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Bergrettung
 
 

Artgerechte & rassegerechte Hundehaltung

Begriffsbestimmung artgerechte Hundehaltung

Hundegerechter Umgang im Allgemeinen; dem Wesen des Hundes entsprechend.

Günther Bloch schreibt zu diesem Thema: ein „artgerecht“ lebender Haushund braucht zur Befriedigung seiner körperlichen und geistigen Bedürfnisse regelmäßigen Freilauf, Kontakt zu Artgenossen und einen verlässlichen Sozialpartner Mensch, der ihm einen klaren Handlungsrahmen vorgibt, innerhalb dessen er sich selbstständig verhalten darf.

Begriffsbestimmung rassegerechte Hundehaltung

Zusätzliche Berücksichtigung der rassebedingten Besonderheiten im täglichen Umgang (Windhund, Dackel, Jagdhund…)

Der artgerechte Umgang mit dem Hund ist für uns in der Bergrettung der Schlüssel für eine funktionierende Mensch – Hund – Beziehung.

Der Hund ist bekanntlich ein Rudeltier und es ist für ihn von größter Bedeutung, in einem „intakten Rudel“ leben zu können, denn nur dort findet er die für ihn nötige Sicherheit und Geborgenheit. Er braucht eine klar definierte Position im Rudel mit den dazugehörigen Aufgaben und Rechten. Die Chefposition sollte jedenfalls der Mensch einnehmen. Das ist aber nur dann möglich, wenn sich der Hundebesitzer das nötige Wissen und die nötige Konsequenz für den artgerechten Umgang aneignet, und wenn der Hundebesitzer mit diesem Wissen auch eine artgerechte Basiserziehung und Ausbildung des Hundes durchführt.

Erst durch den richtigen Umgang im „Alltag“ entwickelt sich ein Hund zum sozial intelligenten und umwelterfahrenen (angepassten) Partner, der in den meisten Situationen das von uns erwünschte Verhalten zeigen kann.

Viele Hundebesitzer trainieren mit ihren Hunden nach irgendeiner Methode bestimmte Befehle wie SITZ, PLATZ, FUSS usw. und versuchen mit diversen Tricks dem Hund bestimmte Verhaltensweisen (wie hetzen, betteln, ziehen an der Leine,  raufen usw.) abzugewöhnen.

Das funktioniert auch teilweise ganz gut –  zum Beispiel am Hundeplatz - nur, in wirklich entscheidenden Situationen wird die geforderte Leistung meist nicht erbracht.

Nicht deswegen weil der Hund den Befehl verlernt hat, sondern weil er entweder gerade jetzt nicht will –  etwas anderes ist im Moment viel wichtiger, oder weil er gar nicht kann  - weil er in dieser Situation seinem Rudelpartner ( Mensch ) nicht vertraut. 

Der Grund für das „falsche Verhalten“ des Hundes ist eher nicht die Ausbildungsmethode, sondern in den meisten Fällen hat der Hund im täglichen Umgang mit seinem Menschen gelernt, dass dieser kein verlässlicher Rudelführer ist.

  • Der Hund lernt nämlich auch dann, wenn wir es gar nicht merken, oder wollen.
  • Dadurch fehlt in solchen Mensch-Hund-Beziehungen die „richtige natürliche Rangordnung“.
  • Ohne natürliche Rangordnung sind alle Erziehungsbemühungen in Frage gestellt.

Diese natürliche Rangordnung kann man aber nicht erzwingen – man kann auch Anerkennung nicht erzwingen – sondern nur durch artgerechten Umgang, der die natürlichen Gesetze der Rangordnung eines Sozialverbandes (Rudel) berücksichtigt, erfahren.

Durch einen richtigen Umgang mit dem Hund im Alltag, verändern wir die Lebensbedingungen für den Hund, und somit in logischer Konsequenz auch sein Verhalten.

Dazu eine nette Episode:

Eine Dame erzählte uns kürzlich, dass sie nun ihren vierten Hund hätte und sie verstehe einfach nicht, warum sie immer die gleichen Rabauken erwische ….

Unsere Antwort:

...nicht erwischt - durch falsches Verhalten selbst gemacht!