Bezirksübung der Lungauer Bergrettung in der Karneralm

Eine Gruppe von Schitourengehern löst bei der Abfahrt vom Kleinen Königstuhl (Ramingstein/ Karneralm) ein Schneebrett aus. Betroffen ist der Gratbereich zwischen Bäremulde und Ochsenkar, wo eine weitere im Aufstieg befindlicher Sportlergruppe zum Teil verschüttet wird. Außerdem stürzen zwei Abfahrer bei ihrem Versuch, eine Verschüttung durch schnelles Herausfahren zu verhindern, rund zweihundert Meter in Richtung Ochsenkar ab und verletzen sich dabei schwer.

Dieses durchaus realistische Szenario war die Annahme bei der heurigen Winter-Bezirksübung der Lungauer Bergrettung, am 10. Jänner 2010, die diesmal von den Kameraden der Ortsstelle Ramingstein in der Karneralm organisiert wurde. Bei einer erfreulichen Beteiligung von 62 Kameraden aus allen fünf Ortsstellen, darunter zwei Lawinensuchhundeführer und drei Bergrettungsärzte, galt es, neun Verschüttete zu orten und zu bergen.

Dazu mussten zwei verletzte Personen aus einer Steilflanke gerettet werden. Schwierig war die Aufgabe vor allem auch deshalb, da die genaue Anzahl der Verschütteten nicht bekannt war und nur spärliche Informationen eines Augenzeugen vorlagen. Bekanntlich gilt ja: Der Zeitfaktor stellt bei einer Verschüttung meist das entscheidende Element für eine erfolgreiche Bergung dar!

Die Bergung der Verletzten war nur bergwärts, mittels Seil-Faktoren-Flaschenzug möglich. Die Verschütteten konnten mit Hilfe der Lawinensuchhunde, durch die Suche mit dem LVS-Gerät sowie durch Sondierung gefunden werden. Sie, sowie die beiden Absturzopfer, wurden per Ackja abtransportiert.

Ebenso miteingesetzt war das Funkleitfahrzeug der Lungauer Feuerwehr.


Text: Andrea Kocher, Ortsstelle Tamsweg
Fotos: Werner Repetschnigg, Ortsstelle Ramingstein

 

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