Zwei Tage lang wurden Ortsstellen-Ausbilder der Salzburger Bergrettung in neuen Suchmethoden geschult. Treffpunkt war Kolm Saigurn und die Rasterfahndung im Schnee stand genauso am Schulungsplan wie moderne Bergemethoden, klettern und bergen aus Eisfällen und der Umgang mit der Dampfsonde. Geleitet wurde die Ausbilder Koordination von unserem Ausbildungsleiter Gerhard Pfluger.
Genaues Suchschema
Als Rasterfahndung wird das methodische Absuchen eines Lawinenkegels bezeichnet. Dabei gehen die Bergretter nach einem genauen Suchschema vor. Einer visuellen und akustischen Oberflächensuche folgt die Suche mit dem LVS-Gerät. Gleichzeitig kommen die Lawinenhunde zum Einsatz. Anschließend wird der Lawinenkegel mit einem Recco-Gerät abgesucht.
Recco Geräte
Moderne Recco-Geräte empfangen auch die Signale von LVS-Geräten. Sind trotz dieser intensiven Suchmaßnahmen immer noch Personen vermisst, wird der Lawinenkegel systematisch sondiert.
Mit Hilfe von Rasterfahndungsschnüren kann der gesamte Lawinenkegel im Zentimeterabstand sondiert werden. Tests haben gezeigt, dass mit den Schnüren viele Fehlerquellen ausgeschlossen werden können.
Dampfsondeneinsatz
Mit der Dampfsonde (eine Erfindung des Tirolers Stefan Lackner) können binnen weniger Minuten unklare Sondierungsergebnisse abgeklärt werden. Die Sonde dringt binnen Minuten auch durch härteste Schnee- und Eisschichten, dann wird eine Minikamera in das freigedampfte Loch eingeführt. Mittels Konsole kann die Kamera geschwenkt und Scheinwerfer zugeschalten werden. So wird ein Verdachtspunkt schnell und zuverlässig abgeklärt. Bei einer Tiefenverschüttung müssen Bergretter oft mehrere Stunden schaufeln um einen Verdachtspunkt abzuklären. Den letzen Sucheinsatz bei einer Rasterfahnung haben wiederum die Lawinenhunde, die durch die Löcher der Dampfsonde nochmals die Chance haben Witterung aufzunehmen.
Bessere Ortungschancen
Liegt ein Opfer in mehreren Metern Tiefe, sind zeitaufwendige Sucheinsätze mit zusätzlichen technischen und elektronischen Hilfsmitteln notwendig. Musste man früher warten bis derart tief verschüttete Opfer mit der Schneeschmelze „ausaperten“, hat man mit der Dampfsonde die Chance, die Opfer zu orten.
Bericht und Fotos: Michaela Berger und Gerhard Pfluger




















