Wertschätzung und seine Bewunderung aus, denn das, was die Frauen und Männer im Österreichischen Bergrettungsdienst, aber auch Piloten, Flugretter und Notärzte leisten, ist für den Alpenverein von außerordentlicher Bedeutung“, so Wetzer.

 

Grünes Kreuz - Strenge Kriterien bei der Vergabe des Ehrenzeichens

Flugrettungseinsätze als Notarzt, Rettungseinsätze unter extremen Bedingungen und die Bergung eines akut Querschnittsgefährdeten, die Auflistung der Bergrettungseinsätze ist auch dieses Jahr wieder abenteuerlich. Das Grüne Kreuz gilt aufgrund der anspruchsvollen Auswahlkriterien als eine der renommiertesten Auszeichnungen im Bergrettungswesen. Voraussetzung dafür sind „mehrmalige, außerordentlich schwierige alpine Rettungen oder Bergungen, wobei eine deutliche Überschreitung der durchschnittlichen Pflichterfüllung gegeben sein muss“. In den 94 Jahren seit Einführung des Grünen Kreuzes wurden erst 505 Personen damit ausgezeichnet.

 

Mehr zur Verleihung des Grünen Kreuzes sowie seit 1924 ausgezeichnete Salzburger Bergretter finden Sie hier!

 

 

 


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