Medizin und Psychologie

Durch die Vorgaben des Salzburger Rettungsgesetzes, wonach Mitglieder von Hilfs- und Rettungsorganisationen zur Leistung Erster Hilfe verpflichtet sind (§1 (3)) und um die bestmögliche Versorgung der verletzten Person nach den Erfahrungen der Wissenschaften sicherzustellen (§5b), wurde im vergangenen Jahr ein besonderer Schwerpunkt auf die medizinische und psychologische Fortbildung unserer Kameraden gelegt.
Da unsere Ortsstellen über drei Ärzte und einen Psychologen verfügen können, war es uns möglich, nicht nur den theoretischen Unterricht, sondern vor allem die praktische Umsetzung während der Übungen zu trainieren.
Neben den obligatorischen Erste-Hilfe-Maßnahmen wurden wir in den speziellen ärztlichen Interventionen wie der Handhabung eines Defibrillators, das Legen eines Tubus und im Gebrauch der anderen Utensilien des Notarztrucksackes unterwiesen. Obwohl die meisten dieser Tätigkeiten den Ärzten vorbehalten sind, war es doch interessant, teilweise auszuprobieren, welche Möglichkeiten dem Bergrettungsarzt im Einsatzfall zur Verfügung stehen. Besonders geübt wurden weiters Reanimation, die Versorgung von Knochenbrüchen aller Arten (3 Schulungsabende) und die Behandlung von Erfrierungen.
Österreich und andere Staaten wurden in den letzten Jahren immer wieder von Großschadensereignissen heimgesucht. Unser Psychologe informierte uns über das Post-Traumatische-Belastungssyndrom bei Angehörigen, Überlebenden und Helfern, an dem nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ca. 3% der Beteiligten leiden, wenn nicht rechtzeitig Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Um Familie, Beruf und Ehrenamt besser in Einklang bringen zu können, standen Fortbildungen mit den Themen Konfliktmanagement, Teambildung sowie Stress und Stressbewältigung auf dem Programm.
Unter organisationspsychologischen Kriterien wurde auch das Zusammenspiel mit anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen in unserem Einsatzgebiet (FF Faistenau, FF Hintersee, Höhlenrettung) geübt und besprochen. Weiters stand unser Psychologe anderen Ortsstellen und auch unseren Förderern für kleine Vorträge und persönliche Anfragen gerne zur Verfügung.
Auch zukünftig möchten wir neben der bergrettungstechnischen Fortbildung medizinische und psychologische Komponenten einbauen um dem gesetzlichen Auftrag in jeder Hinsicht zu entsprechen.
Dr. Johann Kirschner
Notfallpsychologe ÖBRD














