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Bergrettung
 
 

Geschichte der Lawinenhunde in der Bergrettung - wie alles begann

Lawinenübung am Tauern
Das Fass, das von Bernhardinern
getragen wird, dürfte nur eine
Legende sein. In unser Staffel gibt
es allerdings ein hölzernes Schnapsfass,
das bei festlichen und kameradschaftlichen
Anlässen von einem Bergrettungshund
ganz stolz getragen wird!

Obwohl der Hund als Weggefährte und Sozialpartner seit gut 15.000 Jahren an der Seite des Menschen lebt, sind Hunde im Rettungswesen eine recht moderne Erscheinung.

Der Hund als Retter des Menschen

Durch Zufall entdeckte man im Jahre 1939 in Andermatt in der Schweiz bei einem Lawinenunglück, die Fähigkeit des Hundes, Verschüttete aufzuspüren.

Ein Dackel namens „Moriztli“, der einem Holzfäller gehörte, fand damals den Verunglückten, der lebend geborgen werden konnte. 

Ferdinand Schmutz, ein weltberühmter Kynologe (Hundeforscher) entwickelte etwa in der Zeit des zweiten Weltkrieges in der Schweiz, ein System zum Abrichten von Lawinenhunden: das sogenannte „5-Phasen-System“.

In Österreich wurden gegen Ende des Kriegs, in der Höheren Militärschule in St. Johann in Tirol, ähnliche Versuche durchgeführt.

Karl Frei trug die Idee an den Österreichischen Bergrettungsdienst heran, wo sie bei Hans Stöckl auf fruchtbaren Boden fiel.

Den Durchbruch brachte die erste Einsatzprobe unter realistischen Verhältnissen im Katastrophenwinter 1950/51: In Trins hatte der Hund „Zorn“ fünf Stunden nach dem Abgang einer Lawine Erfolg: Der Verunglückte konnte lebend geborgen werden.

Damals gab es aber nur vereinzelt Hunde im Bergrettungsdienst, in Tirol waren es ganze drei.

In Salzburg war der erste Leiter der Lawinenhundestaffel der Bad Gasteiner Hans Laventhaler; Mitbegründer war der legendäre Werfener Bergrettungsmann Franz Panzl. Er legte mit seinem Lawinenhund „Carlo“ bereits im Jahre 1954 in Tirol erste Lawinenprüfungen ab.

Laventhaler folgten als Referenten Bassetti, Rohrmoser, Mayerhofer, Egger und Hirscher.

Die Anzahl der Lawinenhunde im Österreichischen Bergrettungsdienst wuchs ständig.

In Salzburg gibt es derzeit über 40 Hundeführer und Hundeführerinnen und in Österreich sind momentan über 200 ausgebildete Lawinen- und Suchhundeführer das ganze Jahr im Einsatz.

Während in Österreich überall sehr spät Frauen in den Bergrettungsdienst kamen, hatten die Hundeführer in Salzburg hier eine „Vorreiterrolle“: 

Die Hüttenwirtin „Peppi“ Vogl beim Lawinenhundelehrgang „Duxeralm“ im Jahr 1970.

Nur eine Legende

Auf dem großen St. Bernhard Pass, einem Übergang zwischen der Schweiz und Österreich (2472m), wurde im Jahr 1000 ein Kloster gegründet, das in späteren Jahrhunderten jährlich von Tausenden Durchreisenden als Raststation genutzt wurde.

Seit Mitte des 17. Jahrhunderts wurden im Kloster außergewöhnlich große Hunde gehalten: Die sogenannten Bernhardiner.

Diese Hunde wurden für diverse Rettungsarbeiten herangezogen, durch ihren ausgezeichneten Orientierungssinn konnten sie Reisende sicher durch Nebel und Schnee ins Hospiz manövrieren.

Legendären Ruf erreichte die Legende um den Hund Barry, der 1810 rund 40 Menschen das Leben gerettet haben soll.

Sein einbalsamierter Körper ist im Naturgeschichtlichen Museum in Bern ausgestellt.

Das Fass mit Schnaps, das die Bernhardinerhunde um den Hals getragen haben sollen, wird in den Aufzeichnungen nirgends erwähnt, es dürfte wohl in der Legendenbildung von Alpinschriftstellern seinen Ursprung haben.