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Bergrettung
 

News

10.04.2018 - 
Einsätze der Bergrettung erneut gestiegen

Am vergangenen Wochenende hielt die Bergrettung Salzburg in Zauchensee die 71. Landesversammlung ab. Dabei gab es auch einen Rückblick auf das Jahr 2017:

Aufmerksame Ortsstellenleiter, Bezirksleiter und Referenten

Landesleiter Balthasar Laireiter eröffnet die 71. Landesversammlung

Finanzen - ein spannendes Thema. Finanzreferent Martin Malter informiert über den aktuellen Stand. Von li. nach re.: Axel Ellmer (Ref. Technik), Alexander Bosio (Ref. Recht), Martin Malter (Ref. Finanzen), LL Stv. Klaus Wagenbichler

Dank für lange Mitgliedschaft: 2017 wurden in den Ortsstellen 90 Jubilare geehrt.

36 Jahre Tätigkeit als Ortsstellenleiter in Lofer: Landesleiter Laireiter bedankt sich bei Sepp Gasteiger (re)

Ausbildungsleiter Gerhard Pfluger (li) freut sich über die Auszeichnung für 40 Jahre Bergretter

Bezirksleiter Roland Schimpke (re) - seit 25 Jahren Bergretter und Funktionär

Ehrengäste: (von li. nach re.) LL Otmar Striednig (ÖBRD- LO Kärnten) mit Gattin, LL Christoph Preimesberger (ÖBRD - LO OÖ), VizePräs. LL Michael Miggitsch (BV und LO Steiermark), OBR Robert Lottermoser (ÖBFV Salzburg), Josef Nothdurfter (Polizei Salzburg)

Bundesrätin Dr. Andrea Eder-Gitschthaler dankt für die Leistungen der Bergretter

Michael Miggitsch, VizePräs. des Bundesverbandes des ÖBRD überbringt die Grüße des Präsidenten des BV Stefan Hochstaffl an alle Salzburger Bergretter.

ORR Herbert Wieser (RK) dankt für die gute Zusammenarbeit

LL Laireiter freut sich über die Auszeichnung durch die Feuerwehr (li, OBR Robert Lottermoser)

Bez. Polizeikomm. Josef Nothdurfter (re) spricht über viele Berührungspunkte von BR und Polizei

von li. nach re.: ORR Herbert Wieser (RK), LAbg. Robert Fuchs (Land Salzburg), LLStv Hans Günther (Höhlenrettung)

LL und Bgm. Rupert Winter (Altenmarkt) im Gespräch

OBR Robert Lottermoser (li.) und Bez. Polizeikomm. Josef Nothdurfter

Die Einsätze sind 2017 erneut gestiegen. Die meisten Ausrückungen gab es im Pongau. Die Umstellung auf Digitalfunk ist abgeschlossen, jede Ortsstelle in Salzburg wurde mit neuen Funkgeräten ausgestattet. Positiv zu berichten ist auch, dass bei Lawinenabgängen die Kameradenrettung immer besser funktioniert. Auch die Meldebereitschaft bei unfallfreien Abgängen wird immer größer.

 

Der Boom an Naturliebhabern und Sportlern, die ihre Freizeit in den Bergen verbringen, hält an. Allerdings geraten immer mehr Menschen in Bergnot. Auch wenn Unfälle durch ausreichende Kondition, sorgfältige Tourenplanung und defensives Verhalten im Gelände vermeidbar sind, bleibt auch bei bester Vorbereitung noch ein Restrisiko an alpinen Gefahren bestehen. Wichtig ist eine rasche Alarmierung der Bergrettung über den Notruf 140 und auch eine geeignete Versicherung, um hohe Bergekosten zu vermeiden.

 

610 Einsätze im Jahr 2017 – erneuter Anstieg

„Im Jahr 2017 verzeichneten wir 610 Einsätze. Das sind um 75 mehr als im Jahr 2016, da hatten wir 535 Einsätze“, erklärte Landesleiter Balthasar Laireiter. 2017 wurden 598 Personen geborgen. Die Zahl der Verletzten bzw. unverletzt Geborgenen hielt sich die Waage. 38 Menschen konnten nur mehr tot geborgen werden. Das sind genauso viele wie im Rekordjahr 2016. Zum Vergleich: 2015 wurden 25 Tote geborgen.

 

Rekord an Einsatzstunden

2017 gab es auch einen Rekord an Einsatzstunden: Die rund 1.400 Salzburger Bergretterinnen und Bergretter der 43 Ortsstellen leisteten 11.857 Einsatzstunden, das sind um 4.084 mehr als im Jahr 2016 (7.773). In den Bezirken gab es wieder im Pongau (16 Ortsstellen) mit 279 (2016 – 274) Einsätzen die meisten Ausrückungen, gefolgt vom Pinzgau (14 Ortsstellen) 172 (2016 – 157), Flachgau (5 Ortsstellen) 92 (2016 – 73), Tennengau (4 Ortsstellen) 38 (2016 – 17) und dem Lungau (4 Ortsstellen) mit 29 (2016 – 14) Einsätzen. Im Einsatz standen 4.337 Bergretter.

 

Mit durchschnittlich 18,4 Einsätzen hatte der Flachgau die meisten Einsätze pro Ortsstelle. Die Bezirke Lungau und Tennengau hatten 2017 im Vergleich zu 2016 mehr als doppelt soviele Einsätze.

 

Einsatzintensive Monate

Am einsatzintensivsten waren 2017 die Wintermonate Dezember (49), Jänner (124), Feber (83) und die Sommermonate Juli (51) und August (105).

 

Fast ein Drittel Sucheinsätze

Die meisten Einsätze fanden 2017 in Wandergebieten statt. Unfallursache war bei mehr als der Hälfte der Einsätze „Sturz“ und „Absturz“, gefolgt von „Verirren“. Lawinen als Unfallursache (13) sind im Vergleich zu 2016 (8) angestiegen. Fast Drittel der Einsätze zu welchen die Bergretter 2017 ausrückten waren Sucheinsätze.

 

Fast ein Drittel (12) der tödlich Verunglückten wurden im weglosen Gelände und sieben Tote auf Wanderwegen/Steigen geborgen. Fünf Bergsteiger kamen bei einem tragischen Unfall im Gletschergebiet ums Leben: Bei einem Absturz einer sechsköpfigen Seilschaft aus Bayern am Wildgerloskees in Krimml im Pinzgau am 27. August 2017 starben vor Ort fünf Alpinisten, der sechste erlag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die restlichen Totbergungen gab es am Klettersteig (1), im Fels (2), im Eis (1), im Skitourengelände (1), auf der Skipiste (3), auf der Forststraße (3) und im sonstigen Gelände (3).

 

Kameradenrettung funktioniert immer besser

 „Positiv zu beobachten ist, dass bei Lawinenabgängen die Kameradenrettung immer besser funktioniert und auch die Meldebereitschaft bei unfallfreien Abgängen immer größer wird“, erklärte Landesleiter Laireiter. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass die präventive Aufklärungsarbeit der Bergrettung sowie alpiner Vereine und Organisationen gut angenommen wird und die Veröffentlichung in den Medien auf großes Interesse bei den Bergsportbegeisterten stößt. „Die Menschen schätzen erfreulicherweise unsere Informationen und nehmen sie auch ernst“, sagte Laireiter. Wenn Lawinen abgehen und es wurden keine Personen erfasst, sollte immer die Bergrettung (Notruf 140), die Polizei (133) oder das Personal von Skiliften verständigt werden, um Sucheinsätze zu vermeiden.

 
Referenten berichten: Umstellung auf Digitalfunk abgeschlossen

Die vielen Berichte unserer Referenten (Finanzen, Recht, Ausbildung, EDV, Medizin, Presse, Technik etc.) zeigen von der intensiven ehrenamtlichen Tätigkeit. Intensiv waren die vergangenen Monate auch für unseren Technikreferenten Axel Ellmer:

 

Die Umstellung von der analogen auf digitale Funktechnik wurde zu Jahresbeginn 2018 abgeschlossen. Die Bergrettung Salzburg wurde mit rund 600 Digitalfunkgeräte ausgestattet „Für bedeutet das eine wesentliche Verbesserung bei der Abwicklung von Einsätzen “, so der Technikreferent der Bergrettung, Axel Ellmer. Das offiziell als BOS bezeichnete System – „Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben” – hat gegenüber der Analog-Technik zahlreiche Vorteile: Es erlaubt eine wesentlich bessere Funkabdeckung, höhere Sprachqualität, bezirks- und bundesländerübergreifend ins öffentliche Netz, Kurznachrichten-Service ähnlich SMS sowie eine Daten- und Sprach-Verschlüsselung bei allen Endgeräten. „Außerdem können wir mittels GPS-Koordinaten die Position unserer Einsatzkräfte in unseren Einsatzzentralen live mitverfolgen. Das ist ein wesentlicher Sicherheitsaspekt und wichtig für die Dokumentation unserer Einsätze“, so Axel Ellmer.

 

Landesleiter Balthasar Laireiter und die Bergrettung konnten sich über eine Finanzierung der Geräte im Ausmaß von etwa 240.000.- durch die Gemeinden freuen.

 

Neue Ortsstellenleiter

Vorgestellt wurden die neuen Ortsstellenleiter:

  • Neukirchen: Franz Gassner
  • Lofer: Martin Leitinger
  • Unken: Thomas Hauer

 

Wahl des neuen Referenten „Bergrettungshunde“

Der Grossarler Georg Hettegger wurde mit 100 Prozent der Stimmen zum neuen Referenten der Bergrettungshunde gewählt. Als Stellvertreter wurde Wolfgang Waraschitz aus Rauris gewählt

 

Ehrengäste

Auch einige Ehrengäste kamen zu unserer Landesversammlung. Wir freuten uns über den Besuch von Dr. Andrea Eder-Gitschthaler (Land Salzburg) die Grüße von LH Dr. Haslauer überbrachte. Weitere Ehrengäste waren LAbg. Rupert Fuchs (Land Salzburg), Bgm. Rupert Winter (Gemeinde Altenmarkt), Norbert Passrucker (Land Salzburg), Josef Nothdurfter (Polizei Salzburg) , ORR Herbert Wieser (ÖRK Salzburg), OBR Robert Lottermoser (ÖBFV Salzburg), LL Stv. Hans Günther (ÖHR Salzburg), OL Harald Obermayer (ÖWR, Ortsstelle Altenmarkt), Vize Präs. und LL Michael Miggitsch (ÖBRD BV, LO Steiermark), LL Otmar Striednig (ÖBRD - LO Kärnten), Christoph Preimesberger (ÖBRD - LO Oberösterreich).

 

Als besonderer Ehrengast wurde Sepp Gasteiger (ehemaliger Ortsstellenleiter von Lofer) für seine 36 Jahre dauernde Tätigkeit als Ortsstellenleiter geehrt.

 

Jubiläen

2017 konnten in den Ortsstellen 90 Jubilare geehrt werden, davon 14 Bergretter mit 60 Jahren und zwei Bergretter mit 70 Jahren Mitgliedschaft. Mit 77 Jahren ist Pertl Hammer von der Ortsstelle Salzburg der längstdienende Altbergretter.

 

Für langjährige Mitgliedschaft und ihre Tätigkeit als Funktionär wurden

  • Ausbildungsleiter Gerhard Pfluger (40 Jahre) und
  • Bezirksleiter Flachgau Roland Schimpke (25 Jahre) vom Landesleiter geehrt.

 

Thema Finanzen

Auch in der diesjährigen Landesversammlung wurde das Thema Finanzen vermehr angesprochen:

 

Fehlende Versicherung Geborgener.

 „Leider sehen wir durch die ansteigenden Einsätze auch immer wieder Probleme der Verunglückten mit den Einsatzkostenverrechnungen. Gerade bei Sucheinsätzen oder wenn ein Hubschraubereinsatz nötig ist, sind schnell hohe Einsatzkosten erreicht“, erklärte Laireiter. Auch wenn alle Bergretter und Bergrettungsfrauen ehrenamtlich arbeiten, erfordern eine fundierte Ausbildung und modernste Materialien einen stetig wachsenden hohen finanziellen Einsatz. Die Bergrettung bietet eine Fördererversicherung für alpine Rettungskosten. Mit nur 28 Euro ist die ganze Familie als Förderer der Bergrettung Salzburg versichert. Damit wird auch die Finanzierung der Ausrüstung und Ausbildung unterstützt. Im Gegenzug stehen die Bergretter rund um die Uhr bereit, um den Menschen im Fels, im Eis, auf der Piste und am Wanderweg zu helfen.

 

Wie finanziert sich die Bergrettung?
Die Bergrettung Salzburg finanziert sich (neben öffentlicher Hand, Bergekosten und Spenden bzw. Sponsoren) zu 40 Prozent über Mitgliedsbeiträge der Förderer. Diese vielen kleinen Beträge stellen die Handlungsfähigkeit der Bergrettung sicher. Auf diese Weise bezeugen viele Österreicher ihre ideelle Verbundenheit mit dem ÖBRD und zeigen ihre Wertschätzung für die ehrenamtlichen Bergretter. Geschäftsstellenleiter Peter Gruber konnte über steigende Fördererzahlen berichten.


Was passiert mit dem Geld?
Finanziert wird mit dem Geld unter anderem die Ausbildung und die Versicherung die Männer und Frauen im Bergrettungsdienst sowie Material für Einsätze und Übungen. Die persönliche Ausrüstung wie Klettergurt, Ski und Helm oder Kleidung wird von den Bergrettern zu einem großen Teil selbst finanziert. Obwohl Bergretterinnen und Bergretter ihre Freizeit fürs Ehrenamt aufwenden und keinen Euro als Person bezahlt bekommen, benötigt die Organisation trotzdem viel Geld zur Bewältigung der Aufgaben. Über 50 Fahrzeuge und Anhänger und 43 Zentralen, Spezialgeräte, Material, Quartier und Verpflegung bei Kursen stellen die Handlungsfähigkeit der alpinen Rettungstruppe sicher.


Höhere Basissubvention notwendig

Wegen der finanziellen Engpässe hofft der Bergrettungsdienst auf eine höhere Basissubvention. „Für die laufende Finanzierung für die kommenden Jahre müssen wir noch mit dem Land verhandeln“, meinte Landesleiter Laireiter. „Es ist mir aber persönlich vom Herrn Landeshauptmann in Aussicht gestellt worden, dass wir in den nächsten Jahren eine Erhöhung unserer Grundsubvention bekommen. Wir brauchen wirklich einfach einen höheren Betrag an öffentlichen Mitteln.“ Denn es wird immer schwieriger, mit Spenden, privaten Gönnern und dergleichen die Gesamtfinanzierung des Bergrettungsbetriebs in Salzburg abzusichern.

 

 

Bericht: Claudia Hutticher / Maria Riedler

Fotos: M. Riedler


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