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Bergrettung
 

Mantrailkurs Obertauern 2016

31. Juli 2016: Unser kleines Mantrailteam von fünf Hundeführern absolvierte vergangene Woche wieder den Sommer-Mantrailkurs am Tauern. Durch die Unterstützung von Kollegen der Ortsstelle Obertauern (Danke an Hias Schilchegger) und durch unseren Referenten Hannes Hirscher konnten viele unterschiedliche Übungstrails von den Personenspürhunden erfolgreich ausgearbeitet werden. Die Schwierigkeiten der Trails lagen bei 2-30 Stunden Alter; geübt wurde im Ortsbereich (Altenmarkt, Obertauern) genauso wie im alpinen Gelände.

Herzlichen DANK an unsere Trailleger!


Fotos: Maria Riedler

 

 

Mantrailerkurs Juli 2015 Obertauern

Am Trail mit Nano und
kontrolliert von Jürgen Conrad
Baily bei Geruchsaufnahme
Nach dem Trailen auf der Alm
Erfolg hängt von vielen Faktoren
ab: Alter des Geruchs,
Geruchsträger oder Umgebung ...
Unser kleines Team mit den Trainern
Jürgen und Susi Conrad und
unserem Pfarrer Bernhard ...
Spezielle Jagdhunderassen bringen
die besten Voraussetzungen fürs Trailen mit.
Jürgen: Erfahrenster Ausbilder
und Trainer aus Deutschland

Fünf Bergrettungshundeteams trainierten letzte Woche in Obertauern mit Profis die individuelle Personensuche.

 

Wird eine Person vermisst, so sind zumeist unsere speziellen Spürnasen gefragt. Hier haben wir bei der Bergrettung Salzburg die Flächensuchhunde-, Lawinenhunde- und auch die Mantrail bzw. Personenspürhunde. Seit nahezu zehn Jahren gibt es bei uns - bei der Bergrettung Salzburg - nun eine kleine spezialisierte Einheit von Personenspürhunde-Teams. Immer in Ausbildung und Kontrolle bei einem der erfahrensten Trainern in Europa: bei Jürgen Conrad von der GBMA. 

 

Viel Training

Unter seiner und unter der Anleitung von Susanne Conrad trainierten wir heuer wieder die individuelle Personensuche, auch Mantrailing genannt. Beim Mantrailing, wie die Personensuche im Fachjargon genannt wird, suchen speziell ausgebildete Vierbeiner anhand eines individuellen Geruchs. Bis ein Personenspürhund in einen Einsatz gehen kann, müssen er und sein Hundeführer jahrelang (gut drei Jahre) nahezu täglich und äußerst intensiv trainieren - ist Mantrailing doch eine besonders hohe Schule der Sucharbeit.

Hierbei geht der Hund an einer längeren Leine und führt den Hundeführer zu der gesuchten Person. Gesucht wird eine „vermisste Person“ mit Hilfe eines persönlichen Gegenstands, von dem der Hund den Geruch aufnimmt und dann der Spur folgt. 

 

Stunden - oder tagealte Gerüche?

Obwohl immer wieder anders behauptet, eignen sich als Mantrailer - für den realen Einsatz, bei dem es um Menschenleben geht -, nur wenige und ausgewählte Hunderassen. Zu ihnen gehören die Jagdhunde, wie Blut- oder Schweißhunde. Deren natürliche Eigenschaften sind der sehr gut ausgeprägte Geruchssinn, ein ruhiges Wesen sowie der natürliche Wille, eine Spur mit vielen Ablenkungen länger zu verfolgen.

Für die gezielte Ausbildung als Mantrailer ist ein möglichst frühes Training schon im Welpenalter die beste Voraussetzung. Der zukünftige Mantrailer wird bereits im jungen Alter daran gewöhnt, seine Nase und den damit verbundenen Geruchssinn einzusetzen. Der grundlegende Unterschied zwischen einem Personenspürhund und anderen Suchhunden besteht darin, dass der Mantrailer bei der Suche verschiedene menschliche Gerüche voneinander unterscheiden kann und muss und sich trotz vieler Verleitungen ausschließlich an den Geruchsmerkmalen der gesuchten Person orientiert. Beim Mantrailing werden die Duftmoleküle der Zielperson gesucht, und nicht die Bodenverletzungen wie bei der Fährtenarbeit. Die Qualität des Geruchsträgers ist entscheidend für den Verlauf der Suche. Ein Mensch verliert ständig Hautschuppen – in jeder Minute Tausende. Die Hautpartikel werden verwirbelt und verstreut, wenn der Mensch sich bewegt. Zusätzlich kommen Einflüsse wie Witterung und weiteres hinzu, die für eine längere oder kürzere Haltbarkeit der Geruchsspur verantwortlich sind. Entscheidenden Einfluss hat ebenso die Landschaft bzw. Umgebung.

 

Einsatzüberprüfung geschafft!

Nachdem unsere Hunde bei diesem Kurs viele unterschiedlichste - stunden- und tagealte - Geruchsspuren aufnehmen und ausarbeiten konnten, freuen wir uns, dass alle unsere Hundeteams die Einsatzüberprüfung schafften und danken der Familie Conrad und Christian Binggl für die lehrreichen Tage und Jürgen Conrad für die jahrelange Unterstützung bei unserer Arbeit!

Außerdem danken wir unserem Kuraten und Mariapfarrer Pfarrer, Bernhard Rohrmoser, für seine Einladung zur Besichtigung des Kirchenumbaus und für die kulinarische Stärkung nach einem schönen (und fast störungsfreien ;) Trainingstag im Lungau!

 

Text und Fotos: Maria Riedler

 

 

Jürgen Conrad - von 1974-1979 Diensthundeführer Armee. 1982-2011 Diensthundeführer Polizei mit Schwerpunkt Personensuche und Rauschgift. Zu DDR-Zeiten gehörten die Fährtenhunde/Personensuchhunde zum Dienstzweig Kriminalpolizei und die Ausbildung der Hunde erfolgte seit 1970 wie im heutigen Mantrailing mit der Suche auf der Basis des Individualgeruchs. Zu dieser Zeit war ein Geruchsgegenstand zur Witterungsaufnahme für den Hund bereits fester Bestandteil der Ausbildung. Dieser Ausbildungsgang war in den alten Bundesländern nach dem zweiten Weltkrieg eingestellt worden und bis zur Wende als undurchführbar eingestuft worden. Jürgen beschäftigt sich seit 2000 intensiv mit dem Thema Mantrailing. Nach Einladung des LEBA (Law Enforcement Bloodhound Assoziation) nach Maryland (USA), deren Mitglieder ausschließlich Polizei-Bloodhound Hundeführer sind. 

Mehr zu seiner Person auch siehe Interview - in Der RettungsHund ...